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Nachricht vom 27.11.2016
Region
Ruandahilfe Hachenburg fördert Lesekultur und Alphabetisierung
Bildung ist die wichtigste Voraussetzung, um der Armut zu entkommen und die Chance auf ein besseres Leben zu haben. Lesen ist ein Mittel, um Ignoranz zu bekämpfen und es öffnet die Türen zum Wissen.
Fotos: PrivatHachenburg. Die Schule Saint Philippe Neri befindet sich im Sektor Ndora, im Distrikt Gisagara, circa 12 Kilometer von der Stadt Huye entfernt. Die Schule hat fast 700 Schüler, die eigentlich alle eine Schulgebühr zahlen müssten. Ein großer Teil der Schüler sind jedoch Waisen und bedürftige Kinder, die aus armen Familien stammen und werden daher kostenlos unterrichtet.

Das Bildungsministerium Ruandas hat begonnen, an Schulen im ganzen Land Bücher zu verteilen, um die Lesekultur unter ruandischen Sekundarschülern zu fördern. Die Schule Saint Philippe Neri besitzt circa 9.800 Bücher verschiedener Kategorien, sowie CDs zu verschiedenen Schulfächern, die ebenfalls vom Ministerium zur Verfügung gestellt wurden. Die Schule hatte jedoch große Probleme alle Bücher in ihrem kleinen und unangemessenen Raum unterzubringen. Manche Bücher waren in den wenigen Bücherregalen gestapelt; andere in Kartons, in Säcken und auf Tischen. Es gab keinen Platz, wo die Schüler lesen und ihre Schularbeiten erledigen konnten.

Für den Bibliothekar war es eine große Herausforderung ein bestimmtes Buch für einen Schüler zu finden. Es kostete ihn viel Zeit Schüler und Lehrer zu bedienen. Außerdem gab es keine Möglichkeit, die vom Ministerium zur Verfügung gestellten CDs anzuhören. Es gestaltete sich äußerst schwierig, den Überblick über die Ausleihe zu behalten, weshalb die Bücher oft starke Gebrauchsspuren aufwiesen. Um diese Bücher zu reparieren, fehlte es der Schule ebenfalls an Platz. Eine weitere Herausforderung war die fehlende Buchkartei, da man nicht die Kapazitäten hatte, um neben dem normalen Betrieb alle Bücher zu registrieren und zu verwalten.

Die Jugendlichen in Sekundarschulen können, wie man aus Erfahrung weiß, hohe Leistungen erzielen, wenn sie lernen, kritisch zu lesen. Der Ruandahilfe Hachenburg hat in diesem Jahr circa 40.000 Euro in den Neubau einer Bücherei inklusive Ausstattung investiert, um die Lesekultur zu fördern. Es wurde ein Gebäude gebaut, das als gut organisierte Bücherei genutzt werden kann. Sie ist groß genug, um alle Bücher in dafür geeigneten Regalen unterzubringen, und hat ausreichend große Gänge, damit der Bibliothekar gut arbeiten kann. Die Bücherei bietet einem großen Raum für die Aufbewahrung der Bücher inklusive Sitzgelegenheiten, einem Stillleseraum, einem Computerraum inklusive PCs für Recherchen, sowie einem Raum mit Empfangstisch und einen kleinen Serverraum. Zusätzlich befinden sich Toiletten im Gebäude.

In der neuen Bücherei können die Bücher somit in einer optimalen Umgebung aufbewahrt werden und sie wird das akademische Angebot der Schule ergänzen und unterstützen. Durch sie ist ein Ort zum Lesen in angenehmer Umgebung entstanden. Sie wird Lehrern helfen, ihren Unterricht zu verbessern und Schülern die Möglichkeit bieten, Nachforschungen anzustellen und Schularbeiten während der Schulzeit und auch in den Ferien erledigen zu können. Auch die Menschen, die in der Umgebung der Schule leben, sollen von der Bücherei profitieren. Sie wird einen großen Beitrag zur Alphabetisierung der Bevölkerung im Distrikt Gisagara, einer der ärmsten Regionen des Landes, leisten.

Seit dem Jahr 2005 setzt sich der Hachenburger Verein „Ruandahilfe Hachenburg e.V.“ mit vielfältigen Hilfsprojekten für eine bessere Schul- und Berufsausbildung, ein besseres Gesundheitswesen und in vielen weiteren sozialen Bereichen für die Menschen in Ruanda ein und zählt zu den aktivsten Vereinen in der Partnerschaft Rheinland-Pfalz/Ruanda. Weitere Informationen finden Sie im Internet unter: www.ruandahilfe-hachenburg.de.
       
 
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