WW-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis
Region
Der Borkenkäfer „frisst“ die „Kroppacher Schweiz“
In einer gemeinsamen Presseerklärung machen der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hachenburg Peter Klöckner und der Leiter des Hachenburger Forstamtes Harald Hericks auf die katastrophalen Auswirkungen durch den massiven Borkenkäferbefall im Nadelwald aufmerksam. Bedingt durch den trockenen Sommer des Vorjahres wird befürchtet, dass in den nächsten Jahren insbesondere in der „Kroppacher Schweiz“, aber auch im gesamten Forstamtsbezirk riesige Nadelwälder absterben beziehungsweise gefällt werden müssen.
Borkenkäferbefall im Nadelwald. Foto: privatHachenburg. Schon jetzt werden wöchentlich hunderte von Kubikmetern Schadholz aus den Waldgebieten abtransportiert. Diese Katastrophe ist ungleich größer und besorgniserregender als die Windwürfe durch „Wiebke“ und „Lothar“ in den neunziger Jahren.

Klöckner und Hericks sind sich einig, dass die durch den Klimawandel verursachte Entwicklung - für die der Borkenkäfer lediglich ein Indiz ist - dazu führen muss, dass die Waldbesitzer zukünftig auf klimaangepasste Neuanpflanzungen von Buchen, Douglasien, Tannen oder andere klimastabile Baumarten setzen müssen.

Die Fichte hat in unserer Region keine Chance mehr, da diese mit Hilfe ihrer Schutzmechanismen (Harz) nicht mehr in der Lage ist, den Angriffen der Käferpopulation standzuhalten.

In Zahlen gefasst geht das Forstamt davon aus, dass sich die finanziellen Einbußen bedingt durch ein Überangebot an Käferholz und damit verbundenen niedrigen Erlösen für die waldbesitzenden Gemeinden im Bereich des Forstamtes Hachenburg auf etwa 10 Millionen Euro belaufen. Weiterhin sind für standortgerechte Neuanpflanzungen und für die Wiederherstellung von Wegeinfrastrukturen weitere 3 bis 5 Millionen Euro einzukalkulieren.

Klöckner und Hericks weisen darauf hin, dass der Wald als Lebensraum, Biotop und ökologisch nachhaltig bewirtschaftete Großfläche wertvolle gesamtgesellschaftliche Funktionen übernimmt.

Die aktuelle Katastrophe können die kommunalen Forstbetriebe nicht alleine stemmen und geraten in eine betriebswirtschaftlich kritische Situation, in der man nicht in der Lage sein wird, das für den notwendigen Waldumbau erforderliche Finanzvolumen zu erwirtschaften.

Die Politik in Bund und Land ist nun aufgefordert, die Kommunen in dieser Situation nicht alleine zu lassen und nennenswerte Hilfen anzubieten. Bürgermeister Klöckner wird die Bundes- und Landesregierung um entsprechende Hilfen bitten, ebenso sollen die heimischen Abgeordneten von Bund und Land um Unterstützung gebeten werden. (PM)
Nachricht vom 18.04.2019 www.ww-kurier.de