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Dorfladen in Hardt feiert zehnjähriges Jubiläum
Sobald man den Dorfladen in Hardt betritt, wird man unwillkürlich von einer ganz speziellen Atmosphäre erfasst. Es kann also niemanden wundern, dass sich dieser Dorfladen in Hardt zum Mittelpunkt des Dorfes entwickelt hat.
Die Macherinnen des Dorfladens mit Blumensträußen von zufriedenen Kunden. Fotos: Wolfgang RabschHardt. An Ulla Martain und Cornelia Seiler, die den Dorfladen ins Leben gerufen haben, kommen die Kunden nicht vorbei. Die eine organisiert und überwacht vor dem Laden die Einhaltung der Corona-Regeln, während die andere sich um die Abläufe im Laden kümmert. Den beiden Damen hat Hardt zu verdanken, dass seit nunmehr genau zehn Jahren der Dorfladen zu dem geworden ist, was er aktuell darstellt. Angefangen hat alles 2010 beim Frauenfrühstück in Hardt.

Ulla Martain, die damalige Ortsbürgermeisterin, brachte die Idee zum Dorfladen auf den Tisch. Ganz schnell fand sie in Cornelia Seiler eine Mitstreiterin, die von Anfang an mit Feuereifer das Vorhaben unterstützte und vorantrieb. Da das „Projekt“ von der Ortsgemeinde Hardt unterstützt wurde, konnten schnell Räumlichkeiten gefunden werden, in denen der Dorfladen Unterschlupf fand. Nach der Renovierung des Bürgerhauses „Alte Schule“, konnte der Dorfladen in einen neugestalteten Raum des Bürgerhauses einziehen. Zeitlich passte der Einzug genau zum zehnjährigen Jubiläum des Dorfladens, die Kunden zeigten sich total begeistert von der neuen Einrichtung.

Ein ausgezeichneter Dorfladen
Alleine hätten die beiden „Macherinnen“ ihr Vorhaben nicht in die Tat umsetzen können, das ganze Dorf und einige Firmen beteiligten sich. Die Theke für den Backwarenverkauf wurde im Internet gekauft, Die Wursttheke wurde gespendet, ebenso der große Kühlschrank, der vom „Herren-Stammtisch“ Hardt gespendet wurde. Die gesamte Inneneinrichtung wurde fachmännisch von einer Schreinerei aus Stockhausen-Illfurt gebaut, alles sitzt perfekt, wie ein Super-Markt, nur ganz klein.

Der Dorfladen wurde 2020 im Rahmen des „Ehrenamtlichen Bürgerengagements des WW-Kreises“ ausgezeichnet, der Preis war mit 2.000 Euro dotiert, die selbstverständlich in den Dorfladen flossen. Zudem erhielt Cornelia Seiler eine weitere Auszeichnung, als ihr für die Einrichtung eines Dorfladens im Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ im Sonderwettbewerb der 1. Platz zugesprochen wurde. Daran sieht man, dass das kleine „gallische Dorf“ mit seinen etwa 480 Einwohnern für viele positive Schlagzeilen gesorgt hat.

Das Motto des Dorfladens: „Frisch gekauft – frisch auf den Tisch“
Der Dorfladen hat jeden Freitag von 10 bis 12 Uhr geöffnet, pro Öffnungstag erscheinen gut 50 Personen, die es sehr schätzen, absolut frische Lebensmittel vor Ort einkaufen zu können. Inzwischen kommen auch Menschen aus den umliegenden Dörfern nach Hardt, zum Beispiel aus Stangenroth, Nistertal und Bad Marienberg, die von der herzlich-familiären Atmosphäre angezogen werden. Von vielen Besuchern wurden kleine „Dankeschön-Geschenke“ zum Jubiläum mitgebracht. Blumen von den Erwachsenen und liebevoll gemalte Bildchen von den Kleinen. Jeder kennt sich, jeder duzt sich, alles wirkt wie eine einzige große Familie.

Das sagen die Macherinnen
Ulla Martain: „Bei unseren Einkäufen legen wir gesteigerten Wert auf Frische der Lebensmittel. Während ich meistens Obst, Gemüse und Salate von Anbietern aus der Region tagesfrisch einkaufe, dabei auch auf Sonderangebote achte, ist Cornelia eher für Nudeln, Konserven und andere länger haltbare Lebensmittel zuständig. Pflegeartikel sind übrigens bei uns auch zu kaufen. Den Einkaufspreis geben wir ein zu eins an unsere Kunden weiter. Wir sind nicht profitorientiert, alles geschieht absolut ehrenamtlich. Des Weiteren hat sich der Dorfladen zu einem zentralen Mittelpunkt entwickelt, weil es auch die Gelegenheit gibt, in dem „Verzellcher Eck“, bei einem Käffchen den neusten Dorf-Klatsch-und Tratsch zu erörtern. Leider ist das wegen Corona zurzeit nicht möglich.“

Cornelia Seiler: „Der Clou des Ganzen ist die Tatsache, dass es uns gelungen ist, zwei absolute Fachbetriebe aus unserer Region für Back- und Wurstwaren für unseren Laden zu gewinnen. Es sind dies die Bäckerei Garcia aus Westerburg sowie die Landmetzgerei Wedler aus Nistertal. Beide Handwerksbetriebe preisen an ihren jeweiligen Theken frisches Brot und frische Wurst an, dazu stehen hinter den Theken Fachverkäufer, die auch mit Leib und Seele im Dorfladen dem Geschäft nachgehen. Hier werden auch gerne Vorbestellungen angenommen, notfalls sogar frei Haus geliefert.“ Wolfgang Rabsch

       
       
       
       
       
Nachricht vom 18.02.2021 www.ww-kurier.de