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Für eine Ziege in Afrika: Frauenfrühstück in Dreifelden
„Geld für die Ziege“ ist ein geflügeltes Wort beim Frauenfrühstück im Evangelischen Gemeindehaus in Dreifelden. Damit gemeint ist der freiwillige Geldbetrag, den die rund ein Dutzend Frauen regelmäßig sammeln, um ihn einem gemeinnützigen Zweck zu spenden. Viele Jahre war das ein Projekt, bei dem in Afrika Familien eine Ziege und ein kleines Stück Land zur Verfügung gestellt wurden, um die Selbstversorgung zu ermöglichen.
Andrea Boucsein-Kuhl (rechts) leitet seit vielen Jahren das Dreifelder Frauenfrühstück. Fotos: Sabine Hammann-GonschorekDreifelden. „Inzwischen wechseln sich die unterstützten Projekte ab, aber jedes neue Hilfsprojekt heißt immer noch „Ziege“, lacht Andrea Boucsein-Kuhl. Sie ist seit vielen Jahren Leiterin des Evangelischen Frauenfrühstücks in Dreifelden. Außerdem engagiert sie sich im Ökumenischen Frauentreff Freilingen-Rückeroth, bei der Organisation des Weltgebetstages der Frauen und in der Notfallseelsorge.

Das Frauenfrühstück in Dreifelden existiert schon seit rund 30 Jahren. Ursprünglich war es ein Mutter-Kind-Kreis, der sich in der Kirche traf und später ins Gemeindehaus umzog. Als die Kinder größer wurden, trafen sich die Frauen allein weiter. Das Bestreben, soziale Projekte in der Region und auch darüber hinaus zu unterstützen, gehörte immer dazu.

Im Dezembertreffen frühstücken die Frauen im Café des Marktplatzes 8 der Diakonie in Westerburg und erweitern ihre Rechnung um eine Spende. Zudem unterstützt das Frauenfrühstück aktuell ein Frauen-Projekt in Namibia, zu dem ein enger persönlicher Kontakt besteht.

Die Freilingerin Andrea Boucsein-Kuhl stieß einst als Referentin zu der Gruppe und blieb. Auch andere Referentinnen kamen danach als Teilnehmerinnen wieder. „Was mir gut gefällt: Wir sind uns hier sehr nah, aber im Alltag durchaus auch fern. Hier respektiert jeder jeden, egal wie unterschiedlich wir auch sein mögen“ erzählt eine Teilnehmerin.

Das Frauenfrühstück findet jeden zweiten Mittwoch im Monat statt. Ein Termin, den die rund 15 Frauen nicht missen mögen. „Manchmal kommt man her und ist total erledigt. Und wenn man geht, geht es einem wieder gut“, fasst eine der Frauen die heilsame Atmosphäre der Frühstückstreffen zusammen. An diesem Vormittag hat Andrea Boucsein-Kuhl eine Andacht vorbereitet. An machen Terminen werden Referenten zu den unterschiedlichsten Inhalten eingeladen, an anderen stellen sich die Teilnehmerinnen selbst Themen und erarbeiten diese. „Wir sind sehr wissbegierig und immer bestrebt neue Dinge zu lernen und Erkenntnisse zu gewinnen“, sagt Bouscein-Kuhl. Umweltthemen, Diakonie, Ökumene und Mission kommen dabei immer wieder vor. Spontane Impulse, persönliche Zeugnisse und manchmal Gesang gehören ebenfalls zu den Vormittagstreffen. Danach werden die Frühstücksteller abgeräumt und man freut sich schon wieder auf das nächste Treffen. „Man ist sich ja für vier Wochen aus den Augen, aber nie aus dem Herzen“, sagt eine der Frauen. (shg)
   
Nachricht vom 21.10.2019 www.ww-kurier.de