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Politik
Ungleichheit bekämpfen – Diskussionsveranstaltung in Siershahn
Unser Land der sozialen Marktwirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel: die Schere zwischen Arm und Reich hat sich weiter geöffnet. Zunehmend fühlen sich Angehörige der Mittelschicht vom sozialen Abstieg bedroht, haben Angst vor Altersarmut. Die spürbare Ungleichheit wird immer mehr zum Sprengstoff für unsere Gesellschaft und führt zu wachsender Radikalisierung.
Foto: VeranstalterSiershahn/Westerwald. Welche Folgen ergeben sich daraus? Unter dem Thema „Ungleichheit bekämpfen! Wo der Wohlfahrtsstaat jetzt investieren muss“ wird auf Einladung der Friedrich-Ebert-Stiftung und des Forums Soziale Gerechtigkeit am Donnerstag, 23. November um 18 Uhr im Bürgerhaus in Siershahn informiert und diskutiert. Alle Interessierten aus dem Westerwald und angrenzenden Regionen sind zu dieser Veranstaltung mit Vorträgen, Musik und Diskussion sowie einem abschließenden Imbiss herzlich willkommen.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde der deutsche Wohlfahrtsstaat vom vorsorgenden und fürsorgenden in einen aktivierenden Wohlfahrtsstaat umgebaut. Wie haben sich die verschiedenen Maßnahmen im Rahmen dieses Paradigmenwechsels auf die Entwicklung der sozialen Ungleichheit in Deutschland ausgewirkt? Mit welchen sozialpolitischen Mitteln kann der Wohlfahrtsstaat dem zunehmenden Auseinanderdriften der Gesellschaft begegnen? Darüber wollen die Veranstalter mit vielen Interessenten reden.

Nach der Begrüßung durch Dr. Martin Gräfe von der Friedrich-Ebert-Stiftung und einem Grußwort des Siershahner Ortsbürgermeisters Alwin Scherz wird Thomas Diekmann als Vorsitzender der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) im Diözesanverband Limburg in das Thema einleiten. Es folgt der einführende Hauptvortrag des Wissenschaftlers Dr. Sasa Bosancic von der Uni Augsburg.

Danach nehmen zahlreiche regionale Gesprächspartner fünf Bereiche in den Blick, die vielversprechend zur Verringerung sozialer Ungleichheiten beitragen könnten. Hierzu zählen die Bekämpfung von Kinder- und Bildungsarmut, die Erneuerung des Übergangssystems zwischen Schule und Beruf für benachteiligte Jugendliche, die Verbesserung der Vermittlung und Qualifizierung Erwerbsloser, Investitionen in öffentliche Beschäftigungsförderung sowie Maßnahmen im Bereich der Digitalisierung. Mit Kurzstatements tragen dazu bei: Prof. Dr. Katrin Schneiders von der Hochschule Koblenz und Sebastian Hebeisen als Regionsgeschäftsführer des DGB. Sprechen werden auch Stephan Reckmann als Geschäftsführer der in der Region tätigen Gesellschaft zur Forderung Beruflicher Integration (GFBI) und Maria Christina Bienek von der ITAC Software AG mit Sitz in Montabaur. Ein Schlusswort wird Pfarrer Peter Boucsein von der Evangelischen Kirche im Dekanat Selters sprechen.

Mit traditionsreichen Liedern rund um das Thema Ungleichheit und Gerechtigkeit wird Chansonier Manfred Pohlmann zu einer sicher interessanten Veranstaltung beitragen. Zu hören sind unter anderen „Das Wirtschaftswunder“ und „Die Einheitsfront“. Moderiert wird der Abend von Uli Schmidt als Sprecher des Forums Soziale Gerechtigkeit. Die Teilnahme an der Veranstaltung inklusive abschließendem gemeinsamen Imbiss mit Umtrunk ist kostenlos.

Zur besseren Planbarkeit wird um Anmeldung bei der Friedrich-Ebert-Stiftung unter mainz@fes.de oder beim Forum Soziale Gerechtigkeit unter uli@kleinkunst-mons-tabor.de gebeten. (PM Uli Schmidt)
Nachricht vom 31.10.2017 www.ww-kurier.de