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Polizei legt liegengebliebenen Bus aus Südosteuropa still
Ein Reisebus aus Südosteuropa, der erst wegen einer Panne bei Mogendorf liegengeblieben war, wurde danach von Polizei aus dem Verkehr gezogen: Erhebliche technische Mängel und Lenkzeitverstöße führten zur Stilllegung. Der Bus war mit 52 Fahrgästen besetzt und fuhr grundsätzlich zwischen England und dem südosteuropäischen Herkunftsstaat. Die Passagiere wurden mit einem Ersatzbus weiterbefördert.
Foto: PolizeiMogendorf. Am Montag, 17. Dezember, wurde gegen 9 Uhr auf der Bundesautobahn (BAB) 3, nahe der BAB-Anschlussstelle Ransbach-Baumbach, ein aus dem südosteuropäischen Raum stammender Fernlinienbus mit Anhänger durch Beamte der Verkehrsdirektion Koblenz kontrolliert. Das Fahrzeug war zuvor wegen eines technischen Defektes auf der Autobahn liegengeblieben. Der Bus war mit 52 Fahrgästen besetzt und wurde für eine grundsätzlich genehmigte Linie zwischen England und dem südosteuropäischen Herkunftsstaat eingesetzt.

Im Rahmen der Kontrolle bemerkten die Kontrolleure der Verkehrsdirektion aber dann, dass nicht nur die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer teilweise nicht eingehalten wurden und verschiedene Haltepunkte angefahren wurden, welche die erteilte Genehmigung nicht umfasste. Auch der mitgeführte Gepäckanhänger wurde nicht bestimmungsgemäß genutzt. Statt Gepäck der Fahrgäste wurden in diesem verschiedene Stückgüter befördert. Eine Genehmigung für diese grenzüberschreitende Güterbeförderung lag nicht vor.

Die erste Inaugenscheinnahme des nahezu 20 Jahre alten Busses und des circa 15 Jahre alten Anhängers erschreckte die Kontrolleure. Sowohl die stark ölverschmierte Hinterachse, an welcher Öl teilweise herabtropfte, und diverse erkennbare Durchrostungen am Bus, als auch die augenscheinlich unfachmännisch zusammengeschweißte Deichsel des Anhängers veranlassten schließlich dazu, die Fahrzeuge bei einer Prüfstelle begutachten zu lassen.

Der erste Eindruck der Kontrolleure bestätigte sich letztlich. An dem Bus wurde festgestellt, dass nahezu an der gesamten Bodengruppe nicht unerhebliche Durchrostungen vorhanden waren. Auch waren verschiedene Aufhängungen ausgeschlagen und diverse Sicherheitsgurte beschädigt oder einfach ausgebaut worden. Die Bremsanlage wies insgesamt gravierende Mängel wie poröse Bremsschläuche, verschlissene Beläge und beschädigte Bremszylinder auf. Zu alledem war, bedingt durch den erheblichen Ölverlust, die Bremsanlage an der Hinterachse rechtsseitig komplett ohne Wirkung. Auch der Anhänger zeigte neben verschiedenen Durchrostungen gravierende Mängel an Reifen und Bremsanlage. Die Auflaufbremse war gänzlich ohne Wirkung.

Für beide Fahrzeuge lautete das ernüchternde Ergebnis des Prüfers: verkehrsunsicher!

Die Weiterfahrt mit den Fahrzeugen wurde untersagt, da eine weitere Nutzung, insbesondere durch die mangelhaften Bremsanlagen und den hieraus resultierenden verlängerten Bremswegen, erhebliche Gefahren für die Fahrgäste und auch andere Verkehrsteilnehmer bedeutet hätte. Zum Schutz der Allgemeinheit wurden beide Fahrzeuge sichergestellt, um eine weitere Nutzung verlässlich zu verhindern.

Das Unternehmen besorgte selbständig einen Ersatzbus, um die Fahrgäste weiterbefördern zu können. Gegen die beiden Fahrer und das Unternehmen wurden Anzeigen vorgelegt und Sicherheitsleistungen in Höhe von insgesamt 4.000 Euro einbehalten.
(PM Verkehrsdirektion Koblenz)
Nachricht vom 17.12.2018 www.ww-kurier.de