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Nachricht vom 09.03.2020
Politik
Land fördert Krankenhäuser mit mehr als 120 Millionen Euro
In diesem Jahr erhalten die Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz im Rahmen des Krankenhausinvestitionsprogrammes 66 Millionen Euro für bauliche Investitionen. Das diesjährige Krankenhausinvestitionsprogramm verteilt sich auf 27 Krankenhausstandorte und Tageskliniken im Land. Neuwied, Dernbach/Oww. und Linz stehen auf der Liste.
SymbolfotoMainz/Region. Insgesamt enthält der Krankenhausinvestitionsprogramm 28 Einzelmaßnahmen, von denen für 26 in diesem Jahr erstmalig Fördermittel bewilligt werden können. Bei den übrigen zwei Maßnahmen sind bereits in vergangenen Förderperioden erste Bewilligungen erteilt worden.

Der größte Teil der Fördermittel wird im Rahmen des Krankenhausinvestitionsprogramms in diesem Jahr für den Neubau sowie die Erweiterung und Modernisierung von OP-Abteilungen bereitgestellt. Dazu Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler: „Das Ministerium legt größten Wert darauf, dass gerade die OP-Abteilungen in den Krankenhäusern den neuesten baulichen und hygienischen Anforderungen entsprechen und investiert in diesem Bereich knapp 17 Millionen Euro." Fünf Krankenhäuser erhalten Fördermittel für OP-Abteilungen: Fünf Millionen Euro sind jeweils für das St. Nikolaus-Stiftshospital in Andernach und für das Marienhaus Klinikum Bitburg vorgesehen, vier Millionen Euro für das St. Joseph-Krankenhaus Prüm. Weitere Mittel wurden für die OP-Abteilung des Franziskus-Krankenhauses Linz und für den Kreißsaal-OP des Elisabeth-Krankenhauses Neuwied eingeplant.

Ein weiterer großer Förderschwerpunkt sind wieder die Pflegebereiche. Rund 15 Millionen Euro stehen für die Erweiterung und Modernisierung der Bettenhäuser zur Verfügung. Vorrangig sollen Räumlichkeiten für Bettenzimmer mit geringer Bettenzahl geschaffen werden. Ziel ist es auch, alle Bettenzimmer mit Nasszellen, bestehend aus WC, Waschbecken und Dusche, auszustatten. „Mit den Investitionen in die Bettenstationen kann sowohl die pflegerische Betreuung der Patientinnen und Patienten als auch die Arbeitssituation für das Pflegepersonal deutlich verbessert werden", so die Ministerin.

Ein dritter Schwerpunkt der Landesförderung 2020 ist die Förderung weiterer Funktionsbereiche, wie Radiologien und Endoskopien. „Für die Versorgung der Patientinnen und Patienten sind die Funktionsbereiche sehr bedeutend. Hier ist es wichtig, dass wir auch den medizinisch-technischen Fortschritt berücksichtigen", so die Ministerin. Für die Funktionsbereiche werden mehr als 6 Millionen Euro bereitgestellt.

Die Psychiatrie stellt ebenfalls erneut einen Förderschwerpunkt dar. Hier geht es vor allem um den weiteren Ausbau des stationären und des teilstationären psychiatrischen Angebots. Das Land stellt dafür knapp 6 Millionen Euro bereit, davon sind zwei Millionen Euro für die Erweiterung der psychiatrischen Tagesklinik in Dernbach vorgesehen.

Größere Förderbeträge fließen zudem in die Zusammenführung und Umstrukturierung von Krankenhäusern. Die Ministerin nannte beispielhaft das Gemeinschaftsklinikum Koblenz und wies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung von Fusionen hin. „Die Krankenhauslandschaft befindet sich in einem Wandel; es müssen teilweise neue Wege beschritten werden, um die Krankenhäuser zukunftsfähig aufzustellen. Ich bin nach wie vor überzeugt, Zusammenschlüsse von Krankenhäusern sind in vielen Fällen genau der richtige Weg, um eine nachhaltige medizinische Versorgung zu gewährleisten."

Auch für die Miete und Erweiterung beziehungsweise Schaffung von Ausbildungsstätten sind Fördermittel vorgesehen, und zwar in Höhe von insgesamt 3,6 Millionen Euro. Damit werden Ausbildungsstätten über die Fördermöglichkeiten im Krankenhausstrukturfonds und die pauschalen Fördermittel hinaus gefördert.

„Mir ist es ein Anliegen, die investive Förderung der Ausbildungsstätten deutlich zu verbessern, um die Krankenhäuser bei der Ausweitung der besetzten Ausbildungsplätze zu unterstützen. Insbesondere durch den Bau oder die Erweiterung von Schulgebäuden werden die Ausbildungszahlen in der Krankenpflege oder Physiotherapie steigen und so dem bestehenden Fachkräfteengpass durch Ausbildung entgegengewirkt", so die Ministerin. (PM)
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