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Kultur
Großes Vespa-Treffen im Stöffel-Park mit „WespaWald“
Ein schönes Spiel mit Worten haben sich die Macher vom Verein „WespaWald“ einfallen lassen, hört sich aber an wie der Westerwald. Hinter „WespaWald“ verstecken sich die Liebhaber des kultigen Blech- und Schaltrollers VESPA. Zum zweiten Mal hatten Jürgen Iwan und Jochen Lemper zum großen Vespa-Treffen in die urige Atmosphäre der Industriebrache „Stöffel-Park“ nach Enspel eingeladen.
Fotos: wearEnspel. Haben beim ersten Treffen 2019 noch rund 80 Freunde des fahrbaren Untersatzes den Weg in den Hohen Westerwald auf sich genommen, so waren es in diesem Jahr bereits 135 Teilnehmer. Gute Mundpropaganda sowie ein ansehnliches Rahmenprogramm sprechen sich halt unter den „Bikern“ herum. Hocherfreut zeigten sich die Veranstalter über den Verlauf des Events, denn immerhin fand das Vespa-Treffen an einem kompletten Wochenende von freitags bis sonntags statt, begleitet von annehmbarem Wetter.

Selbst aus dem fernen Baden-Württemberg kamen Vespa-Freunde aus dem immerhin rund 300 Kilometer entfernten Rothenburg ob der Tauber angereist, und das auf ihrem Schmuckstück. Wer drei Tage gebucht hatte, der konnte auf dem riesigen Gelände des Stöffel-Parks campen oder sein müdes Haupt in umliegenden Pensionen oder Hotels betten. Zum Schlafen waren die Fans des italienischen Schaltrollers jedoch nicht nach Enspel gekommen, in erster Linie wurde gefachsimpelt, und die prachtvoll herausgeputzten Roller der anderen neidlos bewundert. Neue Vespa-Roller waren bei dem Event nicht zugelassen, die Deadline der Baujahre war 1992. Als die Vespa-Roller in Reih und Glied aufgestellt waren, konnte man sich an einem sehr farbenprächtigen Gesamtbild laben. Darunter befanden sich echte Raritäten, zum Beispiel eine Vespa aus dem Jahr 1953, ansonsten durchgehend Vespas aus den folgenden Jahren bis 1992 begeisterten die Fans. Die Liebhaber der Vespas schnalzen mit der Zunge, wenn sie von den folgenden Modellen hören, die im Stöffel-Park begutachtet werden konnten: Vespa50, Vespa Primavera, Vespa 160 GS, Vespa 125 GT, Faro Basso, ACMA, und viele weitere Modelle.

Für den Außenstehenden erweckte es den Eindruck, als wenn dort ein großes Familientreffen stattfand, es vermischten sich Nostalgie und Gemütlichkeit zu einer unglaublich positiven Stimmung. Das ratternde und knatternde Geräusch der Motoren, in Verbindung mit dem Geruch von Zwei-Takter-Motoren, rundete das Ganze ab. Die Veranstalter haben den Teilnehmern ein gar vorzügliches Programm geboten: Geschicklichkeitsfahrten, Besichtigung des BMW-Museums in Steinebach oder eine Brauereibesichtigung der Westerwald-Brauerei in Hachenburg. Höhepunkt der ganzen Veranstaltung war jedoch unzweifelhaft eine Sternfahrt, eine Art Rallye, die von Enspel aus über Montabaur nach Bad Ems verlief, von das aus über Lahnstein nach Bendorf, weiter ging es nach Höhr-Grenzhausen, von dort durch Selters zurück nach Enspel. Es war kein Wettrennen auf Zeit, die Teilnehmer, die teilweise von Weit aus angereist waren, sollten die Schönheit der Westerwälder Landschaft kennenlernen und genießen.

Selbstverständlich wurden die 135 Teilnehmer nicht auf einen Schlag losgeschickt, das Teilnehmerfeld bestand aus zehn Gruppen, die zwischen zehn und 15 Teilnehmern hatten. Die einzelnen Gruppen wurden bei der WW-Rallye natürlich in großen Abständen auf die Reise geschickt. Da zurzeit die großen Motorräder mit ihren lauten und aufgemotzten Maschinen ein großes Thema sind, wollten die Veranstalter so Konflikte vermeiden, zum Beispiel bei Ortsdurchfahrten oder Überholmanövern durch andere Verkehrsteilnehmer. Auf jeden Fall kehrten alle Teilnehmer gesund und heil in den Stöffel-Park zurück, wo man sich erst bei kühlen Getränken sowie leckerem Eis der Westwood-Ice-Company von den Strapazen der Tour regenerierte. Dreh- und Angelpunkt der hervorragenden Verpflegung für alle Teilnehmer war der Landgasthof „Zur Quelle“ in Nistertal. Raffaela und Volker Benner sorgten wie immer rührend für ihre Gäste.

Die erste Vespa (zu Deutsch Wespe) wurde 1944 gebaut, sie trug den Namen „Paperino“ („Entchen“). Durch seine leichte, einfache Handhabung, dazu preiswert in der Anschaffung und sparsam im Verbrauch, wurde die Vespa in der Nachkriegszeit das Gefährt des kleinen Mannes. Die Weiterentwicklung der Vespa machte auch vor der Moderne nicht halt, seit 2018 wird sogar eine E-Vespa, ausgestattet mit einem Bord-Computer, angeboten.

Aufgrund der sehr positiven Rückmeldungen der Teilnehmer wird seitens WespaWald ins Auge gefasst, eventuell auch 2021 das nächste Vespa-Treffen zu organisieren. wear
       
       
       
Nachricht vom 25.07.2020 www.ww-kurier.de