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Vereine
300 Wanderer erleben abwechslungsreiches Programm mit Manuel Andrack
War es nun der Wanderbotschafter Manuel Andrack oder die offene Kulturlandschaft des Hohen Westerwaldes mit den typischen Windschutzhecken, eindrucksvollen Aussichtspunkten, interessanten Landschaftselementen, Naturdenkmalen, sehenswerten Ortschaften und Rennerod mit seiner 800-jährigen Geschichte, oder einfach alles zusammen? Auf jeden Fall kamen zum diesjährigen Sterntreffen des Westerwald-Vereins (WWV) beim Zweigverein Rennerod sehr viele Gäste in die Westerwaldhalle. Mehr als 300 werden es am Ende gewesen sein.
Die interessante Baumelbank oberhalb von Rennerod hatte Manuel Andrack schon einmal erlebt – bei einer 82-Kilometer-Tour durch den Westerwald. Fotos: Markus MüllerRennerod. Nach den vier geführten Wanderungen gab es erst mal Mittagessen mit Spießbraten, Fleischkäse und -wurst und anschließend Kaffee und Kuchen. Dann sorgte Manuel Andrack in seiner unnachahmlichen Art für eine fröhliche Verlosung von zehn seiner Wanderbücher und 30 Rucksäcken des Sponsors Knappschaft Bahn See. Der Vertreter der Krankenkasse, Jörg Anderson, schlug den Bogen von der 800-Jahre-Stadt Rennerod zur fast schon genauso alten Knappschaft und betonte, dass schon die kleinste Wanderung eine gesundheitsfördernde Wirkung hat. Das passte gut zu den zeitgleich am Wochenende stattfindenden Aktionstagen der Bewegungsinitiative des Deutschen Wanderverbandes „Let's go – jeder Schritt hält fit“.

Den bunten Nachmittag „Nach Westerwälder Art“ eröffnete der Männerchor Harmonie Rennerod mit Wander- und Heimatliedern. Da er an der Seite der Halle auftrat, hatten die Männer es etwas schwer, sich gegen das Gemurmel der vielen Kuchen essenden und Kaffee trinkenden Gäste durchzusetzen.

Der Vorsitzende des Zweigvereins, Bernhard Tischbein, stellte dar, dass das Sterntreffen schon öfters in Rennerod stattgefunden hatte und begrüßte in diesem Zusammenhang den Ehrenvorsitzenden Alfons Pitton. Gleichzeitig machte Tischbein deutlich, dass man sich im Hohen Westerwald im „richtigen Westerwald“ befinde. Das zeigten auch die Zweigvereinsmitglieder mit ihren blauen Kitteln und Fuhrmannskappen deutlich.

Für musikalische Unterhaltung sorgte über die Mittagszeit und auch immer wieder zwischendurch die Stadtkapelle Rennerod. Stadtbürgermeister Raimund Scharwat und der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Rennerod, Gerrit Müller, überbrachten kurze Grüße. Dieser betonte, gerade auch angesichts der beiden angrenzenden Bundesländer Hessen und Nordrhein-Westfalen, die über Ländergrenzen hinweg verbindende wichtige Arbeit des Westerwald-Vereins. Er forderte die Verantwortlichen auf, mehr junge Leute für den Verein zu begeistern.

Mucksmäuschenstill wurde es in der großen Halle, als Wanderexperte Andrack einige Episoden aus seinen gesammelten Wanderabenteuern las. Natürlich hatte er diese so ausgesucht, dass sie auch den Westerwald enthielten und der eine oder andere seinen Wohnort wiedererkannte. Aber er baute auch die eine oder andere Anekdote ein, die er bei früheren Touren, aber auch bei seiner Sterntreffen-Wanderung am Morgen, erlebt hatte. Kein Wunder, dass danach auch seine Bücher noch einmal gefragt waren und von ihm auch signiert werden mussten.

Der Renneroder Werner Simon – mit Rotkreuz-Mütze – schaffte es dann endgültig, die Zuhörer mit einer Art Büttenrede mit teils hintergründigen Witzen zum Lachen zu bringen. Später gab er sich im schönsten Wäller Platt als Vorreiter der Energiewende in der Region zu erkennen. Heimatkundler Wolfgang Gerz stellte Betrachtungen über die Westerwälder Seele an, meinte aber natürlich vor allem die Menschen im Hohen Westerwald. Da durfte die eine oder andere Attacke gegen die „Niederländer“ nicht fehlen. Zum Abschluss des Sterntreffens nahmen die Vertreter der einzelnen WWV-Zweigvereine den aktuellen Wimpel vom Vorsitzenden Achim Schwickert und Fachbereichsleiter Wandern und Freizeit, Hans-Peter Junior, an und befestigten ihn an den Wimpelbäumen. Den ersten Wimpel übergab der Landrat aber an den musikalischen Wanderführer, die Stadtkapelle Rennerod, die mit Pausen für vier Stunden Unterhaltung gesorgt hatten.

Und natürlich dankte Schwickert den Organisatoren vom Zweigverein für die hervorragende Vorbereitung und Durchführung des Sterntreffens. Aber es gibt da noch ein kleines Problem, dass der Vorsitzende am Ende ansprach: Noch ist leider kein Verein gefunden, der das Treffen im Herbst 2018 ausrichten will. (PM Markus Müller)
 
Nachricht vom 18.09.2017 www.ww-kurier.de