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Politik
Selters setzt Stadtkernsanierung fort
Die Stadt Selters saniert weiter ihren Stadtkern. Die dazu notwendigen planerischen Vorbereitungen haben begonnen, und so kann Selters in den nächsten 10 Jahren mit einer finanziellen Förderung von bis zu 5 Millionen Euro rechnen.
Von links: Die Dortmunder Raumplaner Fabian Lollert und Carsten Schäfer diskutieren die Stadtkernsanierung von Selters. Foto: privatSelters. Etwa 22 Hektar groß ist das neue Sanierungsgebiet. Im Blickfeld sind vor allem die Quartiere im Bereich der Rheinstraße, der Saynstraße, der Bahnhofstraße sowie der Kirchstraße.

In einer sogenannten „Vorbereitenden Untersuchung“ (VU) wird in den kommenden Monaten geschaut, wo Sanierung notwendig ist, worin Mängel bestehen, welche Gebäude und Straßen sanierungsbedürftig sind, aber auch, wo Leerstand herrscht oder Wohnraum beispielsweise in Sachen Barrierefreiheit verändert werden sollte. Die Untersuchung blickt auch darauf, ob Straßenflächen von allen Verkehrsteilnehmern gut nutzbar sind und wo Lücken geschlossen werden können.

Mit dieser Aufgabe hat der Stadtrat die Planungsgruppe Stadtbüro aus Dortmund beauftragt. Das Planungsbüro hat fast 30 Jahre Erfahrung in der Vorbereitung von städtebaulichen Erneuerungs- und Sanierungsaufgaben. Parallel dazu erstellt das Dortmunder Team ein „Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK)“. Hier wird die Planung konkreter. Die Stadtplaner ermitteln, welcher Straßenabschnitt und welche Grünfläche verändert werden sollte und ob es sinnvoll ist, ein Quartiersmanagement vor Ort zu errichten, um einen Ansprechpartner für die Bürger zu haben, der kurze Wege in Politik und Verwaltung ermöglicht. Außerdem gibt das ISEK einen Zeitplan vor, der allen Beteiligen – vom Bürger bis zu Land und Bund als Fördermittelgebern – die Handlungen erleichtern soll.

Ohne diese beiden gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren könnte Selters keine Fördermittel für einzelne Sanierungsmaßnahmen beantragen. Bis zum Spätsommer will das Planungsbüro mit diesen Aufgaben fertig sein, damit es ganz konkret losgehen kann mit der Sanierung des Stadtkerns.

Die vielen Ideen aus der Zukunftswerkstatt haben die jetzige Planung vorbereitet. Hier hatten Bürger der Stadt und das Planungsbüro Stadt-Land-plus in Workshops und Stadtrundgängen Wünsche gesammelt und die Ideen in gewichteten Listen sortiert. „Die Zukunftswerkstatt Selters ist eine wichtige Grundlage für uns. Wir haben viele Hinweise, wo der Schuh drückt“, sagt Diplom-Ingenieur Carsten Schäfer, Geschäftsführer der Planungsgruppe Stadtbüro.

Stadtbürgermeister Rolf Jung ergänzt: „Mir ist sehr wichtig, dass viele Ideen der Selterser Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Zukunftswerkstatt durch die jetzt anstehende Planung tatsächlich in den nächsten zehn Jahren umgesetzt werden können.“ Es soll auch weiterhin Gelegenheit geben, sich als Bürger aktiv in den Prozess einzubringen. Eine erste Möglichkeit bietet die öffentliche Sitzung des Stadtrates Selters am 22. Februar 2021, ab 19 Uhr in der Festhalle in Selters, Jahnstraße 14. Später erhalten alle Eigentümer im Sanierungsgebiet per Post einen Fragebogen. Carsten Schäfer bittet, sich an der Umfrage rege zu beteiligen.

Das Zentrum von Selters hatte sich bereits durch eine Stadtkernsanierung in den Jahren 2001 bis 2019 positiv entwickelt. „Trotz der erkennbaren Veränderungen besteht in einzelnen Quartieren noch Handlungsbedarf“, erklärt Rolf Jung. Deshalb hatte sich die Stadt Selters beim Land und beim Bund um eine weitere Unterstützung im Rahmen der Städtebauförderung beworben. Mit Erfolg. Der Antrag wurde im September 2019 positiv beschieden, sodass die Stadt Selters in den nächsten zehn Jahren mit einer finanziellen Unterstützung für die städtebauliche Sanierung des Stadtkerns in Höhe von bis zu 5 Millionen Euro rechnen kann. (PM)
Nachricht vom 14.02.2021 www.ww-kurier.de