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Politik
Gedenkspaziergang Hachenburg mit vielen Teilnehmern
Am Abend des 28. Dezember fand zum mittlerweile siebten Mal der Gedenkspaziergang zur Erinnerung an Nihat Yusufoglu statt, welcher wie bereits in den letzten Jahren von der Initiative gegen das Vergessen organisiert und durchgeführt wurde. Der damals 17-jährige Nihat wurde am 28. Dezember 1990 von einem 20-Jährigen erstochen, nachdem es zuvor zu rassistischen Provokationen gegenüber Nihats Familie gekommen war.
Wider das Vergessen. Fotos:  Alex FeldnerHachenburg. Der Gedenkspaziergang startete am Alten Markt mit einer Rede des Landtagspräsidenten Hendrik Hering und führte die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einigen in der Innenstadt verlegten Stolpersteinen vorbei. An diesen wurde über das Schicksal der einst dort lebenden jüdischen Familien berichtet.

Der Verbandsgemeinde-Bürgermeister Peter Klöckner berichtete am jüdischen Denkmal von dem Abend, an welchem Nihat erstochen wurde, „ich kann mich noch sehr gut an diesen Abend erinnern“. Bei der Zwischenkundgebung an der Ecke Johann-August-Ring / Neugasse wurde auf das in diesem Jahr in Hachenburg eröffnete „Braune Haus“ und dessen Gefahren hingewiesen. In diesem Kontext thematisierte die Rede ebenso die rechtsextremen Strategien und Netzwerke der AfD im Westerwald.

Wie in jedem Jahr fand die Schlusskundgebung an der Gedenktafel für Nihat Yusufoglu statt. Diese befindet sich gegenüber des damaligen Wohnhauses der Familie Yusufoglu an der Fassade des Parkhauses am Alexanderring. Der Vorsitzende des DGB Koblenz, Sebastian Hebeisen, berichtete hier unter anderem über Angriffe von Rechtsextremen aus dem Westerwald auf Veranstaltungen im und außerhalb des Westerwaldes, um daraufhin mit einem Schlusswort zu motivieren, weiterhin zusammen gegen alte und neue Nazis zu kämpfen.

Die Teilnehmerzahlen bleiben trotz der niedrigen Temperaturen seit Jahren konstant und die Veranstaltung weckt weiterhin das Interesse verschiedenster Gruppen und Menschen allen Alters. ( Alex Feldner)
       
     
Nachricht vom 30.12.2019 www.ww-kurier.de