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Reges Interesse für Defibrillatoren in Selters
Vollkommen zu Recht hat die Stadt Selters eine groß angelegte Werbekampagne gestartet, als beschlossen wurde, an acht Stellen im Ort Defibrillatoren (AED = Automatisierte Externe Defibrillatoren) aufzuhängen. Alle Haushalte in Selters erhielten Flyer und Aufklärungsmaterial, um den Einwohnern zu verdeutlichen, dass ein Defibrillator kein Hexenwerk ist, sondern durch relativ einfache Handhabung Menschenleben retten kann.
Fotos: wearSelters. Um den Bürger/innen Angst und Unsicherheit vor dem Gerät zu nehmen, wurden in Zusammenarbeit der Stadt Selters mit dem DRK-Ortsverein Selters insgesamt sechs Einweisungsveranstaltungen durchgeführt, die jeweils in der Festhalle von Selters stattfanden.

Wegen der Pandemie war die Anzahl der Teilnehmer/innen bei jeder Veranstaltung auf 20 Personen begrenzt, wobei die vorgeschriebenen Abstands- und Hygienevorschriften eingehalten wurden. Zur Auftaktveranstaltung konnte Notfallsanitäter Carsten Steindorf neben den erwähnten 20 Personen noch Kerstin Müller-Klein, Ausbilderin beim DRK Kreisverband Westerwald/Ortsverein Selters, sowie die Herren Jens Vaßbeck und Alexander Ghabour von der Firma Stuhlfauth Medizintechnik begrüßen. Die Moderation der Veranstaltung übernahm Alexander Ghabour, der auch als Geschäftsführer der Firma Stuhlfauth Medizintechnik fungiert, die die in den USA produzierten Defibrillatoren in Deutschland vertreibt.

Gleich zu Beginn spendete Alexander Ghabour der Stadt Selters ein großes Lob, als er meinte, die Stadt sei ein Vorzeigeprojekt im Hinblick auf die Anbringung der Defibrillatoren. „In einer viel größeren Stadt wie Bendorf sind nur zwei Geräte zugänglich, während in Selters sage und schreibe acht AED angebracht sind. Bei der Planung der Standorte wurde darauf geachtet, dass der nächste AED innerhalb von drei Minuten zu erreichen ist. Der Zeitfaktor spielt eine ganz wichtige Rolle beim Einsatz des AED. Eine Faustregel besagt, dass bei einem plötzlichen Herztod die Überlebenschance eines Patienten um 10 Prozent pro Minute sinkt, in der er nicht reanimiert wird.“ Mit dieser Aussage wurde unterstrichen, welche immens wichtige Bedeutung ein AED im Notfall hat, denn es geht um Leben und Tod.

Kerstin Müller-Klein und Carsten Steindorf demonstrierten dann an einer Übungspuppe den richtigen Einsatz des Gerätes. Im Notfall kann man eigentlich nichts falsch machen, denn der AED gibt mit ruhiger Stimme die Anleitung, wie Schritt für Schritt gehandelt werden muss. Den Ablauf haargenau zu schildern, würde hier zu weit führen, nur so viel war nach der Demonstration klar, niemand muss Angst haben, den AED zu bedienen. Ein Spruch der Einweisung lautete: „Man kann eigentlich nichts falsch machen, außer man tut nichts.“.


Einige wichtige Maßnahmen sollten dennoch erwähnt werden: Der Oberkörper des Patienten muss ganz entkleidet werden, und die Elektroden müssen glatt auf der Haut kleben. Für den Fall einer starken Brustbehaarung eines Patienten befindet sich in AED ein Einwegrasierer, auch ein Reinigungstuch ist vorhanden, um Schweiß zu entfernen. Das Gerät zeigt automatisch an, wie oft defibrilliert werden muss, das heißt, wie oft Stromstöße in den Körper des Patienten geschickt werden. Das Gerät ist ganz einfach zu bedienen, es kann auch bei Kindern eingesetzt werden, dann muss lediglich der Knopf für den Kindermodus gedrückt werden, die Anleitung erfolgt, genau wie bei einem Erwachsenen, über Sprachsteuerung. Als Kind wird betrachtet, wer nicht älter als acht Jahre ist und nicht über 25 Kilogramm wiegt. Da bei einem Notfall meistens mehrere Menschen vor Ort sind, sollte eine Person das Kommando bei der Reanimation führen.

Niemand braucht sich zu fürchten, denn das Gerät prüft selbstständig den Herzrhythmus und entscheidet, ob eine Schockabgabe notwendig ist, daher ist eine Fehldiagnose ausgeschlossen. Sobald der Deckel des AED geöffnet ist, folgt man nur der Sprachsteuerung, so einfach ist das.

Jeder der Teilnehmer/innen der Einweisungskurse hatte die Gelegenheit, den AED selbst an der Übungspuppe einzusetzen. Zusammengefasst kann gesagt werden, beim Einsatz klaren Kopf und Ruhe bewahren, Hektik und Panik bewirken das Gegenteil von Hilfe, und dann nur der Sprachsteuerung folgen, vergleichsweise wie bei der Benutzung eines Navis im Auto.

Hier sind noch die Standorte in Selters, an denen die Defibrillatoren angebracht sind:
Getränke Blum, Schützstraße 1, DRK-Haus, Bruchweg 1, Schuhhaus Kretzer Parkplatz Sayn-Center, Bahnhofstraße 28, Festhalle, Jahnstraße 14 Haupteingang, Schreinerei Schnug Gartenstraße 13, Öffentliches WC Kirchstraße 10b, Weber Bedachungen, Carport im Gänsstück 7, und Familie Dickopf, Wiesenstraße 3a, Eingang Forstamt. wear
       
     
Nachricht vom 26.07.2020 www.ww-kurier.de