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Im Sommermonat Juli steigt die Arbeitslosigkeit leicht an
Im Bezirk der Arbeitsagentur Montabaur werden 6.317 Personen ohne Job gezählt – Quote klettert auf 3,6 Prozent – Viele junge Leute müssen sich nach Abschluss einer Ausbildung neu orientieren - Studierneigung ist nach wie vor hoch – Zahl der Jobangeboten über der Vorjahressumme
Montabaur. Seit Februar sind die Arbeitslosenzahlen langsam, aber stetig ge-sunken. Diese Entspannung wird nun leicht gebremst. Im Juli stieg die Zahl der Menschen ohne Job im Bereich der Agentur für Arbeit Montabaur gegenüber dem Vormonat um 80 auf nun 6.317, die Quote von 3,5 auf 3,6 Prozent. Dies ist mit Abstand der niedrigste Juli-Wert im Zehnjahresvergleich. Die zweitbeste Quote wurde 2014 und 2015 mit jeweils bei 4,1 Prozent errechnet. Damals wa-ren 885 beziehungsweise 848 mehr Personen arbeitslos gemeldet als heute.

Die aktuelle Spitze im Hochsommer kommt nicht überraschend. Ein Blick auf die Gruppen, nach denen die Statistik aufgeschlüsselt ist, liefert die Erklärung. Allein bei den unter 25-Jährigen gibt es im Vergleich zum Juni einen Anstieg um 242 auf nun 705 Arbeitslose. „Viele junge Leute beenden um diese Zeit ihre Ausbildung, und wer nicht vom Betrieb übernommen wird, sucht jetzt eine Stel-le“, erläutert Agenturleiterin Madeleine Seidel.

Im zu Ende gehenden Monat meldeten sich 355 Personen nach einer Ausbil-dung arbeitslos. Die große Mehrheit hat eine klassische Lehre im dualen System gemacht, andere haben einen schulischen oder überbetrieblichen Weg gewählt. Eine gute Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit und daher ist die Agenturchefin zuversichtlich, dass diese jungen Menschen rasch einen neuen Arbeitsplatz und damit zugleich ihren Platz im Berufsleben finden: „Angesichts einer ausgezeichneten Beschäftigungslage bieten sich diesen jungen Fachkräften vielfältige Möglichkeiten in der nächsten Umgebung.“ Auch die Studierneigung ist nach wie vor hoch; so dürften zahlreiche Ausbildungsabsolventen weiterfüh-rende Schulen besuchen oder ein Studium beginnen.

Auf dem Stellenmarkt zeigt sich eine kleine Eintrübung. Im Juli meldeten die Betriebe dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur und der Jobcenter 746 Stellen; das sind 95 weniger als im Vormonat und 6 weniger als vor einem Jahr. Der Stellenzugang seit Januar liegt mit 5.178 Jobangeboten leicht über der Vorjahressumme. Der Bestand hat sich gegenüber Juni geringfügig (plus 12) auf 2.819 erhöht, gegenüber dem Vorjahr ist der Anstieg allerdings beträchtlich (plus 328).

Während die Arbeitslosenquote für den Agenturbezirk also im Monatsvergleich um 0,1 Prozent zunahm, hat sie sich in den beiden Landkreisen, die der Bereich Montabaur umfasst, in den zurückliegenden Wochen nicht verändert. So bleibt die Quote im Westerwaldkreis bei 3,5 Prozent; gegenüber Juni 2015 ist das eine Verbesserung um einen halben Prozentpunkt. Aktuell werden 3.900 Menschen ohne Job gezählt – das sind 45 mehr als im Juni, jedoch 534 weniger als im Juli 2015.

Im Rhein-Lahn-Kreis ist die Quote mit derzeit 3,7 Prozent 0,6 Punkte niedriger als vor einem Jahr. 2.417 Personen sind arbeitslos gemeldet - 35 mehr als vor einem Monat, aber 351 weniger als vor einem Jahr.
Nachricht vom 27.07.2016 www.ww-kurier.de