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Pfifferlinge sind jeden Pfifferling wert
Der Pfifferling erfreut sich in deutschen Küchen großer Beliebtheit. Dabei dauert die Pilzsaison des schmackhaften Speisepilzes von Ende Mai bis Oktober. Hauptsächlich in moosbewachsenen Fichtenwäldern zu finden, darf der Pfifferling nur für den Eigenbedarf gesammelt werden. Da das Auftreten des beliebten Speisepilzes von den Wetterbedingungen abhängig ist, beeinflussen Regenperioden und schwülheißes Wetter das Wachstum.
Pfifferlinge sind jeden Pfifferling wert. Foto und Quelle: adege | pixabay.comWesterwald. Man findet ihn jetzt überall, auf Frischemärkten, in den Gemüseregalen der Supermärkte und auf den Speisekarten vieler Restaurants in unserer Region. Der Pfifferling, auch gelber Eierschwamm genannt, erfreut sich nicht nur bei Feinschmeckern großer Beliebtheit. Egal ob gegrillt, blanchiert, gebraten oder eingelegt, ist dieser Speisepilz aus den deutschen Küchen in der Zeit von Ende Mai bis Oktober nicht mehr wegzudenken. Dabei darf der Pfifferling nur für den Eigenbedarf gesammelt werden. In einer Papiertüte verpackt, hält sich der beliebte Speisepilz etwa eine Woche im Kühlschrank. Pfifferlinge schmecken pfeffrig-würzig, der Geruch erinnert ein wenig an Aprikosen.

Vorkommen und Wachstum

Pfifferlinge, die auch als „Gold des Waldes“ bezeichnet werden, lieben Standorte in der Nähe von Fichten, Tannen, Eichen und Rotbuchen. Dabei bevorzugt der beliebte Speisepilz Mooslandschaften und umgestürzte Bäume. Unter Sträuchern und Hecken sucht man den Pfifferling meist vergeblich. Da Pfifferlinge in Symbiose mit Bäumen wachsen, ist der Pilz nur saisonal erhältlich. Durch das weitreichende Wurzelgeflecht des Speisepilzes versorgt er die Bäume mit Feuchtigkeit und Mineralien. Im Gegenzug versorgen die Bäume den Pilz mit Zucker, den der Pfifferling als Nahrung aufnimmt. Da Pilze in ihrem Auftreten stark vom Wetter in der Region abhängig sind, kommt es nach Regentagen und bei schwülheißem Wetter zu einem verstärkten Wachstum der goldgelben Fruchtkörper. Je nach Wetterbedingungen kann dadurch die Pilzsaison um bis zu sechs Wochen nach vorne oder nach hinten verschoben sein. Wer den Pfifferling auch außerhalb der Saison genießen will, erhält den Pilz auch in getrockneter Form, im Einmachglas oder als Tiefkühlware.

Pfifferlinge sorgen für Stimmung

Bereits vor Hunderten von Jahren wurde die Heilkraft einiger Pilze erkannt, die lindernd bei verschiedenen kleinen und großen Beschwerden eingesetzt wurden. So wurde der Pfifferling früher beispielsweise bei Sehstörungen und Lungenerkrankungen verwendet. Heute hingegen sorgt der Pfifferling für Stimmung, denn der Speisepilz enthält jede Menge Tryptophan. Daraus stellt der Körper das Hormon Serotonin her, was bekanntlich für die Stimmungslage verantwortlich ist. Besonders eisenhaltig wirkt der Pilz auch unterstützend bei der Blutbildung und dem besseren Sauerstofftransport im menschlichen Körper.

Ernte und Mindestmaß

Wegen des guten Geschmacks ist der Pfifferling begehrt. Richtig zubereitet schmeckt der Pilz besonders gut zu Fleisch, Pasta und Salaten. Zur Ernte sollte man einen luftigen Korb und ein scharfes Messer mitführen. Den Pilz sollte man direkt in Höhe des Waldbodens abschneiden. Als Mindestgröße wird ein Hutdurchmesser von mindestens einem Zentimeter empfohlen. Dadurch ist die Vermehrung des Speisepilzes gewährleistet. Auf die Ernte von alten Exemplaren sollte man verzichten, da diese nicht mehr zum Verzehr geeignet sind. Eine Verwechslungsgefahr besteht mit dem Falschen Pfifferling. Doch ist dieser nicht giftig und auch nicht schmackhaft. Ein Irrtum macht sich spätestens durch deutliche Anzeichen von Verdauungsproblemen bemerkbar. (GRI)
Nachricht vom 19.07.2019 www.ww-kurier.de