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Politik
Auch CDU will den Wald durch Maßnahmen schützen
Die CDU-Stadtratsfraktion möchte die Zielsetzungen für den Stadtwald im Fachausschuss und anschließend im Stadtrat beraten. Dazu hat sie für die nächste Ratssitzung, in Ergänzung zum Antrag der Bündnisgrünen, einen Beschlussvorschlag erarbeitet. Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Boll verweist darauf, dass mehr als die Hälfte der Gemeindefläche (53,6%) der Stadt Hachenburg Waldfläche ist. Der Wald präge die Westerwälder Landschaft und stelle ein Stück Heimatgefühl dar. Der Wald sei Erholungsgebiet, Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Wasserspeicher und ein unverzichtbarer Wirtschaftsfaktor in ländlichen Regionen sowie diene in besonderem Maße dem Klimaschutz.
Dem Westerwald geht es bekannter Maßen schlecht. Foto: privatHachenburg. Die CDU-Obfrau im Wald-, Umwelt- und Klimaausschuss, Katrin Schiwietz, macht deutlich, dass beim Thema Wald gehandelt werden muss und die Kommunalpolitiker gemeinsame Zielsetzungen für den Stadtwald formulieren sollten: „Wir müssen durch gezielte Maßnahmen den Wald schützen!“ Den Christdemokraten ist dabei bewusst, dass sie bei der Umsetzung ihrer Ziele auf die Beratung und Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Landesforsten Rheinland-Pfalz angewiesen sind.

Konkret schlägt die CDU vor, zur Wiederbewaldung in den nächsten Jahren finanzielle Mittel aus dem städtischen Haushalt bereitzustellen. Dabei sollen die finanziellen Fördermöglichkeiten von Bund und Land genutzt werden. Bei der Wiederbewaldung wird auf die Naturverjüngung und die Neuanpflanzung gesetzt. In einem ersten Schritt sollen klimastabile Baumarten u.a. an geeigneten Stellen der geschädigten Flächen an Wegekreuzungen gepflanzt werden. Es besteht die Bereitschaft Testflächen für ein Aufforsten mit innovativen Methoden zur Verfügung zu stellen.

Boll und Schiwietz weisen auf ein Problem hin: Die Naturverjüngung ist nur dann erfolgreich, wenn Schäden durch das Wild unterbleiben. Daher soll die Stadt einen Dialog mit den Jagdberechtigten anstreben, damit der Wildbestand auf ein angemessenes Maß beschränkt bleibt. In diesem Zusammenhang sollten auch die bestehenden Pachtverträge überprüft werden.

Als praktische Maßnahmen nennen die Christdemokraten, dass entlang der Wege und Gräben Vorkehrungen getroffen werden sollen, um die Waldflächen wieder verstärkt als Wasserspeicher nutzen zu können. Eine direkte Ableitung in Vorfluter sei möglichst zu vermeiden. Aus dem Stadtwald soll zukünftig im Regelfall nur noch Nadelholz als Brennholz angeboten werden. Die Brennholznutzung von Laubholz soll auf Windwurfschäden beschränkt bleiben. Die Bemühungen um den Ankauf privater Waldflächen sollen fortgesetzt werden, um die Pflege des Waldbestandes effektiver zu gestalten.

Die CDU-Stadtratsfraktion bittet außerdem um Klärung, ob für den Stadtwald Hachenburg ein Brandschutzkonzept besteht und ob hierfür weitere Vorkehrungen getroffen werden müssen. Ebenso soll geprüft werden, ob im Stadtwald Hachenburg geeignete Flächen zur Gewinnung von Samengut (Buche, Eiche) vorhanden sind. (PM)
Nachricht vom 16.09.2020 www.ww-kurier.de