WW-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis
Region
Adventskalender – Teil 22: Tod am Leuchtturm
24 kurze Krimis im Postkartenformat begleiten uns in diesem Jahr durch den Advent. Die Idee dazu hatte die Literatur-Werkstatt in Altenkirchen, die sich jüngst mit „Postkarten-Krimis“ beschäftigte. Das Ergebnis: 24 spannende und vielfältige Mini-Krimis, die das Warten auf Weihnachten verkürzen.
Leuchtturmwärter Jensen war früher als geplant aus seinem Urlaub zurückgekehrt. Der Grund wär das Verschwinden seines Vertreters Hansen eine Woche zuvor. Vorbeifahrende Schiffe hätten die Küstenwacht über das Ausbleiben der Lichtsignale alarmiert, die von dem Leuchtturm ausgehen sollten. Hansens lädierte Leiche fand man später an den schwer zugänglichen Klippen unterhalb des Leuchtturms. Der Gerichtsmediziner stellte am Kopf der Leiche mehrere offene Brüche fest. Ob diese durch Gewalteinwirkung entstanden waren oder durch die schroffen Felsen, war nicht mehr eindeutig zu klären. Seitdem war Jensen wieder im Dienst. Zugang zu der Landzunge, auf der der Leuchtturm stand, hatten nur die beiden Leuchtturmwärter, ein Techniker vom Wartungspersonal, der Lebensmittellieferant Petersen und Putzfrau Edda. Wer hatte Hansen zuletzt gesehen? Der Techniker sagte aus, er hätte Hansen das letzte Mal vor zwei Wochen gesehen, als sie zusammen eine Überprüfung durchgeführt hatten. Alles wäre in Ordnung gewesen. Lebensmittellieferant Petersen sagte aus, er habe Hansen zuletzt vor drei Wochen gesehen. Ihm sei nichts Ungewöhnliches aufgefallen. Zusammen hätten sie die Waren im Lager des Leuchtturms verstaut. Edda sagte aus, sie wäre Hansen das letzte Mal vor genau fünf Tagen begegnet. Da war er auf dem Weg zur unterhalb des Leuchtturms gelegenen Mariengrotte. Nach der Aussage von Edda besichtigte Kommissär Jürgensen die Mariengrotte. Dort fand er Werkzeug und Lebensmittel. An einem Hammer entdeckte er Blutspuren. Hatte hier jemand unerlaubt etwas gehortet? War Hansen in der Grotte auf seinen Mörder getroffen? Als der Kommissär ein weiteres Mal mit Edda sprechen wollte, war diese verschwunden. Irgendetwas an ihrer Aussäge machte ihn stutzig. Er würde sich das Protokoll noch einmal genauer anschauen.

© Marko Rörig

Mehr Infos zur Literaturwerkstatt Altenkirchen gibt es HIER.


Nachricht vom 21.12.2020 www.ww-kurier.de