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Nach dem Unwetter: Die Wucht des Wassers kam überraschend
Es kam ebenso heftig wie überraschend, das Unwetter über Betzdorf und Kirchen am Mittag des Fronleichnamstages (31. Mai). Von Personenschäden ist bislang nichts bekannt. Die Aufräumarbeiten sind bereits im Gang. Gegenüber dem AK-Kurier berichten Augenzeugen von ihren Eindrücken und Erlebnissen.
Viele Straßen liefen so schnell voll, dass die Autos kaum weiterkamen. (Foto: Bianca Willwacher)Betzdorf/Kirchen. Noch sind die Aufräumarbeiten in der Region Betzdorf-Kirchen längst nicht abgeschlossen und das Ausmaß der Schäden ist alles andere als überschaubar. Nach Mitteilung der Polizei gibt es aber bislang keine Erkenntnisse darüber, dass Menschen verletzt wurden. Eine hochschwangere Frau wurde in ihrem Fahrzeug eingeschlossen, aber von der Feuerwehr befreit.

Viele Augenzeugen sind nach wie vor erstaunt über die Geschwindigkeit und die Wucht, mit der die Wassermassen die Straßen überfluteten und eine Spur der Verwüstung hinterließen. Die Gewalt, mit der sich die Wassermassen nach Starkregen und Hagel ihren Weg bahnten, zeigen zahlreiche Videos bei Facebook und Co. Bianca Willwacher aus Alsdorf schildert gegenüber dem AK-Kurier, wie sie das einsetzende Unwetter um die Mittagszeit erlebt hat: „Gegen halb eins begann es mit Regen und plötzlichem Hagel, der immer heftiger wurde und dann wieder in Regen überging. Auf der Hauptstraße in Alsdorf konnten die Gullis das Wasser nicht mehr fassen, alles drückte nach oben.“

Die Autos seien mit Schrittgeschwindigkeit unterwegs gewesen. Innerhalb von 20 Minuten, so die Alsdorferin, sei die Straße dann überschwemmt gewesen. „Manche Autos fuhren noch rein, aber wendeten freiwillig. Das Wasser stand zu dem Zeitpunkt zirka 50 Zentimeter hoch auf der Straße. Wir haben Glück gehabt, das Wasser kam bis auf einen Meter ans Haus ran. Nachbarn hatten weniger Glück und somit vollgelaufene Keller.“ Die Feuerwehr sei dann schnell vor Ort gewesen, habe die Straße gesperrt und mit dem Auspumpen der Keller begonnen. „Allerdings gab es auch einige uneinsichtige Fahrer, die einfach weiterfahren wollten. Sie zogen sich so den Unmut der Leute zu, weil dadurch immer wieder neue Wellen des Wassers in die Keller liefen.“ Bianca Willwacher bedankt sich bei allen Helfern und weiß, dass es noch schlimmer hätte kommen können: „Zum Glück war heute Feiertag. Denn sonst wäre hier viel mehr Verkehr und Chaos gewesen.“

Auch Michael Mies aus Betzdorf schickt einen Dank an alle, die geholfen haben, den Unwetterfolgen Herr zu werden. „Die Heftigkeit des Unwetters kam trotz den zahlreichen Warnungen über die Wetterdienste für uns alle völlig überraschend. Die ersten Eindrücke von den Schäden sind wirklich schockierend“, so Mies. „Ich hoffe, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. Ein herzliches Dankeschön muss man allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Helfern aus der gesamten Region aussprechen! Vielen Dank für Euren unermüdlichen Einsatz an einem Feiertag!"

Dank und Anerkennung für die Einsatzkräfte ziehen sich auch durch die ersten Reaktionen der Bürgermeister Bernd Brato in Betzdorf, Maik Köhler in der Verbandsgemeinde und Andreas Hundhausen in der Stadt Kirchen. „Was wäre unsere Gesellschaft ohne diese Menschen, die sich bedingungslos in den Einsatz für den Nächsten stellen. Klasse, einfach klasse und nochmals Danke allen für das beherzte Zupacken“, schreibt Brato via Facebook. (as)
Nachricht vom 31.05.2018 www.ww-kurier.de