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Kultur
Marienstatter Schüler diskutieren mit Philosophieprofessor
Wie bereits in den vergangenen beiden Jahren wurde auch in diesem Jahr von der Fachschaft Philosophie des Privaten Gymnasiums Marienstatt ein Gastreferent zu einem Vortrag eingeladen. In der Annakapelle der Schule widmete sich Professor Schönecker von der Universität Siegen vor über hundert Schülerinnen und Schülern, Lehrern unterschiedlicher Fachbereiche und Schulleiter Andreas Wiemann-Stuckenhoff dem Thema Meinungsfreiheit.
Vortrag von Professor Schönecker im FB Philosophie am Gymnasium in Marienstatt. Fotos: privatMarienstatt. In seinem Vortrag berichtete Professor Schönecker von seinem Universitätsseminar zum selben Thema vor einem Jahr. Da unter den Gastrednern, die politisch sowohl im rechten wie im linken Spektrum angesiedelt waren, auch umstrittene Personen wie Thilo Sarrazin von der SPD und Marc Jongen von der AfD waren, kam es zu starken Protesten und Diskussionen, die national durch die Presse gingen. In verschiedenen Medien wie der FAZ und dem WDR Radio nahm Professor Schönecker hierzu Stellung und distanzierte sich persönlich von der AfD.

Vor den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Marienstatt verteidigte er seine stark liberale Auffassung zur Meinungsfreiheit mit verschiedenen philosophischen Argumenten. Unter anderem machte er mit Bezug auf den englischen Philosophen John Stewart Mill darauf aufmerksam, dass auch die Auseinandersetzung mit nach eigener Ansicht falschen Meinungen ihren Wert habe, da sie den Blick auf die eigene Position schärfe und einen zwinge, diese Position mit Argumenten zu verteidigen, anstatt sie für selbstverständlich zu nehmen. Sein „Demokratieargument“ besagt, dass unterschiedliche Meinungen und das Aushalten von unterschiedlichen Meinungen essentiell für eine Demokratie seien, da nur auf diese Weise eine echte Wahlfreiheit bestünde.

Im Anschluss an seinen Vortrag stellte sich Professor Schönecker einer lebhaften Diskussion mit den Schülerinnen und Schülern, die eine Vielzahl von Einwänden vorbrachten. Alle Teilnehmer konnten sich schnell darauf einigen, dass Meinungen nicht beleidigend oder diffamierend sein dürfen. Unterschiedliche Auffassungen gab es unter anderem zu der Frage, wo und wie die Grenzen bei Meinungsäußerungen gezogen werden können. Am Ende war klar, dass es sehr viele unterschiedliche Meinungen zum Thema Meinungsfreiheit gibt.
 
Nachricht vom 14.12.2019 www.ww-kurier.de