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Ärzte der Kinderklinik geben Tipps gegen Krupp-Husten
Mit der feucht-kühlen Witterung im Herbst und Winter nimmt die Gefahr für Kinder von sechs Monaten bis drei Jahren, seltener auch bis zum 10. Lebensjahr, spontan einen Krupp-Hustenanfall zu erleiden, wieder deutlich zu. Der Mediziner spricht vom Pseudokrupp. Die Ärzte der DRK-Kinderklinik Siegen geben Eltern Tipps im Umgang mit den gefährlichen Anfällen.
Chefarzt Pädiatrie Dr. Gebhard Buchal bei der Untersuchung eines Kindes. Foto: PrivatSiegen. Das Krankheitsbild äußert sich bei den Betroffenen in der Regel durch Heiserkeit, bellenden Husten und ein pfeifendes Geräusch beim Einatmen. Das betroffene Kind bekommt schlecht Luft und wird unruhig. „Eltern sollten diese plötzlich auftretende Situation ernst nehmen“, kommentiert Chefarzt Dr. Buchal von der Siegener Kinderklinik die Problematik. „Wichtig für alle ist dabei aber, Ruhe zu bewahren. Man kann vor allem durch die Zufuhr von Frischluft durch ein weit geöffnetes Fenster oder den Gang nach draußen helfen. Und durch beruhigende Worte.“ Denn wenn auch die Helfer selbst noch nervös werden, dann verschlimmert dies laut dem erfahrenen Kinder- und Jugendmediziner die Situation eher.

Alternativ hilft das Einatmen feucht-warmer Luft über dem Waschbecken oder der Badewanne. Eine aufrechte Haltung erleichtert das Einatmen ebenfalls. Ursächlich kann eine Virusinfektion der oberen Atemwege sein, die zudem auch über Tröpfcheninfektion ansteckend ist. „Die typischen Beschwerden entstehen deshalb, weil die Schleimhäute unterhalb des Kehlkopfes entzündet sind, anschwellen und sich infolgedessen die Atemwege verengen. Da der kindliche Kehlkopf noch schmal ist und eine Schwellung die Luftaufnahme stärker beeinträchtigt als bei größeren Kindern oder Erwachsenen, führt das Krankheitsbild in diesem Alter häufiger zu den oben genannte Symptomen“, erläutert der Chefarzt der Siegener Kinderklinik. Meist klingen die Beschwerden beim Pseudokrupp rasch von selbst ab, eben unterstützt durch Maßnahmen wie Beruhigen und die Zufuhr kalter, frischer Luft.

Wenn es in den folgenden Tagen wieder zu einem Anfall kommt, sind die Symptome in der Regel milder. In schwereren Fällen können Kortisongaben in Zäpfchenform oder die Inhalationen eines Adrenalingemisches helfen, um die Schleimhaut abzuschwellen zu lassen und so die Atmung zu wieder zu normalisieren. Bei einem schweren Pseudokruppanfall mit anhaltender Atemnot müssen Eltern den Notarzt rufen oder zumindest schnell eine Notfallambulanz aufzusuchen. Dann macht eine akute Beobachtung und Behandlung in der Klinik durchaus Sinn. Wichtig aus Sicht der Mediziner ist bei häufiger auftretenden Anfällen die Abklärung der Ursache. Der Gang zum niedergelassenen Kinder- und Jugendmediziner ist beim mehrfachen Auftreten über mehrere Jahre hinweg auf jeden Fall sinnvoll.

Luft- und Innenraumverschmutzungen, etwa durch Zigarettenrauch sowie bestehende Allergien begünstigen die Infektion. Sinn machen kann dann auch die Abgrenzung zur durch Bakterien verursachten Kehlkopfentzündung, die einem Pseudokruppanfall ähnelt und einen deutlich dramatischeren Verlauf nimmt sowie immer eine lebensbedrohliche Situation darstellt. Infolge der Hämophilus influenza Typ B (HIB) -Impfungen tritt diese Erkrankung in Europa aber kaum noch auf.

Mit diesen Tipps hoffen die Mediziner vom Wellersberg, Betroffenen Hilfestellung im Krankheitsfalle geben zu können. Weitere Tipps erhalten Sie bei den unterschiedlichen kostenlosen Elternseminaren im 2. Halbjahr 2017. Hier wird beispielsweise ebenfalls zum Thema Winterzeit = Erkältungszeit auch über den Krupphusten informiert.



Elternseminare DRK-Kinderklinik Siegen 2. Halbjahr 2017

08.11.2017
Winterzeit – Erkältungszeit Ï Husten im Kleinkindalter
Eva Hackenbruch, Fachärztin Abt. Kinder- und Jugendmedizin

15.11.2017
Notfälle im Kindesalter Ï Ursachen - Behandlung – Vermeidung
Dr. med. Rainer Blickheuser, Chefarzt Abt. (Kinder-)Anästhesie

29.11.2017
Gesunder Schlaf bei Kindern Ï Schlaf und Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen, eine Einführung in das Thema für Eltern
Dr. med. Gebhard Buchal, Chefarzt Abt. Kinder- und Jugendmedizin
Veranstaltungsort: Großer Lehrsaal der Kinderkrankenpflegeschule

13.12.2017
Behinderung und chronische Erkrankung eines Kindes - eine Herausforderung für die
ganze Familie
Anke Wunderlich, Heilpädagogin SPZ, Psychologischer Dienst

Veranstaltungsort DRK-Kinderklinik Siegen, Wellersbergstr. 60, 57072 Siegen, Verwaltungsgebäude, Sitzungsraum, jeweils 18 Uhr bis 19.30 Uhr

Anmeldung: Tel.: 0271/2345-442 oder per E-Mail: bettina.kowatsch@drk-kinderklinik.de
Die Teilnahme ist kostenlos. www.drk-kinderklinik.de

Nachricht vom 17.09.2017 www.ww-kurier.de