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Ein König auf Mallorca: Norbert Lichtenthäler ist Bezirkskönig
„König von Mallorca“ ist ein bekanntes Lied von Jürgen Drews, und eben genau auf jener Ferieninsel erfuhr Norbert Lichtenthäler von der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft 1402 vom Heister zu Schönstein im Urlaub am Samstagabend, 21. April, davon, dass er nun Bezirkskönig im Bezirksverband Marienstatt ist: „Er freut sich riesig“, berichtete Schützenbruder Mathias Groß, der per Socialmedia Lichtenthäler informiert hatte.
Die Teilnehmer beim Bezirkskönigsschießen und die Nachwuchsmajestäten stellten sich mit Bezirksbundesmeister Jörg Gehrmann (r.) und Bezirkspräses Rudolf Reuschbach (2.v.r.) dem Fotografen. Im Bild fehlt der neue Bezirkskönig Norbert Lichtenthäler. Foto: (tt)Selbach. Die Büchsen hatten am Samstag auf dem Schießstand der St.-Hubertus-Bruderschaft Selbach geknallt, die Gastgeber für das Bezirkskönigsschießen des Bezirksverbandes Marienstatt im Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften waren. Die amtierenden Majestäten aus den Bruderschaften waren angetreten, um die Nachfolge von Bezirkskönig Benedikt Linke von der St.-Sebastianus-Bruderschaft Friesenhagen zu ermitteln, und auch die Regenten von Jugend, Schüler und Bambini schossen um die Würde.

Dank an scheidenden Bezirkskönig Benedikt Linke
Aufgrund einer Urlaubsreise verhindert, hatte Norbert Lichtenthäler als amtierender König in Schönstein im Vorfeld seine drei Schüsse mit dem Kleinkaliber abgegeben. Nachdem bei der Proklamation bereits die neuen Bambini-, Schüler- und Jugendmajestäten gekrönt waren, leitete Bezirksbundesmeister Jörg Gehrmann zum Höhepunkt des Abends hin. Dem scheidenden Bezirkskönig Benedikt Linke mit Königin Julia Achenbach dankte Gehrmann und attestierte ihnen: „Ihr habt Eure Sache super gemacht. Ihr ward mit Herzblut dabei.“ Bezirkspräses Pfarrer Rudolf Reuschenbach nahm die Insignien Kette und Krönchen an sich, um damit die neue Bezirksmajestät zu krönen. Unter den an der Bühne versammelten Teilnehmern war auch Mathias Groß, als Stellvertreter für den verhinderten Norbert Lichtenthäler.

Der beste schlechteste Schuss hat entschieden
Mit von der Partie bei der Proklamation waren auch Bezirksschießmeister Siegfried Storbeck. Gehrmann hatte schon anklingen lassen, dass der Drittplatzierte 22 Ringe geschossen hatte, und Erst- und Zweitplatzierte ringgleich 23 erzielt hatten. Die „22“ addierte Torsten Hake (St.-Hubertus-Bruderschjaft Birken-Honigsessen). Nun waren zwei Namen noch nicht genannt: der von Norbert Lichtenthäler und der von Heiko Görg (St.-Sebastianus-Bruderschaft Mudersbach). Die Spannung war groß, und Gehrmann berichtete, dass „der beste schlechteste Schuss“ der beiden Schützen darüber entschieden habe, wer Bezirkskönig wird. Und das war Lichtenthäler, dessen Bruderschaft sich jubelnd freute. Die Zeichen der Würde übergab Bezirkspräses Reuschenbach dann stellvertretend an Mathias Groß.

Damit war der offizielle Teil des diesjährigen Bezirkskönigsschießens abgeschlossen, und Groß schickte die freudige Nachricht gleich per Handy nach Mallorca. Die Meldung war angekommen, und Groß berichtete: „Er freut sich riesig auf Malle.“ Des 59-jährige Lichtenthäler, der in Wissen lebt, trat 2017 der Bruderschaft bei, schoss den Vogel ab und wurde deren König. Lichtenthäler habe gerne Bezirkskönig werden wollen, so Groß weiter. Die Krönung werde er an Fronleichnam beim Vogelschießen in Schönstein nachholen, teilte Gehrmann mit.

Die Krönung bei Bambini, Schüler und Jugend waren hingegen mit der Proklamation über die Bühne gegangen. Bei der Jugend hatten die amtierenden Prinzessinnen und Prinzen freistehend jeweils drei Schüsse angegeben, um die Nachfolge von Bezirksjugendprinz Maurice Bender (St.-Sebastianus-Bruderschaft Niederfischbach) zu ermitteln. Der Dank von Gehrmann für die Amtszeit war ihm sicher. Die Aufgabe geht nun an Fabian Rene Lauer (St.-Hubertus-Bruderschaft Birken-Honigsessen) über, der mit 21 Ringen Nachfolger wurde. Auch bei der Jugend lagen die Schießergebnisse auf den ersten vier Plätzen zwischen 19 und 21 Ringen dicht beisammen. Bei den Schülern verdiente das Ergebnis von Philipp Stock (St.-Sebastianus-Bruderschaft Friesenhagen) besondere Beachtung: Der 13-Jährige hatte 30 von 30 Ringen geschossen und tritt damit die Nachfolge von Schülerprinz Nico Schulte (Friesenhagen) an. Er war zuvor gebührend vom Bezirksbundesmeister verabschiedet worden. So auch Bambiniprinz Mario Bender (St.-Hubertus-Bruderschaft Niederfischbach). Der Titel blieb am Samstag in Selbach: Lena Böckendorf wurde mit 26 Ringen neue Bambiniprinzessin.

Proklamation mit Vertretern des Diözesanverbandes
Zur Proklamation der neuen Bezirksmajestäten hatte Bezirksbundesmeister Gehrmann auch den stellvertretenden Diözesanvorsitzenden Tobias Kötting (St.-Hubertus-Bruderschaft Birken-Honigsessen) und die erst kürzlich gewählte stellvertretende Diözesanjungschützenmeisterin Evelyn Schmidt begrüßt. Die 39-Jährige ist seit sieben Jahren Mitglied der St.-Sebastianus-Bruderschaft Mudersbach und war in der Siegtalgemeinde bereits ein Jahr Königin. Auf Ebene des Diözesanverbandes Köln bringt sie sich seit drei Jahren als Dozentin im Schulungsteam für die Ausbildung von Jugendleitern ein. Auf der Jungschützenratssitzung im März in Walberberg wurde Evelyn Schmidt zur stellv. Diözesanjungschützenmeisterin gewählt und gehört damit als Schatzmeisterin auch dem geschäftsführenden Vorstand an. (tt)
     
Nachricht vom 22.04.2018 www.ww-kurier.de