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Kultur
Feierliche Vernissage und Preisverleihung des 14. Westerwaldpreises
Der Westerwaldpreis wurde 1973 erstmalig ausgeschrieben, um herausragende keramische Arbeiten im Rahmen eines Wettbewerbs und einer Ausstellung zu präsentieren. Zudem gilt es, den Dialog von Keramik und Kunst in der Region zu fördern und den kulturellen Austausch innerhalb Europas zu pflegen.
Symbolfoto: Keramikmuseum. Foto: Helmi Tischler-VenterHöhr-Grenzhausen. Gerade dieser gewünschte Dialog zwischen Keramik und Kunst hat sich in den letzten Jahren immer mehr verwirklicht. Auch Künstler ohne keramische Ausbildung oder solche, die in mehreren Gattungen aktiv sind, haben sich für den 14. Westerwaldpreis beworben. Die Grenzen zwischen den zuvor klar definierten Sparten des Preises, wie Design, Skulptur oder Gefäß, sind ebenfalls fließend geworden. Als Folge des Umdenkens bezüglich des keramischen Materials in den bildenden Künsten und die Auflösung der Kategorien hat der Westerwaldkreis sich entschieden, die Preiskategorien neu zu definieren. Die vorher getrennten Bereiche Design & Serie, Gefäß, Form & Dekor und Skulptur & Installation sind nun in der Sparte „Freie Keramik“ zusammengefasst.

Mit 10.000 Euro als Ersten und 6.000 als Zweiten Preis ist der Westerwaldpreis zu einem der höchstdotierten Preise für Keramik in Europa aufgestiegen. Die Qualität der ausgewählten Arbeiten lässt diese Entscheidung als begründet erscheinen. Der Förderpreis ist nicht mehr durch eine Altersbegrenzung bedingt, sondern an ein Studium oder eine Ausbildung geknüpft. Familienplanung, Elternzeit oder ein längerer Bildungsweg werden somit berücksichtigt.

Bis zum 21. Januar 2019 hatten Künstler aus ganz Europa die Gelegenheit, sich für den 14. Westerwaldpreis zu bewerben. 425 Bewerbungen sind eingegangen und die Jury ließ 48 Künstler mit insgesamt 73 Arbeiten zur der 2. Jurierung zu.

Die diesjährige Jury bestand neben dem Landrat des Westerwaldkreises und der Museumsleiterin Dr. Nele van Wieringen aus dem Berliner Galeristen und Kunstsammler Jörg Johnen, dem ehemaligen Professor für Keramik in North-Carolina und Chicago und ehemaliger Leiter des European Ceramic Workcentre Xavier Toubes, dem britischen Künstler Julian Stair und der Oberkustodin des MAKs Frankfurt Dr. Sabine Runde.

Die zweite Jurierung im Keramikmuseum fand von 5. bis 7. Juni statt. Nach intensiver Beratung wurden folgenden Preise vergeben:
1. Preis Freie Keramik mit 10.000 Euro: Johannes Nagel (1979 Jena, DE) mit seiner Arbeit „Subterranean Poem“.
2. Preis Freie Keramik mit 6.000 Euro: Jesse Magee (1981 Urbana IL, USA) mit der Arbeit: „Mutterboden (Neuwied 2017)“.
Der Preis für Keramik in Salzbrand der Stadt Höhr-Grenzhausen wurde geteilt und ging mit je 5.000 Euro an:
Monika Debus (1961 Siegen, DE) mit „Invention No. 1“ und „Invention No.2“
und an
Franz Julien (1956 Ludwigshafen, DE) mit „Model: RoboTank“ und „Model: Bunker“
Der Preis für Studierende mit 3.000 Euro wurde an Frau Hyunjin Kim (1982 Suwon, KR, Studentin der Muthesius Kunsthochschule in Kiel) mit ihren Arbeiten „Kümmel“ aus der Serie „Muttermal“ verliehen.

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 29. September um 17 Uhr im Beisein des Schirmherrn, Minister Prof. Dr. Konrad Wolf, feierlich eröffnet.

Ein Katalog erscheint bei Arnoldsche Art Publishers in Stuttgart. (PM)
Nachricht vom 24.09.2019 www.ww-kurier.de