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Region
Katastrophenschutzeinheiten übten den Einsatzfall
Die Feuerwehren der Region haben, nachdem zu Jahreswechsel 2018/2019 ein Konzept für die vorbereitete überörtliche Hilfeleistung beschlossen wurde, erstmals gemeinsam geübt. Es handelt sich bei diesen Kräften um Einheiten aus den Landkreisen, die zum Leitstellenbereich Montabaur zählen, also Altenkirchen, Neuwied, Rhein-Lahn und Westerwald. Aus den Landkreisen werden Löschzüge zusammengestellt, ohne den Grundschutz in den Standorten zu vernachlässigen.
Registrierung der eintreffenden Einheiten. (Foto: kkö)Region. Nachdem im Januar 2019 ein gemeinsames Konzept der Landkreise Altenkirchen, Neuwied, Rhein-Lahn – alle Leitstellenbereich Montabaur – sowie des Leitstellenbereichs Koblenz und des Rhein-Hunsrück-Kreises für die überörtliche Hilfe beschlossen worden ist, wurde am Samstag (6. April) dieses Konzept erstmals im Rahmen einer großen Übung umgesetzt. In der Region machten sich nach der Alarmierung, die gegen 9.15 Uhr ausgelöst wurde, zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge auf den Weg in vorher festgelegte Sammelräume. Aus dem Kreis Altenkirchen wurden Fahrzeuge aus Altenkirchen, Weitefeld, Wissen, Hamm und Horhausen besetzt und fuhren den Sammelraum am Feuerwehrgerätehaus Horhausen an. Hier wurde Verpflegung für die Einsatzkräfte ausgegeben und die Funkrufnamen, die natürlich einheitlich sein sollten, ausgegeben. Die Feuerwehreinsatzzentrale übernahm die Koordination der eintreffenden Fahrzeuge und die Kommunikation mit der bereits in Neuwied befindlichen Bereitschaftsführung.

Insgesamt 450 Feuerwehrleute beteiligt
Nach der Einweisung fuhren die Fahrzeuge aus den Sammelräumen die Unterkunft des THW in Neuwied an. Nach und nach trafen hier die rund 30 Fahrzeuge mit rund 140 Einsatzkräften ein und wurden von den Helferinnen und Helfern des THW registriert. Der THW-Ortsverein Neuwied war hierbei mit 19 Kräften tätig. Insgesamt, so die Verantwortlichen, waren an dieser Übung rund 450 Feuerwehrleute mit 90 Fahrzeugen beteiligt. Neben den Kräften aus dem Leitstellenbereich Montabaur waren die Einheiten aus dem Leitstellenbereich Koblenz sowie aus dem Rhein-Hunsrück-Kreis alarmiert worden.

Übungsszenario: Unwetter im Rheinland
Als fiktive Lage war ein Unwetter im Bereich der Stadt Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis angenommen worden. Die dortigen Einheiten konnten sich, aufgrund zahlreicher Einsatzstellen im jeweiligen Einsatzbereich, nicht unterstützen. Daher wurde die überörtliche Hilfe aus Rheinland-Pfalz angefordert. Die im Sammelraum Neuwied zusammengetroffene Bereitschaft fuhr als Verband, 30 Fahrzeuge sind die maximale Anzahl, bei der der Verband als ein Fahrzeug gilt, nach Montabaur. Im Einsatzleitwagen (ELW 2) des Kreises Neuwied wurde allerdings die Routenplanung für die Fahrt nach Bonn berechnet, um auch hier die Zeiten möglichst reell ermitteln zu können.

Vorbild NRW
Diese vorbereitete überörtliche Hilfe orientiert sich, so die Verantwortlichen, an dem Konzept des Nachbarlandes NRW. Dort besteht ein solches Konzept bereits seit mehr als zehn Jahren und hat sich, so alle Beteiligten Führungskräfte in verschiedenen Einsatzsituationen, auch über die Landesgrenzen hinaus bewährt. In Rheinland-Pfalz stellt diese Form der Zusammenarbeit „Neuland“ dar, soll aber auch als Muster für das gesamte Bundesland gesehen werden. Wie die Verantwortlichen erklären, soll es zukünftig dann zwei Abteilungen, nördliches und südliches Rheinland-Pfalz, geben. Sicherlich, darüber sind sich alle Führungskräfte einig, wird das Konzept immer wieder überprüft und angepasst werden müssen. Für die Fahrer der Feuerwehrfahrzeuge war es vielfach der erste „Marsch im Verband“ und auch für die Kraftfahrer von PKWs ist ein solcher Anblick nicht alltäglich. Hier, so die Verantwortlichen, liegen noch zahlreiche Unwägbarkeiten. So werden in NRW Feuerwehrmotorräder zur Begleitung der Verbände eingesetzt, was sich bewährt hat.

Übungsziele erreicht
Weitere Übungsziele, Alarmierung und Kommunikation, haben, von kleinen Pannen abgesehen, in allen beteiligten Kommunen funktioniert, so Ralf Schwarzbach, stellvertretender Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI) des Kreises Altenkirchen und Altenkirchener Wehrleiter. Sicher müssen noch weitere Übungen folgen, um möglichst alle Schwachstellen zu erkennen und diese dann beheben zu können. Wichtig, so sind sich die Verantwortlichen einig, ist es aber, dass die Einsatzkräfte, mit Ausnahme der Abteilungsführung, die die Berufsfeuerwehr Koblenz stellt, aus den Reihen der freiwilligen Feuerwehren der beteiligten Landkreise kommen. Auch bei solchen Übungen zeigt sich, dass die Feuerwehrleute ihre Freizeit zum Schutz der Bevölkerung einbringen. (kkö)
     
Nachricht vom 06.04.2019 www.ww-kurier.de