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Fische im Wiesensee suchen Schutz im Überlaufbauwerk
Seit Wochen kann man beobachten, dass sich viele Fische, sehr viele Fische im Überlaufbauwerk zwischen den Mauern wie in einem kleinen Becken sammeln. Hunderte Fische wirbeln umeinander und übereinander. Zu verschiedenen Zeiten wiederum, ist kein einziger Fisch zu sehen. Wie kann das sein, fragten sich die Mitarbeiter der Verbandsgemeinde, die für die Sicherheit und Kontrolle im Bereich Wiesensee zuständig sind.
Fischversammlung an der Grundauslassmauer. Fotos: privatStahlhofen am Wiesensee. Ein Anruf beim Fischereiexperten Wolfram Stähler von der Stähler Fischzucht in Hadamar-Niederzeuzheim brachte Aufklärung: „ Männer, die Fische haben einfach Angst, sie stehen auf der Speisekarte der „Fischräuber“ und suchen Schutz in der kleinsten Ecke“.

Zu beobachten ist immer wieder, dass 20 bis 40 Kormorane auf der Jagd sind, auch im Bereich des Auslaufes. Viele Reiher stehen am Rand des Sees, genau dort wo der Uferbewuchs Schutz bieten könnte.

Vor dem Auslauf war seinerzeit ein Gitter angebracht worden, hauptsächlich zu verhindern, dass Treibgut vor der Stauklappe hängt und eventuell die Mechanik sperrt oder etwas verkeilt. Unter Wasser, von außen nicht zu sehen, ist ein 40 Zentimeter hoher Durchlauf zwischen dem Gitter und der Grundauslassmauer. Die besorgten Spaziergänger am Wiesensee erkannten immer nur, dass Fische im Auslauf eingesperrt seien. Jetzt haben die Mitarbeiter zwei der drei Gitter entfernt. Der Spaziergänger und Naturbeobachter sieht von weitem, dass kein Hindernis die Schwimmbahnen und –becken trennt.

Alle Fische sind zunächst wieder zurück in den Wiesensee, doch heute am späten Nachmittag drängt sich wieder alles im Auslauf. Ein Kormoran schwimmt einsam seine Bahnen in etwa 50 Metern Entfernung zum Ufer und beobachtet das Geschehen.

Wünschen wir den Fischen Glück, bei der Jagd verschont zu bleiben und wünschen wir den Kormoranen Glück, dass sie einen leckeren Fisch fangen und satt zum Nachtlager zurückkehren.
(Martin Rudolph)
     
Nachricht vom 14.12.2017 www.ww-kurier.de