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Region
Ein Gottesdienst, der um die Welt geht
Er ist eine der größten ökumenischen Bewegungen weltweit und spannt bereits seit 1927 ein internationales Netz von Gebet und Solidarität um den Globus: Der „Weltgebetstag der Frauen“ steht am ersten Freitag im März jedes Jahres fest im Veranstaltungskalender evangelischer und katholischer Gemeinden weltweit. Christinnen aus 120 Ländern nehmen daran teil.
Simbabwe Komitee. Foto: Foto: World Day of Prayer International ComiteeLiturgie kommt aus Simbabwe
Westerburg. Unter dem Bibelvers „Steh auf und geh!“ aus dem Johannes-Evangelium haben in diesem Jahr Frauen aus Simbabwe die Liturgie des Weltgebetstags vorbereitet. Das sagt Jesus dem Kranken am Teich Bethesda und heilt ihn nach jahrzehntelanger Krankheit (Johannes 5, 2-9) Das Motto 2020 lädt auch dazu ein, sich den Erfahrungen, Sorgen und Hoffnungen der Frauen in Simbabwe zu öffnen. Simbabwe liegt eingebettet zwischen Südafrika, Botswana, Sambia und Mosambik. Es gibt beeindruckende Naturschönheiten wie die weltberühmten Viktoria-Wasserfälle und Naturparks mit reicher Tier- und Pflanzenvielfalt. Mit einer Größe von ungefähr 390.500 Quadratkilometern ist es etwas größer als Deutschland. Der Name leitet sich vom Shona-Begriff für „Steinhäuser“ oder „alte Häuser“ ab und erinnert an das Großreich Simbabwe, das im 13. Jahrhundert entstanden ist.

Misswirtschaft und Währungskrise in Simbabwe
Für die Grundversorgung der Bevölkerung werden in Simbabwe rund 80.000 Tonnen Mais pro Monat benötigt. Laut der Agentur Reuters beträgt die Getreidereserve Simbabwes derzeit ungefähr 100.000 Tonnen. Es zeichnet sich also ab, dass die Vorräte Ende Februar verbraucht sein werden und das Land vor einer Hungersnot steht.

„In der gegenwärtigen Krise versäumen Mädchen im schulpflichtigen Alter den Schulbesuch, um sich für die Essensausgabe durch Hilfsorganisationen anzustellen“, sagt ein Mitarbeiter einer simbabwischen Partnerorganisation des Weltgebetstags. Ihre Arbeit sei gerade jetzt besonders wichtig, damit Benachteiligungen von Frauen und Mädchen durch die Krise nicht noch weiter verschärft werden.

Das südliche Afrika ist eine vom Klimawandel besonders betroffene Region. Verschärft hat sich die Situation durch den Zyklon Idai, der im März 2019 – der Erntezeit im südlichen Afrika – einen Großteil der Ernte und damit auch des Saatguts zerstört hat. Allein in Simbabwe sollen laut den UN acht Millionen Menschen unter Nahrungsmittelknappheit leiden.

Zudem hat Simbabwe mit den Folgen der jahrzehntelangen staatlichen Misswirtschaft zu kämpfen. Die Landwirtschaft in Simbabwe, der einstigen Kornkammer der Region, liegt seit der Landreform zu Beginn des Jahrtausends darnieder. Hinzu kommt eine aktuell massive Währungskrise. Der Verfall der Währung scheint kaum noch aufzuhalten.

Weltgebetstag in der Region
In zahlreichen Kirchen und Gemeindehäusern im Bereich des Westerwaldes wird der Weltgebetstag in diesem Jahr gefeiert. Eine Auswahl gibt es hier:

Alle genannten Gottesdienste finden am Freitag, den 6. März statt.
• Evangelische Kirchengemeinde Unnau, Kirchweg 12, um 19 Uhr mit anschließendem Zusammensein im Bistro;
• Evangelische Kirchengemeinde Kroppach, mit dem Frauenkirchenchor Mudenbach, in der Kapelle in 57614 Mudenbach, um 19 Uhr;
• Katholische Pfarrkirche St. Adelphus in 56459 Salz, um 19 Uhr;
• Evangelische Schloßkirche in Hachenburg, um 19:30 Uhr mit anschließendem Zusammensein in der Kirche;
• Katholische Kirche Langendernbach, zusammen mit Willmenrod, Gemünden und Irmtraut, um 19 Uhr mit anschließendem Zusammensein im Pfarrheim Langendernbach;
• die Willkommensgemeinde Freirachdorf/Roßbach und die Evangelischen Kirchengemeinden Höchstenbach und Wahlrod feiern den Weltgebetstagsgottesdienst um 19 Uhr in der Evangelischen Kirche Roßbach mit anschließendem Zusammensein im Gemeindehaus;
• Freie Evangelische Gemeinde, Brückenstraße 2 in Westerburg, um 18 Uhr, in Vorbereitung durch evangelische, katholische und freikirchliche Frauen, im Anschluss wird zu einem Imbiss eingeladen;
• Evangelische Kirchengemeinde Bad Marienberg, in der Evangelischen Kirche in Fehl-Ritzhausen, um 19 Uhr, im Anschluss Zusammensein in der Kirche.

Stichwort: Weltgebetstag
Am jährlich stattfindenden Weltgebetstag wandern Gottesdienste und Gebete 24 Stunden lang um den Erdball und verbinden Frauen in mehr als 120 Ländern der Welt miteinander. In den vergangenen 130 Jahren hat sich der Weltgebetstag zur größten Basisbewegung christlicher Frauen entwickelt. Sie beten und engagieren sich über Konfessions- und Staatsgrenzen hinweg überall auf der Welt dafür, dass alle Menschen, vor allem aber Frauen und Mädchen, in Frieden, Gerechtigkeit und Würde leben können. Der Weltgebetstag der Frauen in seiner heutigen Form hat schon eine über 90 Jahre alte Tradition, seine Wurzeln reichen aber schon in die 1880er-Jahre zurück: Im Jahr 1927 schließlich riefen nordamerikanische Christinnen unterschiedlicher Konfessionen erstmals weltumspannend zu einem Tag des Gebets und der christlichen Frauensolidarität auf. Eine der Antriebsfedern dafür waren sicherlich die Erfahrungen mit dem Ersten Weltkrieg und in dessen Folge das Eintreten der Frauen für Frieden, Überwindung von Grenzen und „Weltfreundschaft“. Ein US-amerikanisches Frauenmagazin berichtete damals über den Weltgebetstag als „begeisternden Gedanken, dass zum ersten Mal in der Geschichte der Welt christliche Frauen und Mädchen aller Länder sich an einem Tag zum Gebet vereinigen werden“. (shg)
   
Nachricht vom 22.02.2020 www.ww-kurier.de