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Eberhard Ströders Grundschule in Tansania: Unterricht hat begonnen
Seit rund vier Jahren entsteht bei Segera in Tansania eine Grundschule – initiiert vom 78-jährigen Mogendorfer Eberhard Ströder. Der Wäller engagiert sich seit mehreren Jahrzehnten für das ostafrikanische Land, und die Grundschule ist das neueste einer Reihe von Projekten, die Ströder mit Hilfe von Spenden dort schon umgesetzt hat.
Schulkinder im Unterricht. Fotos: privatMogendorf. Jetzt sind die Arbeiten einen großen Schritt vorangekommen: Die Toilettenanlage sowie die Klärgrube sind fertig; drei Klassenräume inklusive Inventar wie Bänke, Tische und Stühle sind eröffnet, und 150 Kinder werden dort derzeit unterrichtet. Wenn die Schule fertig ist, werden es doppelt so viele.

Die Kinder sind Mädchen und Jungen aus der Region, sagt Eberhard Ströder: „50 von ihnen gingen in eine andere staatliche Schule, in der es aber viel zu eng wurde. 100 weitere haben im Sommer begonnen.“ 150 junge Menschen, verteilt auf drei Klassen. „Die Klassenverbände sind eben ein ganzes Stück größer als bei uns“, lächelt der Mogendorfer.

Anfang 2020 besuchte Ströder die Grundschule bislang zum letzten Mal und ist froh und dankbar, wie schnell es auf der Baustelle weitergeht. „Was wir jetzt noch brauchen, ist ein Spielplatz für die Kinder vor der Schule“, sagt er. „Denn die Jungs und Mädchen gehen oft weite Strecken zu Fuß und bleiben bis zum Abend in der Schule. Deshalb müssen sie auch einen Platz zum Austoben haben.“

Für den Spielplatz und einige Erweiterungen des Gebäudes sammelt Eberhard Ströder nun Spenden und hofft, dass die Coronakrise der Großzügigkeit der Wäller nicht allzu sehr zusetzt. „In Tansania sind die Fallzahlen Gottseidank noch recht gering. Aber der Lebensstandard ist mit unserem trotzdem nicht zu vergleichen. Es ist eine andere Welt“, sagt er und erklärt, dass die meisten Menschen in dem Land von 30 bis 40 Euro im Monat leben müssen.

Im Februar 2021 will er mit Lee Cosmas Ndeiy seine nächste Reise nach Tansania antreten und die Schule besuchen. Ndeiy betreut das Hilfsprojekt vom Dekanat Gladenbach-Biedenkopf aus. Zu denjenigen, die Ströders Tansania-Engagement im Westerwald nach Kräften unterstützen, gehört auch Wolfgang Kern aus Sessenhausen. Auch wegen seiner Mitstreiter ist Eberhard Ströder optimistisch: „Wenn alles gutgeht, wird die Schule im kommenden Jahr fertig“. (bon)

Im Detail: Ein Herz für Tansania
Seit mehr als 25 Jahren engagiert sich Eberhard Ströder aus Mogendorf für die Region um die Stadt Korogwe: Er sammelt Spenden und baut vor Ort eine Nähwerkstatt, eine Grundschule, einen Kindergarten und unterstützt eine Schreinerei. Dabei plant und betreut er die Projekte nicht nur, sondern packte bis vor einigen Jahren selbst noch zur Schaufel. Außerdem ist er seit Jahrzehnten im Evangelischen Dekanat Westerwald als Organist und im Kirchenvorstand aktiv. Er ist Träger der Silbernen Ehrennadel, einer der höchsten Auszeichnungen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau.

Wer das Projekt mit einer Spende unterstützen möchte, kann das auf folgendem Konto tun: Eberhard Ströder, IBAN: DE22573510300155089006, Stichwort: „Spende Tansania“.
     
Nachricht vom 22.10.2020 www.ww-kurier.de