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Evangelischer Autogottesdienst in Stein-Neukirch
Einfahrt war ab Viertel nach fünf. Dann kamen die Autos im Minutentakt. Die Einweiser an der Zufahrt zur Kirmeswiese in Stein-Neukirch und diejenigen, die die Autofahrer in die vorgesehenen Spuren lotsten, hatten alle Hände voll zu tun. Rund 100 Autos standen schließlich in Reihen zu je neun Wagen auf der Wiese. Besetzt mit meist zwei bis vier Familienmitgliedern, die ab 18 Uhr den ersten Autogottesdienst der Evangelischen Kirchengemeinden Neukirch, Liebenscheid und Rabenscheid erleben wollten.
Pfarrer Eckhard Schmitt freute sich über die gute Resonanz für den Autogottesdienst in Stein-Neukirch. Fotos: Sabine Hammann-GonschorekStein-Neukirch. An der Frontseite der Kirmeswiese stand ein großer roter Traktor mit einem knapp zehn Meter langen Heuwagen als Bühne. „Es ist ein Probelauf,“ sagte Pfarrer Eckhard Schmitt kurz vor dem ungewöhnlichen Gottesdienst am Pfingstsonntag „Ich weiß noch nicht, ob das funktioniert.“

Die Organisation vorab klappte schon mal gut. Die Kirmeswiese war gemäht und vom örtlichen Sportverein Fahrspuren mit Kreide aufgestreut worden. Das Gelände wurde behördlich abgenommen. Die Beschallung per Lautsprecher übernahm die örtliche Firma Tonhaus. „Die Lautstärke wird durch die Höhe der Fensterscheiben reguliert“, scherzte Pfarrer Schmitt.

Inzwischen wurde es eng auf der Kirmeswiese. Gerade als der Platz sich bedenklich dem Ende neigt, rollte das letzte Auto heran. Pünktlich um 18 Uhr begann der Gottesdienst. Begrüßung, Gebete, Predigt, Anspiel – und viel Musik mit der Jugendband Cornerstone und dem Posaunenchor Stein-Salzburg. Statt Applaus wurde gehupt. Und es durfte wieder gesungen werden im Gottesdienst. Ohne Maske im eigenen Auto kein Problem.

In seiner Predigt über den Bibeltext aus Johannes 14 sprach Pfarrer Schmitt über den Heiligen Geist, der an Pfingsten zu den ersten Christen kam. Gott wolle in unseren Herzen Wohnung nehmen durch den Heiligen Geist, sagte Schmitt. Gottes Geist sorge dafür, dass die Worte der Bibel für die Leser und Hörer lebendig werden. Mit einem letzten Lied der Jugendband war der Gottesdienst nach gut einer Stunde beendet. Danach verließen die Autos wieder in geordneten Fahrspuren die Kirmeswiese.

Pfarrer Schmitt war zufrieden mit dem Verlauf: „Alles hat prima geklappt.“ Die vielen interessierten Besucher sorgten für eine tolle Resonanz des Autogottesdienstes. Dazu waren einige vorbeifahrende Autos und Fahrradfahrer stehengeblieben, um dem ungewöhnlichen Gottesdienst für ein paar Minuten zu folgen.

Am kommenden Sonntag wollen die Evangelischen Kirchengemeinden Neukirch, Liebenscheid und Rabenscheid aber, erstmalig seit Corona, wieder in einer Kirche Gottesdienst feiern. An zwei Termine in ihrer größten Kirche in Rabenscheid, um die Abstandsregeln einhalten zu können. (shg)
   
Nachricht vom 31.05.2020 www.ww-kurier.de