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Bäume sind Sonnenkraftwerke mit Speicher
Bäume vollbringen die Leistung innerhalb von 100 Jahren von einem kleinen Samen zu einem 10 Tonnen schweren Individuum heranzureifen. Dazu benötigt der Baum neben Wasser und Nährstoffen, die er dem Boden entzieht, noch CO2 (Kohlendioxid) aus der Luft. Mithilfe des Chlorophylls, das den Blättern und Nadeln ihre grüne Farbe verleiht, spaltet der Baum das Kohlendioxid auf. Er stellt Zucker her, mit dem er seine Holzmasse aufbaut. Die für diesen chemischen Prozess benötigte Energie entnimmt der Baum dem Sonnenlicht.
Auf der Dachfläche ist mittig eine 21 Quadratmeter große Fläche mit Solarthermie-Modulen installiert. Darüber und darunter befindet sich jeweils eine Reihe mit acht Photovoltaik-Modulen. Fotos: Frank KrauseAnhausen. Im Prinzip wirkt die Baumkrone wie ein Sonnenkollektor. Der Stamm (Holzkörper) fungiert als Speicher für die Sonnenenergie und den Kohlenstoff.

Baumwachstum und Holznutzung wirken dem Klimawandel entgegen
Wer etwas gegen den Klimawandel tun möchte, sollte also möglichst viele Bäume pflanzen, um möglichst viel CO2 in den Bäumen zu binden. Ideal ist es, das Holz anschließend in langlebigen Holzprodukten zu verarbeiten, damit die Speicherung über einen längeren Zeitraum wirkt.

Aber auch das Verbrennen von Holz ist akzeptabel. Zwar wird dabei das gespeicherte CO2 wieder freigesetzt, doch dies passiert auch, wenn das schwache Holz oder Kronenholz lediglich im Wald verrottet. Und nachwachsendes Holz zu verbrennen ist auf jeden Fall besser, als fossile Brennstoffe wie Öl oder Gas einzusetzen, die unter fragwürdigen Umständen gewonnen und über weite Strecken zu uns hin transportiert werden.

Selbst zum Baum werden…
Eine Möglichkeit es den Bäumen nachzutun ist es, Sonnenenergie selbst zu nutzen. Dazu kann man eine Photovoltaik-Anlage (zur Stromproduktion) oder einer Solarthermie-Anlage (erhitzt in feinen Röhren Wasser) oder am Besten gleich Beides installieren lassen. Die Energie der Sonne ist schier unerschöpflich und steht kostenlos und steuerfrei zur Verfügung.

Mit der Photovoltaik-Anlage etwa kann man für Gestehungskosten von weniger als 10Cent/kWh seinen eigenen Strom produzieren; das ist nur etwa ein Drittel dessen, was die Energieversorger verlangen. Durch den Einbau eines Batteriespeichers lässt sich die Energie auch in den Abendstunden nutzen. Beide Anlagentypen rechnen sich. Die Preise sind in den vergangenen Jahren zum Teil stark gefallen. Mittlerweile sind auch nach Osten geneigte Dachflächen rentabel. Förster Krause: „Gerne gebe ich nähere Auskünfte über eigene Erfahrungen.“ Bitte richten Sie Ihre Anfrage an frank.krause@wald-rlp.de.
 
Nachricht vom 12.09.2019 www.ww-kurier.de