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Der Nikolaus besuchte die Kinder in Selters
Normalerweise kommen die Kinder zum Nikolaus, um ein Gedicht aufzusagen und dann schnell ihre Tüte in Empfang zu nehmen. Doch in der veränderten Situation durch Corona war es in diesem Jahr genau anders herum: Der Nikolaus kam in Selters zu den Kindern, um sie zu beschenken.
Nikolaus und Engel unterwegs in Selters. Fotos: wearSelters. Da 2020 der attraktive Adventsnachmittag auf dem Marktplatz in Selters der Pandemie zum Opfer fiel, reagierte die Stadt. Die Kinder, die ansonsten auf dem Marktplatz immer reichlich beschenkt werden, sollten am Nikolaustag nicht leer ausgehen. Kurzfristig wurden ein echter Nikolaus sowie ein Engel gebeten, in der Vorweihnachtszeit einen Abstecher nach Selters zu unternehmen. In der heutigen, modernen Zeit kommen die Himmelswesen nicht mehr per Schlitten, der von Rentieren gezogen wird, sie benutzen inzwischen motorengetriebene Fahrzeuge, die sie schnell von Haus zu Haus bringen. Die beiden Fahrzeuge, in denen der Engel und der Nikolaus kutschiert wurden, waren festlich geschmückt, unter anderem mit Rentiergeweihen, damit war die Bezeichnung Rentier-Mobil gerechtfertigt. Begleitet von zwei Marketenderwagen, setzte sich der kleine Konvoi in Bewegung. Der Nikolaus (Mikele Voß) und der Engel (Anke Sacher) hatten alle Hände voll zu tun, denn es sollte jedes Haus in Selters aufgesucht werden, in dem Kinder leben.

Große Augen und große Freude bei den Kindern
Die wartenden Kinder mussten etwas Geduld mitbringen, weil die Übergabe der Tüten sich verzögerte, da viele Kinder zuerst ihre Weihnachtsgedichte vortrugen. Erst beim Befahren der Straßen in Selters konnte festgestellt werden, dass eine Mammutaufgabe auf Nikolaus und Engel wartete, es waren fast 150 Häuser anzusteuern, in denen Kinder leben.

Bei vielen Kindern war festzustellen, dass sie doch etwas „Manschetten“ hatten, weil plötzlich der Nikolaus mit seinem Zottelbart vor ihnen stand. Auf die Frage, ob sie denn auch immer brav gewesen seien, wurde meistens ein zartes „Ja“ gehaucht, dann schnell das Gedicht aufgesagt, die Tüte „gekrallt“ und dann ab ins Haus oder in Mutters Arm. Einige begegneten dem Nikolaus trotzdem sehr cool, die hatten bestimmt schon die Frage geklärt „Glaubst du noch an den Weihnachtsmann?“. Auf jeden Fall hatten Engel Anke, die übrigens in ihrem weißen Engelskleidchen und mit ihren goldenen Locken hinreißend aussah und Nikolaus Mikele einen Heidenspaß, auch wenn der Job vielleicht sogar schweißtreibend war. Letztendlich war wichtig, dass sie den Kindern von Selters eine unerwartete Überraschung bereiten konnten.

Durch das immense Pensum und immer wieder auftretende Verzögerungen, welche die beiden zu absolvieren hatten, brach schon die Dämmerung herein, als schließlich das letzte Kind seine sehnlichst erwartete Tüte in Empfang nehmen konnte. Da es im Laufe des Nachmittags immer kühler wurde, bleibt zu hoffen, dass die Organisatoren den beiden Hauptfiguren nach Ende der Tour durch Selters, wenigstens einen oder auch zwei Tassen heißen Glühwein eingeschenkt haben, verdient hätten den Anke und Mikele allemal.

Viele Eltern zeigten sich an den Türen vom Besuch freudig überrascht, sie lobten sehr die Aktion der Stadt Selters. Den Dank muss man aber auch an die vielen freiwilligen Helfer weitergeben, die mit dem Verpacken der Nikolaustüten und mit der Planung der Tour beschäftigt waren. Als Resümee der Nikolaus-Tour durch Selters kann festgehalten werden, dass es sich immer lohnt, gerade in schwierigen Zeiten den Menschen und dabei vor allen Dingen den Kleinsten, etwas Freude zu bereiten. wear
       
       
Nachricht vom 06.12.2020 www.ww-kurier.de