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Krankenhaus-Neubau: Land lässt Gutachten extern bewerten
Noch ist nicht entschieden, an welchem Standort das neue Krankenhaus nach der Zusammenlegung des DRK-Verbundkrankenhauses Altenkirchen-Hachenburg gebaut wird. Eine Studie des Bremer Institut für betriebswirtschaftliche und arbeitsorientierte Beratung (BAB) favorisierte Flächen vor den Toren Hachenburgs. Dagegen macht sich Widerstand breit. Auch das Land will weiter prüfen.
Das DRK-Krankenhaus Altenkirchen und das DRK-Krankenhaus Hachenburg sollen an einem Standort zusammen geführt werden. (Foto: DRK/Archiv AK-Kurier)„Die Vergangenheit hat gezeigt, dass hinsichtlich des Krankenhausstandortes Altenkirchen / Hachenburg die Standortfrage ganz entscheidend ist. Das vom Krankenhausträger beauftragte Gutachten mit mehreren favorisierten Standorten ist eine gute Basis für diese Entscheidung. Das bedeutet aber nicht, dass es ungeprüft seitens des Landes zur Grundlage gemacht werden kann. Das Land wird daher das vorliegende Gutachten extern bewerten lassen", sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler am Freitag anlässlich der Aufsichtsratssitzung der DRK Süd-West GmbH. Insbesondere werde die Landesregierung prüfen lassen, ob die Annahmen und die Gewichtung der Kriterien nachvollziehbar sind.

Die Ministerin betonte: „Ich erwarte vom Träger zudem, dass er sich mit dem Gesundheitsministerium abstimmt, bevor eine Festlegung in der Standortfrage erfolgt. Eine Landesförderung kann es nur für ein Krankenhaus an einem gut erreichbaren und zukunftsfähigen Standort geben. Besonders wichtig für die Zukunftsfähigkeit ist, dass der Standort vor Ort akzeptiert und angenommen wird. Die Reaktionen auf das Gutachten haben gezeigt, dass der favorisierte Standort in Hachenburg in großen Teilen der Bevölkerung vor Ort keine Akzeptanz findet. Das muss berücksichtigt werden."

Die Ministerin machte deutlich, dass die Förderung eines Krankenhausneubaus zu Lasten anderer Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz nicht der richtige Weg sein kann. Bei der Gewichtung der Kriterien des Gutachtens könne deshalb das Kriterium der Marktanteile aus Sicht des Landes keine ausschlaggebende Rolle spielen. „Ich stehe zu diesen Fragen im Dialog mit den Beteiligten, wobei sich alle einig sind, dass die Standortfrage zeitnah geklärt werden muss und nicht zum Scheitern des Vorhabens führen darf. Die weiteren Schritte werden nach der heutigen Aufsichtsratssitzung mit dem Krankenhausträger abgestimmt", erklärte Bätzing-Lichtenthäler.

Für DRK ist Finanzierung entscheidend
Für den DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz und den Aufsichtsrat der
DRK Trägergesellschaft Süd-West steht die Standortfrage erst an zweiter Stelle. Wichtiger sei die Finanzierung des Baus. „So intensiv die Diskussion um den möglichen Standort auch geführt wird – erst muss die Finanzierung stehen“, betonte Rainer Kaul, Präsident des DRK-Landesverbandes Rheinland-Pfalz und Aufsichtsratsvorsitzender im Anschluss an die Aufsichtsratssitzung der DRK Süd-West GmbH. „Da für die Finanzierung eine Förderung in notwendiger erheblicher Höhe der geplanten Errichtungskosten von rund 100 Millionen Euro (für rund 300 Betten) erforderlich ist, haben wir die Geschäftsführung beauftragt, nun zügig mit dem Ministerium die Förderhöhe und den Versorgungsauftrag abzuklären“, so Rainer Kaul.

Zwischen allen Beteiligten im Aufsichtsrat herrscht Einigkeit darüber, dass der Neubau sowohl für Patienten als auch für die gegenwärtigen und künftigen Mitarbeiter attraktiver sein wird, als die beiden bisherigen Standorte jeweils für sich gesehen. Der Aufsichtsrat schließt sich dennoch der Empfehlung des BAB Instituts für den Standort bei Hachenburg an. „Gutachten und Empfehlung des BAB Instituts sind für den Aufsichtsrat nachvollziehbar. Deshalb haben wir die Geschäftsführung ebenfalls beauftragt, alle notwendigen Schritte für eine Entscheidung und zügige Umsetzung in die Wege zu leiten“, fasst Rainer Kaul in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender die Ergebnisse der Aufsichtsrats-Sitzung zusammen. „Wir erwarten ein verkehrs- und leitungsmäßig vollständig erschlossenes Grundstück einschließlich eines Bahnhaltepunktes“, formuliert Geschäftsführer Bernd Decker die Anforderungen deutlich. „Dieses soll für den Neubau kostenfrei zur Verfügung stehen.“(PM)
Nachricht vom 08.11.2019 www.ww-kurier.de