WW-Kurier
Ihre Internetzeitung für den Westerwaldkreis
Region
Neues Museum in Bilkheim
Verträumt liegt das kleine Örtchen Bilkheim mit seinen knapp 500 Einwohnern genau zwischen Schloss Molsberg und dem kleinen Wasserschloss Hof Neuroth. Erstmalig urkundlich erwähnt wurde die Gemeinde, die zur Verbandsgemeinde Wallmerod gehört, im Jahr 1345. Dementsprechend prägen viele kleinere und auch größere Fachwerkhäuser das Dorfbild in Bilkheim. Und mit Stolz kann nun die Gemeinde auf ein weiteres Kleinod verweisen, das am Sonntag, 24. April, ab 14 Uhr der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.
Im Flur sind verschiedene Arten der Wandgestaltung zu erkennen. Fotos: Klaus-Dieter Häring.Bilkheim. Die Rede ist vom neuen Museum „Lernort Historischer Wohnraum“ der im Fachwerkhaus St. Barbara-Straße 5 nach vierjähriger Renovierungsarbeit entstand. Erbaut wurde das Haus 1684 und gehört zu den letzten, erhaltenen Zeugnissen des Dorfmittelpunktes. Am Platz, den einst viele Fachwerkhäuser und Scheunen zierten, stehen heute unter anderem das Dorfgemeinschaftshaus und zahlreiche Neubauten. Und eben auch das Fachwerkhaus, das zu einem Museum umgebaut wurde. Möglich wurde dies durch den Ankauf des Hauses 2007 durch das ehemalige Vorstandsmitglied der Fraport und Bilkheimer Bürger Herbert Mai, der schon vor vielen Jahren die Alte Schule im Dorf kaufte und zu seinem Wohnheim mit viel Liebe zum Detail umbaute.

Mit dem Kauf kam für Herbert Mai die Frage auf, was mit dem Haus zu tun sei. Erst nach und nach entstand bei Sichtung des „Innenlebens“ des Hauses die Idee, dieses Haus zu renovieren und ein Museum zu errichten. Herbert Mais Ziel ist es, mit seinem Museum vor allem jungen Menschen, Schulklassen und Kindergartengruppen, die Lebensweise unserer früheren Generationen konkret erfahrbar zu machen. Um dies nun in die Tat umzusetzen, wurde in Verbindung mit Diplomrestauratoren das Haus renoviert. Dies ist schon im Eingangsbereich des Hauses zu sehen. Da sind alte Stromleitungen aus dem Jahr 1928 und uralte Holzdübel in der Wand des Flures zu erkennen. „Es ist alles so geblieben wie es damals war“ so Herbert Mai. Im Wohnbereich im Erdgeschoss ist wunderschön die Entwicklung der Wandverkleidung zu sehen. Hier alter Lehmputz aus dem Jahr 1684, an anderer Stelle Bemalungen aus der Jugendstilzeit und eine Ecke weiter die erste Tapete. Insgesamt 27 Schichten wurden entdeckt und zum Teil frei gelegt.

Durch Spenden aus dem Dorf und von Freunden aus den umliegenden Dörfern können Möbel aus verschiedenen Jahrhunderten gezeigt werden. So wie in der guten Stube ein wunderschöner Herd. Weiter geht der Rundgang vom Erdgeschoss in den ersten Stock, wo das großzügige Schlafzimmer zu sehen ist und im Flurbereich auch eine Räucherkammer entdeckt wurde. Ganz oben, auf dem Dachboden des Hauses, wurde eine alte Kornwaage gefunden, die die Annahme deckt, dass auf dem Dachboden einst Korn gelagert wurde. Sind die Innenarbeiten im Haus beendet, sind noch Arbeiten im Außenbereich zu erledigen. Hier soll der ehemalige Brunnen wiederaufgebaut werden. Wie zu erfahren war, hatten nicht alle Häuser in Bilkheim in früheren Jahren Wasser oder einen Brunnen vor dem Haus. Daher war dieser Brunnen damals für die Allgemeinheit wichtig.

Mit Beginn der Restaurierungsarbeiten wurde im Dorf auch der Verein zur „Förderung der Denkmalpflege und des Dorfcharakters in der Gemeinde Bilkheim“ gegründet, dessen Vorsitz Herbert Mai übernommen hat. Der Verein freut sich über Unterstützung in Form von Spenden oder neuen Mitgliedern mit oder ohne Erfahrung. Die Mitgliedschaft im Verein ist kostenlos. kdh
       
Nachricht vom 10.04.2016 www.ww-kurier.de