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Wirtschaft
Ausbildung in der Pflege mit einem Studium kombinieren
Seit diesem Jahr kooperiert das DRK Bildungszentrum für Gesundheitsberufe mit der Katholischen Hochschule Mainz. Auszubildende in der Pflegeausbildung können am dualen Bachelorstudiengang „Gesundheit und Pflege“ teilnehmen. Das heißt, in der dreijährigen Berufsausbildung ist das Studium eingebunden. Insgesamt dauern Ausbildung und Studium viereinhalb Jahre.
Projektteilnehmer/innen im Sportclub Optimum. Foto: privatMainz/Hachenburg. Bereits im letzten Jahr hat ein Forscherteam der Katholischen Hochschule an der Pflegeschule Hachenburg eine Studie durchgeführt. Das Forscherteam um Lehrkraft Melanie Fröhlich wollte wissen, ob Pflegeschüler durch sportliche Betätigung den Stress der Ausbildung besser bewältigen. Dazu konnte sie auf das Netzwerk des DRK Krankenhauses zurückgreifen: Im Sportclub Optimum Hachenburg trainierten 42 Auszubildende fünf Wochen kostenlos. Im Lauf der Testreihe beantworteten sie Fragen zu ihrem Stresslevel. Zusammen mit Kommilitonen nutzte Melanie Fröhlich die Studie als wissenschaftliches Projekt in ihrem Masterstudiengang. Schon vor der Studie beobachtete Melanie Fröhlich als Lehrkraft am DRK Bildungszentrum, dass viele Auszubildende im zweiten Lehrjahr ein Leistungstief durschreiten. Als Ursache vermutete sie den hohen Stress, den die Auszubildenden in dieser Phase erleben. Deswegen wählte sie das Bildungszentrum für Gesundheitsberufe als Testbereich für ihre Studie.

Melanie Fröhlich erinnert sich an die gute Kooperation mit Pflegeschule und Sportclub Optimum in Hachenburg. Die Trainer des Fitnessstudios unterstützten die Auszubildenden bei ihrem Sportprogramm. Auch die Auszubildenden waren froh, an der Studie teilzunehmen. Einige gaben an, dass die wöchentliche Bewegung ihnen half, sich im Alltag zu konzentrieren. Außerdem hätten sie seltener Rückenschmerzen. Trotz des kurzen Trainingszeitraums fühlten sich einige Auszubildenden für den Pflegealltag besser gewappnet.

Das DRK Bildungszentrum für Gesundheitsberufe möchte nun die Zusammenarbeit mit der Hochschule und Studierenden stärken. Leiterin Corinna Kronsteiner-Buschmann hat selbst Pflegewissenschaft studiert. Nun möchte sie die Verbindung zwischen Pflegeforschung und -ausbildung in Hachenburg weiter vertiefen. Das Zusammenspiel aus Studium und Ausbildung im dualen Studium sei dafür der ideale Nährboden, erklärt Kronsteiner-Buschmann. Die Auszubildenden und Studierenden im dualen Studiengang treten direkt mit Patientinnen und Patienten in Kontakt. An der Hochschule erlernen sie zusätzlich die Fähigkeit die Prozesse der Pflege fachpraktisch und wissenschaftlich fundiert zu steuern. Nach viereinhalb Jahren Studium erhalten Absolventinnen eine abgeschlossene Ausbildung und den akademischen Grad Bachelor of Science. Absolvent/innen können anschließend sowohl als Pflegefachkraft arbeiten, wie auch zusätzliche Aufgaben und Funktionen wie Praxisanleiter/in übernehmen.

Nach dem Bachelorstudiengang kann auch ein Masterabschluss angestrebt werden. Dieser erlaubt eine Lehrtätigkeit in der Pflege oder einen Einstieg ins obere Management. Auch eine wissenschaftliche Laufbahn ist mit dem Grad Master of Science möglich.

Auszubildende in der Pflege und Interessierte können sich am Montag, 7. Dezember, auf der Onlinemesse der Katholischen Hochschule in Mainz informieren. Voraussetzung für die Teilnahme am dualen Studiengang ist eine Fachhochschulreife oder eine Allgemeine Hochschulreife. (PM)
Nachricht vom 06.12.2020 www.ww-kurier.de