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Wirtschaft
17. Empfang des Handwerks Rhein-Westerwald in Landesblindenschule Neuwied
Die Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald hatte am Samstag, den 23. November zum Empfang des Handwerks in die Aula der Landesblindenschule in Neuwied eingeladen. Im Mittelpunkt standen die Ehrungen der jahrgangsbesten Prüflinge 2019 und die Jubiläen „25 Jahre Meisterprüfung“. Der Moderator des Tages, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Michael Braun, konnte auf eine voll besetzte Aula blicken.
Der Vorsitzende Kreishandwerkermeister Rudolf Röser begrüßt. Fotos: Wolfgang TischlerNeuwied. Der Vorsitzende Kreishandwerkermeister Rudolf Röser konnte neben den zu Ehrenden, viele Politiker aus der Kommunal-, Landes- und Bundespolitik und Vertreter der Wirtschaft begrüßen. Besonders freute sich Röser, dass der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, den Weg von Köln nach Neuwied gefunden hatte. Ein besonderer Gruß galt auch den Schulleitern, Lehrern, Ausbildern und den Mitgliedern der Prüfungskommission.

„Tradition ist ein wichtiger Bestandteil des Handwerks. Wir erleben gerade spannende Zeiten. Wir haben volle Auftragsbücher, aber auch Probleme mit dem Nachwuchs. Vielfach sind anstehende Unternehmensnachfolgen nicht geregelt oder absehbar“, meinte Röser. Freude drückte er darüber aus, dass jetzt wieder für zwölf Handwerksberufe die Meisterpflicht eingeführt wird.

Grußworte
Für die Sparkasse Neuwied und die Sparkasse Westerwald-Sieg sprach Dr. Hermann-Josef Richard ein Grußwort. Er erinnerte an die beiden großen Handwerker unserer Region, David Roentgen und den Uhrmacher Peter Kintzing. Die Sparkassen seien mit dem Handwerk seit ihrer Gründung stark verbunden und werden es auch bleiben. Zu der aktuellen Diskussion um Negativzinsen hatte er eine ganz klare Meinung: „Wir lehnen sie rundweg ab.“

Landrat Achim Hallerbach ging in seinem Grußwort für die kommunale Familie auf die Neugründung „Wir Westerwälder“ mit Sitz in Dierdorf ein. „Junge Leute haben uns gesagt, dass sie gerne hier in ihrer Heimat bleiben und nicht unbedingt in die Ballungszentren ziehen wollen. Dies ist eine Chance für das Handwerk, auf das sich unser Wohlstand gründet. Der Trend zum Studium hält allerdings immer noch an“, sagte Hallerbach. Als Information gab er an die Handwerker weiter, dass bis 2022 der Kreis 22 Millionen Euro an den Schulen im Kreis verbauen wird. „Ich hoffe, dass das meiste Geld hier in der Region bleibt“, meinte er abschließend.

Der Goldene Boden des Handwerks hat noch keine Risse
Der Präsident des Zentralverbandes des deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, erklärte in seinem Vortrag, dass das Handwerk zu dem ländlichen Raum stehe. “Es ist schon ein tolles Gefühl zur Handwerkerschaft zu gehören. Ich kann die jungen Leute nur ermutigen den Weg zum Meister zu gehen“, erzählte Wollseifer und reflektierte seinen Weg, wie er das Unternehmen seines Vaters übernahm, anstatt zu studieren.

Das Handwerk ist derzeit der Motor für die Konjunktur. Im kommenden Jahr wird noch Wachstum bis zu vier Prozent prognostiziert. „Ohne das Handwerk wären wir schon in einer leichten Rezession“, konstatierte Wollseifer. Sorge bereite ihm der Vormarsch der Populisten der linken und der rechten Ränder. An die Politik gerichtet erklärte er, dass die Bevölkerung auf viele Fragen eine Antwort von der Politik erwarte, sie aber nicht bekomme.

Ehrungen

Durch Zuhal Utac wurden die erfolgreichen Gesellinnen und Gesellen auf die Bühne gebeten und gebührend geehrt. Die Friseurmeisterin Sandra Büttner-Velten bat die Meister, die ihr 25-jähriges Jubiläum feiern, zur Ehrung. Eine ganz herausragende Ehrung wurde Hermann Kohlenberg zuteil, er erhielt den diamantenen Meisterbrief für 60 Jahre Meisterprüfung. Besonders erwähnt wurde der Informationselektroniker Marius Spieß aus Woldert, der zweiter Innungssieger, erster Kammersieger, erster Landessieger und dann noch erster Bundessieger werden konnte.

Zwischen den einzelnen Reden und Ehrungen traten Christine Gomolka (Gesang) und Konstantin Kopenhagen (Flügel) auf die Bühne und sorgten für die musikalische Unterhaltung. Nach dem Schlusswort von Kreishandwerksmeister Wolfgang Becker ging man zum gemütlichen Beisammensein und interessanten Gesprächen über. (woti)
       
       
       
   
Nachricht vom 23.11.2019 www.ww-kurier.de