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Kultur
Schlagkräftiges Gespann „Family Business“ im Stöffel-Park
Das schlagkräftige Gespann Richard Bargel und Fabio Nettekoven treten als „Family Business“ im Stöffel-Park auf. Den beiden Musikern hat es schon 2016 in Enspel gefallen. Jetzt zieht sie es als Duo am Samstag, 15. Juli, wieder in die Alte Schmiede. Um 20 Uhr legen die Saitenkünstler zweier Generationen los. Einlass ist um 19 Uhr.
"Family Business". Foto: VeranstalterEnspel. Richard Bargels neues Album „It's Crap!“, eingespielt mit seiner Band Dead Slow Stampede, wurde 2014 für den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik nominiert. Nicht minder preisverdächtig ist das Duo „Family Business“, mit dem die beiden Saitenkünstler der Band zeigen, dass sie auch ohne ihre Rhythmusgruppe ein schlagkräftiges Gespann sind. Interessant, wie hier zwei Generationen vortrefflich miteinander kommunizieren.

Auf der einen Seite Richard Bargel, Urgestein der deutschen Blues-Szene und seit über 45 Jahren „on the road“, und auf der anderen Seite Fabio Nettekoven, in seinen frühen Zwanzigern, aber schon ein ausgefuchster Saitenvirtuose und Multi-Instrumentalist. Da drängt sich das Bild des Paten auf, der seinen Nachfolger erkoren hat, den Sohn oder Enkel, der sich den Regeln der Autorität zwar noch beugen muss, längst aber eigene Vorstellungen davon hat, wie er seine Welt gestalten will.

In diesem Spannungsfeld zwischen der Abgeklärtheit und Altersweisheit eines erfahrenen Veteranen und der drängenden, übersprudelnden Kraft eines jungen Mannes spielen sich die kreativen musikalischen Dialoge zwischen Bargel und Nettekoven ab. Ein Profitgeschäft ist dies für beide Seiten – Family Business eben – und erst recht für das Publikum.

Das vielschichtige Repertoire mit dem sich die beiden „Familienmitglieder“ erfolgreich von konkurrierenden Clans abheben, spielt sich im weiten Feld der Americana-Musik ab. Blues ist ihr finsteres Hauptgeschäft, doch sie dealen auch mit Folk, Rock, Country, Tex-Mex, Zydeco, Latino und europäischer Chanson-Tradition, heiße musikalische Handelswaren, mit denen der Pate seine originellen Eigenkompositionen schon immer zu würzen wusste.

Neben schwerem Geschütz, wie Dobro, E-Gitarre und Lap-Steel-Gitarre, verstehen sie es ebenso gut mit Kleinkalibrigem wie Mandoline, Banjo, Ukulele und anderen, zarter „besaiteten“ Instrumenten ihrem Publikum den nötigen Respekt abzufordern, sie aber auch zu treuer Gefolgschaft zu bewegen. Da zahlt das Publikum gern und bereitwillig das Schutzgeld in einer Währung, die nicht erst gewaschen werden muss: mit begeistertem Applaus!

Richard Bargel ist einer der wenigen innovativen deutschen Bluesmusiker von Rang. Seit 1970 unterwegs, zählt er längst zu den Blues-Ikonen. Zudem ist er als Schauspieler, Autor und Komponist von Filmmusik tätig. Der Maestro der Slidegitarre spielte fast alle großen Festivals, tourte quer durch Europa, arbeitete in den USA und mit renommierten Kollegen wie Charlie Musselwhite, Freddy Koella (Willy DeVille/Bob Dylan), Paul Shigihara (WDR-Big-Band), Little Willie Littlefield, Big Jay McNeely u.v.a. zusammen.

Seine legendären „Talkin' Blues Shows“ (von 1992 bis 2000), die Bargel wöchentlich in Köln mit Stargästen wie Luther Allison, Johnny Copeland, Phil Upchurch, Götz Alsmann und anderen veranstaltete, sind noch heute im kollektiven Musikgedächtnis der deutschen Bluesszene verankert. Von 2009 bis 2012 arbeitete Richard Bargel mit dem Ex-BAP-Gitarristen Klaus „Major“ Heuser zusammen. Aus ihrem von der Pressekritik hoch gelobten Projekt „Men In Blues“ gingen zwei CD-Produktionen hervor. Ein Hörsturz Bargels beendete 2012 das Projekt. 2013 kehrte er mit seiner Band „Dead Slow Stampede“ auf die Konzertbühnen zurück. Sein Album „It's Crap!“ wurde für den Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik nominiert und im Herbst 2014 als einzige deutsche Bluesproduktion sogar für den Jahrespreis.

Fabio Nettekoven ist ein exzellenter Silde- und Labsteel-Gitarrist und zugleich Multi-Instrumentalist auf vielen weiteren Saiteninstrumenten, dazu noch Schlagzeug, Bass und Keyboard – ein musikalisches Ausnahmetalent also. Mit 23 Jahren leitet er bereits seine eigene internationale Soul- und Latino-Band „Judy Spellmann & the Phavior Adelic“, deren acht Musiker in den USA, Frankreich und Deutschland leben.

1992 erhält Bargel den Preis der Deutschen Schallplattenkritik für das Album „Fresh Tracks“ (Neus Records), 2005 Preis der Deutschen Schallplattenkritik für das Album „Mojo & The Wolf“ (Bluesical Records), 2010 Nominierung für den PDSK für das Album „Richard Bargel – Live“ (Meyer Records), 2014 Nominierung für den Jahrespreis des PDSK für das Album „It's Crap!“ (Meyer Reords), ist von Bargel zu erfahren.

Mehr Infos im Internet: Einfach mal reinschauen und reinhören – bei Richard Bargel oder Fabio Nettekoven. Richard Bargel ist auch bei Facebook zu finden. (PM)

Karten kosten im Vorverkauf 12 Euro, an der Abendkasse 15 Euro. Karten gibt es bei folgenden Vorverkaufsstellen:
• Stöffel-Park
• in Westerburg bei Zigarrenhaus Wengenroth
• Buchhandlung Logo
• Tourist-Information WällerLand am Wiesensee (TiWi).
Nachricht vom 02.07.2017 www.ww-kurier.de