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Wäller Markt eG erste Mitglieder und Sponsoren sind schon dabei
Die am 18. September gegründete Wäller Markt Genossenschaft freut sich über ein reges Interesse aus allen Bevölkerungsschichten an dem Projekt des digitalen Marktplatzes, das unter dem Namen „wällermarkt“ so bald als möglich an den Start gehen soll. Bis dahin ist jedoch noch die Hürde der Gesamtfinanzierung zu überwinden.
Logo Wäller MarktBad Marienberg. Das Projekt soll mit erheblichen Mitteln öffentlich gefördert werden. Bedingung für die Bereitstellung der Fördermittel ist jedoch, dass die Region „Flagge zeigt“ und einen beachtlichen Anteil an der Finanzierung über eigene Genossenschaftsanteile zur Verfügung stellt. Umso erfreulicher ist es für die Initiatoren, dass bereits wenige Tage nach der Veröffentlichung der Website www.waellermarkt.de erste schriftliche Beteiligungserklärungen von Einzelhändlern, regionalen Erzeugern und Privatpersonen eingegangen sind.

Die entsprechenden Formulare und die Satzung können von der Website runtergeladen werden. Zusätzlich haben bereits mehrere heimatverbundene Unternehmen ihre verbindliche Zusage für ein Sponsoring des Projekts gegeben. Auch einige Verbandsgemeinden haben ihre Bereitschaft erklärt, einen Beitrag zur Anschubfinanzierung zu leisten. Hierzu befinden sich jedoch noch einige rechtliche Fragen in einer Prüfung der Aufsichtsbehörden.

„Nach zwei Jahren intensiver ehrenamtlich geleisteter Vorarbeit kommt es jetzt auf das Engagement der Region an“, betont der Vorstandssprecher Andreas Giehl. „Sobald die Gesamtfinanzierung steht, werden wir innerhalb von sechs Monaten am Start sein“, gibt sich Giehl optimistisch.

Bereits heute fließen jährlich rund 450 Millionen Euro Umsatz (netto) aus den Landkreisen Altenkirchen, Neuwied und Westerwald in den Onlinehandel, der von nationalen und internationalen Internet-Konzernen dominiert wird. Dieser Trend hat sich durch die Corona-Pandemie noch einmal erheblich verstärkt, sodass bereits heute die regionale Wertschöpfung durch die stark wachsenden Umsatz-Abflüsse erheblich geschwächt wird.

„Ein großer Teil der wachsenden Zahl von neuen Onlinekäufern wird nur dann zum Einzelhandel zurückkehren, wenn dieser dem Kundenbedürfnis nach einem bequemen Onlineeinkauf gerecht wird“, ist sich der Mitinitiator und Projektberater Wendelin Abresch sicher. „Für viele Betriebe wird dies in naher Zukunft zu einer existenziellen Frage“, ergänzt das Vorstandsmitglied Volker Wüst, der drei Reisebüros im Westerwald betreibt. Zusätzlich betont der Unternehmer: „Hätten wir nicht bereits in den letzten Jahren unsere Kunden auch online bedient, würde es uns heute nicht mehr geben“.

Das Vermarktungsgebiet des „wällermarkt“ umfasst die drei Landkreise Altenkirchen, Neuwied und Westerwaldkreis mit über 500.000 Einwohnern. Laut Berechnungen der Initiatoren ist damit die kritische Größe für einen lokalen digitalen Marktplatz gegeben. Der herausfordernde Aufbau einer eigenen Lieferlogistik wird dabei als Garant für einen langfristigen Erfolg betrachtet. Schließlich bietet dieser sowohl für die Anbieter als auch für die Kunden erhebliche Vorteile, wie zum Beispiel der weitgehende Verzicht auf Versandverpackungen – eine Aspekt, der ebenso der Umwelt zu Gute kommt wie die Einsparung von vielen Einkaufsfahrten, insbesondere wenn es um den Einkauf bei ländlich abgelegenen Erzeugern, wie Hofläden, Landmetzgereien oder Käsereien geht.

Deshalb hat sich das Projekt Wällermarkt zum Ziel gesetzt, eine gemeinschaftlich getragene Online-Handelsplattform für den regionalen Einzelhandel und die Erzeuger zu entwickeln und zu betreiben. Dies vor allem, um den veränderten Kundenansprüchen nach bequemem Online-Einkauf nachhaltig gerecht zu werden und somit die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Betriebe zu stärken.

Die Wäller Markt eG ruft deshalb jetzt alle Bürgerinnen und Bürger, alle Einzelhändler und regionalen Erzeuger sowie alle Gewerbetreibenden dazu auf, mit einer Beteiligung an der Genossenschaft einen gemeinschaftlichen Schritt in die Zukunft zu tun. „Einer für alle, alle für einen. Wenn wir mit diesem Geist unseres ehemaligen Westerwälder Bürgers Friedrich Wilhelm Raiffeisen gemeinsam in die Zukunft gehen, werden alle davon profitieren “, mit diesen Worten appelliert der Vorstandssprecher der Wäller Markt eG Andreas Giehl an die Teilnahmebereitschaft aller Westerwälder. Genossenschaftsanteile gibt es ab 100 Euro. Jeder kann sie erwerben. Eine Höchstgrenze ist derzeit nicht vorgesehen.

Alle Informationen zu den Beteiligungsmöglichkeiten sind auf der Website nachzulesen oder im nachstehenden Video sehen.


Weitere Hintergrundinformationen im Video


Nachricht vom 22.11.2020 www.ww-kurier.de