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Musiker aus dem Gelbachtal spielten Mutmacher-Konzert
Niemand konnte so genau sagen, über wie viele Fenster das Seniorenzentrum Ignatius-Lötschert-Haus im Buchfinkenland verfügt. Am vergangenen Sonntag war an vielen dieser Fenster in Richtung Gackenbach jedenfalls was los: Grund dafür war das „Fensterkonzert“, zu dem die Gelbachtaler Musikanten im Hof des Altenheimes aufspielten.
„Fensterkonzert“ für die Bewohner des Horbacher Altenheimes. Fotos: privatHorbach. Dieses Mutmacher-Konzert war als solidarisches Zeichen der Musiker aus dem Gelbachtal und des Fördervereins der Einrichtung für dessen Bewohnerinnen und Bewohner gedacht. Diese durften über Wochen nur sehr eingeschränkt Besucher empfangen und das Gelände kaum verlassen. Auch wenn zuletzt die Einschränkungen etwas gelockert wurden, ist der Alltag im Altenheim doch weiterhin für Bewohner und Beschäftigte sehr belastend. Und die Gäste der Tagespflege dürfen diese weiterhin gar nicht besuchen.

Da kamen die Musiker grade zur richtigen Zeit um mit bekannten Melodien Mut zu machen. „Es ist so schön, dass wir mit unserer Musik dazu beitragen können, dass die Hoffnung bei den Bewohnern nicht verloren geht“, so Dirigent Wolfgang Lang. Gemeint war die Hoffnung darauf, dass sich das Leben im Seniorenzentrum bald wieder weitgehend normalisieren kann. Dazu beigetragen hatten schwungvoll gespielte und allseits bekannte Stücke wie „Egerland, Heimatland“, „Spansih eyes“ oder der „47er Regimentsmarsch“. Nicht fehlen durfte am Schluss das Westerwaldlied, bei dem viele zum Mitsingen animiert wurden.

"Gerade für die alten Menschen in unserem Haus ist der wirkliche Kontakt durch kein Medium zu ersetzen", so Heimleiter Franz Schmitz. So war es für ihn nicht verwunderlich, dass viele Bewohner und Pflegekräfte auf Stühlen im Hof und auf der Wiese sowie an offenen Fenstern die stimmungsvolle Musik erleben wollten. "Es war für uns alle tief berührend“, meinte eine Vertreterin des Heimbeirates. Auch wenn zunächst bedrohliche Regenwolken aufzogen und ein frischer Wind die Notenblätter durcheinanderwirbelte.

Das gelungene Konzert soll nicht das letzte dieser Art gewesen sein. „Es wäre schade, nur einen einzigen kleinen Lichtblick in musikalischer Form ins Ignatius-Lötschert-Haus zu schicken“, waren sich alle Beteiligten in ihrer Einschätzung einig. Diese freuten sich darüber, dass das Blasorchester Daubach für das nächste Fensterkonzert bereits zugesagt hat. Sicher werden sich noch weitere Musiker oder Sänger finden, die dazu beitragen wollen, die Negativ-Stimmung rund um die Pandemie für die über 100 alten Menschen im Seniorenzentrum zu mildern…und das wegen Einhaltung der Hygienevorschriften garantiert ohne Ansteckungsgefahr.

Doch die Gäste aus dem Gelbachtal hatten nicht nur ihre wohlklingenden Instrumente mit ins Buchfinkenland gebracht: der Ettersdorfer Ortsvorsteher Karl Ortseifen überreichte für die Dorfgemeinschaft dem Vorsitzenden des Seniorenzentrums-Fördervereins, Uli Schmidt, eine Spende von (fast) 555 Euro. Der Betrag war zusammengekommen aus der Bewirtung der inzwischen in der Region renommierten Kulturveranstaltung „Kabarett am Gelbach“, die jährlich Ende Januar an zwei Tagen in der Ettersdorfer Gelbachtalhalle stattfindet. „Solche Spenden sind wichtig, um die vielfältigen Aktivitäten unseres Vereins und das Projekt 555 Schritte mit Leben zu füllen“, so der Vorsitzende mit einem herzlichen Dank an die anwesenden Vertreter/innen der regen Ettersdorfer Dorfgemeinschaft…und an die Gelbachtaler Musikanten. (PM)
 
Nachricht vom 02.07.2020 www.ww-kurier.de