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Politik
Rente, Pflege, Sucht, Arbeitslosigkeit
Trotz seit zehn Jahren ungebrochenem wirtschaftlichen Aufschwung geht es auch im Westerwald für immer mehr Menschen ungerecht zu. Grund dafür: Für sie bleibt immer weniger gesellschaftliche Teilhabe übrig, während andere vermeintlich immer reicher werden. Es wächst ein diffuser Zorn und die Politik vom Bund über das Land bis zur Kommune sucht nach mehr Gerechtigkeit. Dies zeigt die aktuelle Debatte um die „Respekt-Rente“ oder die Überwindung von „Hartz IV“. Das Forum Soziale Gerechtigkeit geht den Ursachen mit einigen thematischen Veranstaltungen im ersten Halbjahr 2019 nach. Bei mehreren Aktionen steht die gesellschaftliche Armut mit ihren Auswirkungen im Brennpunkt.
In den kommenden Monaten steht die Armut mit ihren Ursachen und Erscheinungsformen im Westerwald im Mittelpunkt der Veranstaltungen des Forums Soziale Gerechtigkeit – ein Gastgeber bei der „Armutsrundreise“ durch den Kreis am 26. März ist das Sucht-Fachkrankenhaus Vielbach. Foto: privatWesterwaldkreis. Dabei steht eine Sozialrundreise „Auf den Spuren der Armut im Westerwald“ am Dienstag, 26. März im Mittelpunkt. An insgesamt sechs Stationen zwischen Höhr-Grenzhausen und Westerburg wird ganztags in Gesprächen mit Fachleuten und Betroffenen nach Wegen gesucht, wie Menschen im Westerwald aus der Armut entfliehen können. Besucht werden unter anderem eine Sozialberatung, eine Tafel, ein Sozialkaufhaus, eine Klinik und ein Projekt zur beruflichen Wiedereingliederung. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die kreisweite Praxiserkundung soll auch Hinweise für die anstehende Fortschreibung des Armutsberichtes im Westerwaldkreis bringen.

Mehr Möglichkeiten für Langzeitarbeitslose ihre Armutssituation zu verbessern, will das neue „Teilhabechancengesetz“ schaffen. Welche das sind und wie sie von Betroffenen oder Unternehmen genutzt werden können, ist Thema eines Fachgespräches, zu dem das Forum am Mittwoch, 20. März gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung Beruflicher Integration (GFBI) nach Montabaur einlädt. Beteiligt ist auch das Jobcenter Westerwald. Gemeinsam mit Experten und Expertinnen aus verschiedenen Bereichen können am Thema Interessierte ins Gespräch kommen und nach gangbaren Wegen für die Region suchen.

Wie sicher ist eigentlich die Rente? Lauert am Ende des Arbeitslebens für zu viele „Wäller“ die Altersarmut? Alexander Hagelüken, Leitender Wirtschaftsredakteur der „Süddeutschen Zeitung“ warnt in einem neuen aufrüttelnden Debattenbuch vor dem, was uns droht: sinkendes Rentenniveau, höhere Beiträge und steigende Gesundheitskosten. Weil wir glückerweise immer länger leben, wackelt das gesamte System der Alterssicherung. Der Autor kommt am Mittwoch, 26. Juni nach Montabaur um vor sicher vielen Interessenten aus dem Buch zu lesen und darüber zu diskutieren. Gastgeber ist die Sparkasse Westerwald-Sieg.

Auch das Thema Altenpflege hat viel mit Armut…oder besser mit drohender Armut bei Pflegebedürftigkeit zu tun. In einem Fachgespräch im AWO-Seniorenzentrum „Kannenbäckerland“ in Höhr-Grenzhausen werden am Mittwoch, 3. Juli mit Praktikern und Trägervertretern aktuelle Fragen rund um die Altenpflege diskutiert. Themen des Fachgespräches sind der Einsatz ausländischer Fachkräfte, die Probleme rund um die Leiharbeit und die Pflegestrukturplanung des Kreises. Auch eine Besichtigung des sanierten Hauses ist geplant. Bereits am Mittwoch, 17. April geht es im AZURIT-Seniorenzentrum Montabaur um eine Bestandsaufnahme und Weiterentwicklung der Altenpflege und Seniorenarbeit im Westerwaldkreis. Dafür gibt es keine Teilnahmebegrenzung, alle Interessenten sind willkommen.

Weitere Infos zum Forum Soziale Gerechtigkeit und den geplanten Veranstaltungen gerne bei Forumssprecher Uli Schmidt (Horbach) unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de. (PM)
Nachricht vom 14.02.2019 www.ww-kurier.de