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Eine schrecklich nette Familie: Meerschweinchen im Zoo Neuwied
Beim Wort „Meerschweinchen“ denken die meisten von uns zunächst an die Haustierform. „Hausmeerschweinchen halten wir im Zoo Neuwied nicht mehr“, erzählt Zoopädagogin Franziska Waked.
Capybara. Fotos: Zoo NeuwiedNeuwied. „Aber dafür lebt in der Prinz Maximilian zu Wied Halle eine Gruppe Sumpfmeerschweinchen. Während man die noch eindeutig als Meerschweinchen erkennt, da sie abgesehen von ihrem kürzeren und einheitlich braun gefärbten Fell in Größe und Körperbau den Hausmeerschweinchen gleichen, sind andere Vertreter der Familie schwieriger zu erkennen“, erklärt die Biologin weiter. „Die größten Nagetiere der Welt, die Capybaras, gehören nämlich auch dazu. Und die Wasserschweine passen mit einer Körperlänge von über 100 Zentimetern und einem Gewicht bis 80 Kilogramm nicht unbedingt in das Bild, das man von Meerschweinchen im Kopf hat“.

Viele der Unterschiede zwischen den Capybaras und den „Eigentlichen Meerschweinchen“ liegen in der halb-aquatischen Lebensweise der Capybaras begründet: Sie haben Schwimmhäute zwischen den Zehen, und ihre Augen, Ohren und Nasenlöcher liegen in einer Linie weit oben am Kopf. So ist es den Tieren möglich, lange Zeit fast vollständig untergetaucht im Wasser zu verharren, um für Fressfeinde fast unsichtbar zu werden. „Im Großen und Ganzen kann ein interessierter Betrachter die nahe Verwandtschaft zwischen den Sumpfmeerschweinchen und den Wasserschweinen aber schon erraten“, findet Kuratorin Alexandra Japes. „Die Kopfform mit den typischen Nagezähnen ist bei beiden Arten sehr ähnlich, und mit ihrem gedrungenen, kurzbeinigen Körperbau wirken Capybaras fast wie stark vergrößerte Ausgaben der Meerschweinchen. Bei den anderen Mitgliedern der Familie Meerschweinchen hier in unserem Zoo ist die Erkennung schon schwieriger.“

Die Rede ist von den Maras. Im Zoo Neuwied leben sowohl Große Maras, die sich ein Gehege mit den Nasenbären teilen, als auch Kleine Maras. Letztere sind in der Prinz Maximilian zu Wied Halle zu finden, und ermöglichen daher einen guten Vergleich mit den Sumpfmeerschweinchen. Beide Arten Maras haben viel längere Beine als die Meerschweinchen und insgesamt einen schlankeren Körperbau. Auch der Kopf erinnert durch die langen Ohren eher an ein Kaninchen. Wenn sie sich fortbewegen, geschieht das oft mehr hüpfend als laufend. „Wir hören oft Besucher sagen, dass sie aussehen wie eine Mischung aus Hase und Känguru“, verrät Japes, „aber ihre Nagezähne weisen sie doch eindeutig als Nagetiere aus. Sie sind mit ihren langen Beinen und schlanken Körpern eben die Models unter den Meerschweinchen“. (PM)

   
Nachricht vom 07.01.2021 www.ww-kurier.de