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Viele singen seit 60 Jahren in Roßbach mit
So klingt Verbundenheit: Der Evangelische Kirchenchor Roßbach feiert in diesem Jahr seinen 60. Geburtstag – und fast die Hälfte der Sängerinnen ist von Anfang an dabei. Eine Institution, die aus Roßbach inzwischen nicht mehr wegzudenken ist. Und die für die Mitglieder mehr ist als ein Musik-Ensemble.
Foto: prRoßbach. Die Geburtsstunde des Frauenchores schlägt 1957. Damals gibt es zwar schon einen losen Singkreis, aber so richtig in Schwung kommt das Projekt erst, als der Lehrer Robert Lotz den Taktstock übernimmt. „Herr Lotz hat direkt Nägel mit Köpfen gemacht und wöchentliche Proben eingeführt“, erinnert sich die Vorsitzende Mechthild Oettgen.

Die Regelmäßigkeit tut der Gruppe gut: Viele von Lotz’ Schülerinnen singen mit und gehören bis heute zum festen Stamm des Ensembles. Im Laufe der Jahrzehnte treten die Damen oft und gerne auf – natürlich im Gottesdienst oder kirchlichen Festen, aber auch bei weltlichen Anlässen. „Zehn Auftritte pro Jahr haben wir bestimmt“, schätzt die Kassiererin Marita Zickenheiner.

Alles in allem also eine gute Grundlage für ein solides gesangliches Fundament. Das ist auch vonnöten, wenn die Sängerinnen neben klassischen Kirchen- und Volksliedern Gewagteres und anspruchsvollere Werke wie Offenbachs „Can Can“ aus dem „Orpheus in der Unterwelt“ singen. „Ich liebe dieses Stück“, sagt Mechthild Oettgen. „Wir proben es zurzeit wie verrückt, damit es am 22. Oktober klappt.“ Schließlich möchte der Chor an diesem Tag seinen Geburtstag feiern. Um 10 Uhr geht es mit einem Gottesdienst in der Roßbacher Kirche los, danach werden langjährige Mitglieder geehrt, und schließlich laden die Sängerinnen zu einem Freundschaftssingen ein.

Trotz der gewissenhaften Proben: Im Kirchenchor geht’s um mehr als nur um die Musik. Das Gesellige ist mindestens ebenso wichtig, sagt Mechthild Oettgen. „Wir unternehmen gemeinsame Ausflüge, gehen zusammen essen, verbringen gute und viel Zeit miteinander. Der Chor ist für uns fast wie eine Familie.“ Und zu einer Familie gehört auch, sich gegenseitig zu trösten: „Manche Frauen finden nach einem Trauerfall im Chor Halt. Die Gemeinschaft und das Singen tun ihnen gut“, sagt Marita Zickenheiner.

So feste der Zusammenhalt der Sängerinnen auch ist: Der Chor hat ein Nachwuchsproblem. Das Durchschnittsalter der Vokalisten ist 69; die jüngste ist 40 Jahre. „Dabei kann jede bei uns mitsingen“, sagt Mechthild Oettgen abschließend. „Auch wenn sie nicht aus Roßbach stammt oder mit Kirche nicht allzu viel zu tun hat. Wir freuen uns über jede, die uns einmal bei einer Probe am Mittwoch ab 19 Uhr im Gemeindehaus besucht.“ (bon)
Nachricht vom 21.09.2017 www.ww-kurier.de