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Petra Schmidt-Scheld aus Rehe unterstützt „Aktion Markus“
Obdachlose heißen sie, behördlich spricht man von Nichtsesshaften, abfällig werden sie auch bisweilen Penner genannt. Gleich wie man sie nennt, alle teilen das gleiche Los. Obdachlos sein, ohne ein zu Hause, ohne eine feste Wohnung. Das Schicksal schlug zu, ob unverschuldet oder auch herbeigeführt. Es fehlt an Hilfe und Unterstützung. Vergessen oder bemitleidet, davon kann man nicht leben.
Mehr als 100 Hilfepäckchen, hier ein Teil davon, schnürten (v.r.) Petra Schmidt-Scheld, Manuela Simon-Kurzhals und Rebecca Pfeifer. Sie füllten dazu auch Kleidersäcke mit Wintersachen. Eileen (links) und Franziska-Maria halfen mit beim Päckchen packen und präsentieren einen Spendenscheck. Foto: Willi Simon Rehe. Wo behördliche Hilfe versagt ist, springen Menschen ein, denen diese Obdachlosen nicht gleichgültig sind. Einer davon war Markus M. Auch er war ‚ganz unten‘, war obdachlos und ausgestoßen. Doch er schaffte den Absprung. Weil er wusste, wie es ist, in Nischen, Hauseingängen, in Bahnhofshallen oder unter Brücken zu nächtigen, sich irgendwie durchzuschlagen zu müssen, organisierte er private Hilfeleistung. Es entstand die die ‚Obdachlosenhilfe Markus‘. Er gewann Freunde und Helfer.

Per Zufall erfuhr auch Petra Schmidt-Scheld aus Rehe von dieser Aktion. Sie kommt eigentlich aus Lahnau-Waldgirmes. Über den Campingplatz in Rehe lernte sie den Ort näher kennen und erwarb dort vor einigen Jahren ein Wohnhaus. Über Facebook nahm sie Kontakt zu Markus M. auf und bot ihre Hilfe an. Markus wohnt in Gießen. Vor dort werden Obdachlose betreut. Gespendete Kleidung, Decken und Hygieneartikel, aber auch Essen und Getränke werden in einer großen Lagehalle deponiert und weiterverteilt.

Petra Schmidt-Scheld begann Hilfe zu organisieren und gewann Gleichgesinnte. Aus Rehe, Hellenhahn-Schellenberg, Höhn und Stockum-Püschen kamen umfangreiche Sachspenden. Gerade in der beginnenden Winterzeit, werden dringend warme Winterkleidung, Decken, Isomatten, Schlafsäcke und Ähnliches benötigt. Es wurden Päckchen mit Nützlichem für den täglichen Bedarf gepackt und Kleidersäcke gefüllt. In Rehe liefen die Fäden zusammen. Vor Weihnachten wurde eine gezielte Aktion gestartet. Rebecca Pfeiffer aus Rehe und Manuela Simon-Kurzhals aus Hellenhahn-Schellenberg standen Petra zur Seite. In diesen Tagen haben sie über 100 Päckchen gepackt, mit Inhaltsangaben versehen sowie Kleidung und Wintersachen vorsortiert und in große Kleidersäcke gefüllt. Ganze Berge davon stapelten sich so bei Petra Schmidt-Scheld. Auch zwei 10-Jährige Mädchen halfen mit. Eileen backte eine große Menge Plätzchen. Franziska-Maria spendete von ihrem ersparten Kommuniongeld und kaufte dafür Hygieneartikel. Bei ‚Markus‘ kam das besonders gut an.

Diese Gaben wurden dieser Tage nach Gießen geschafft und werden am Nikolausvorabend und Nikolausabend 5./6. Dezember dort verteilt. Ein Lichtblick für die Obdachlosen in einer ansonsten für sie oft trostlosen Welt.

Petra Schmidt-Scheld „Wir helfen aber das ganze Jahr über. Auch verarmten Rentnern, oder solchen Personen, die sich nicht trauen, um Hilfe zu bitten. Frauenhäuser, Kliniken oder psychisch Erkrankte werden ebenfalls bedacht“. Die Hilfsbereitschaft von Pera endet aber nicht nur dort. In einer Nähgruppe stellt sie Kleidung für Frühgeborene her, aber auch sogenannte Onkomützen für Krebserkrankte in Onkologiekliniken. Mit einer Geldspende in Höhe von 500 Euro für die erforderliche Materialbeschaffung wartete Rosita Sehr aus Hellenhahn-Schellenberg auf, die mit einer eigenen Gruppe Onkomützen und Schutzmasken herstellt.

Es ist eine herzerwärmende Aktion, die Petra Schmidt-Scheld und ihre Mitstreiterinnen für die ‚Obdachlosenhilfe Markus‘ durchführten. Ein Aufruf. Gerade zur Weihnachtszeit werden sich vielleicht auch die Herzen bei Menschen öffnen, um Petra mit Sachspenden zu unterstützen. Kontakt: Petra Schmidt-Scheld, Hauptstraße 10, 56479 Rehe, Telefon: 0151 704 20573. (Willi Simon)
Nachricht vom 29.11.2020 www.ww-kurier.de