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Politik
Politiker diskutierten im Cinexx über aktuellen Film „Kleine Germanen“
Mit dem Angebot eines anschließenden Filmgespräches mit Politikern hat das Hachenburger Kino zu einem beeindruckenden Film eingeladen. Er lief im Cinexx als Teil der Filmreihe gegen Rechtsextremismus "NIE WIEDER!". Der Film „Kleine Germanen macht in einer Verbindung aus Dokumentar- und Animationsfilm auf ein kaum aufgearbeitetes Problem unserer Gesellschaft aufmerksam, das mit Blick auf die rechten Gewaltausschreitungen der letzten Zeit aktueller denn je ist: In ungewöhnlicher Form - Tricksequenzen abwechselnd mit realen Interviewbildern - geht es um Kinder, die in einem rechtsradikalen Umfeld aufwachsen.
Hachenburg. Anhand von Gesprächen mit überzeugten Rechtspopulisten, Aussteigern, Psychologen und Soziologen werden unterschiedliche Strukturen einer Erziehung deutlich, die in Ausgrenzung, fehlender Empathie und Hass gegen alles Andersartige ihre schlimmsten Auswirkungen zeigt. Dieser Film kommt zur richtigen Zeit, seine Wirkung beruht auf der Kombination von Fakten, unverbrämten Äußerungen und Originalinterviews mit einer wahren Geschichte: Die Filmemacher decken auf, sie analysieren und suchen nach Erklärungen und Lösungsmöglichkeiten, aber sie sparen dabei auch Emotionen nicht aus. Ein aufrüttelnder, handwerklich sehr gelungener Film.

Um Diskussionen in Gang zu setzen, um das Nachdenken über den Zustand der Republik und die Richtung einer künftigen Entwicklung zu steuern, bot der Film jedenfalls eine Fülle von Denkansätzen und Diskussionsimpulsen. Zu Gesprächsmöglichkeiten kam es dann nach dem Film. Nach der Begrüßung der Geschäftsführerin Karin Leiche kamen die eingeladenen Politiker rasch mit den zahlreichen Zuschauern ins Gespräch und diskutieren über den Film, der betroffen machte. Von den Grünen kam aus Mainz Tabea Rößner, MdB. Für die SPD wurde Landtagspräsident Hendrik Hering, MdL, eingeladen und für die CDU beteiligte sich Johannes Kempf an der Gesprächsrunde. Dennis Sturm sprach für die FDP und die Linke wurde von Martin Klein vertreten. „Wie wird jemand zum Rechtsextremen?“ Das war eine der vielen Fragen die zur Sprache kamen. Wie viele unschuldige Kinder von einer derart gefährlichen Erziehung betroffen sind, konnte aber genauso wenig abschließend beantwortet werden, wie die Frage, wie man betroffenen Kindern helfen könnte.

Man war sich allerdings einig, dass der Film vor allem auch jungen Leuten gezeigt werden sollte, um über die Einstellungen und Strukturen der sogenannten Neuen Rechten aufzuklären. Er ist vor allem geeignet als Grundlage für anschließende Diskussionen in Schulen, Jugendzentren und kirchlichen Jugendeinrichtungen.
Nachricht vom 28.05.2019 www.ww-kurier.de