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Herbstlicher Vogelzug am Wiesensee erlebt
Weltweit zieht im Herbst und Frühjahr ein Teil der Vögel in südliche Gefilde und im Frühjahr, wenn es wieder wärmer wird, kommen sie zur Brut in geeignete Lebensräume zurück. Ganz bekannt sind hier unsere Weiß- und Schwarzstörche, die vielfach sogar in Folgejahren mit der Partnerin im gleichen Nest brüten. Das haben erst die Beringungen von Vogelkundlern gezeigt. Die Leitung der Beobachtungsexkursion hatte Georg Fahl, Meudt-Eisen.
Beobachter des herbstlichen Vogelzugs am Wiesensee. Fotos: Peter FaselHundsangen. Der Referent der am 6. Oktober durchgeführten Zugvogelexkursion Georg Fahl aus Meudt-Eisen, beringt an geeigneten Stellen im Westerwald über viele Jahrzehnte Zugvögel. Die Daten der Beringungen und Wiederfunde werden an Vogelschutz-Institute weitergeleitet. Hat man nun Wiederfunde beringter Vögel aus mehreren Jahren und Ländern, so kann man die Zugwege dieser Arten auswerten. Damit befassen sich Ornithologen u.a. an Universitäten oder Vogelschutzstationen weltweit. Ganz bekannt sind bei uns die Vogelschutzstationen an der Nordsee oder auf Helgoland. Der Vogelzug befasst sich aber nicht nur mit den Meeres-, Küsten- oder Feuchtwiesen-Vogelarten, sondern auch mit anderen Arten.

Im Westerwald sind vor allem die Westerwälder Seenplatte, der Wiesensee oder die Krombachtalsperre als Rastgebiete bedeutsam. Der Wiesensee bei Westerburg ist bekannt für viele durchziehende Vogelarten. Top Zug- oder Rast- Gebiete sind aufgrund ihrer Größe Gewässer mit geringer Tiefe, da sie hier auch die Möglichkeit der Übernachtung für Schreitvögel wie Kraniche und Reiher bieten.

Der Durchzug beginnt vor allem im Oktober und der Rückzug wieder ab März und April, je nach Wetterlage und Vogelart.

Viele Naturschutzorganisationen engagieren sich für den Vogelschutz und hier insbesondere auch für weit ziehende auch nordische Arten. Besonders bekannt sind Gänse, Enten, Kraniche oder Limikolen (Feuchtwiesenvögel).

Um diese Zugvögel zu erhalten ist es erforderlich Rast- und Ruhegebiete anzulegen, zu schützen und die Jagd für einen Teil von Arten einzuschränken oder auch ganz auszuschließen. Die Naturschutzverwaltung, der NABU, BUND, WWF und die GNOR versuchen daher Teile der Landschaften mit besonderer Bedeutung für Zugvögel zu sichern und zu erhalten, das heißt deren Bewirtschaftung in bestimmten Monaten einzuschränken oder auszuschließen.

Der Wiesensee war bis vor 40 Jahren ein Feuchtwiesengebiet mit Bruten von Bekassine, Braunkehlchen, Wiesenpieper und Wachtelkönig. Mit Aufstauung zu einem Freizeitsee ist der größte Teil der naturschutzwürdigen Fauna und Flora nur noch an Randzonen erhalten geblieben.

In der Mediathek kann man sich den Sendebericht des SWR zur Zugvogelexkursion des NABU unter SWR Aktuell vom 6. Oktober – Vogelzug und Klimawandel – anschauen. (Peter Fasel, NABU Gruppe Hundsangen)
     
Nachricht vom 09.10.2019 www.ww-kurier.de