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Nachricht vom 29.10.2015
Region
Schrott-Immobilien als lukrative Geldanlagen locken
Spekulanten und die Gerüchteküchen haben derzeit Konjunktur. Inwieweit ist der Besitzer einer Immobilie auch für den Unterhalt und das optische Aussehen eines Gebäudes verantwortlich? Inwieweit hat die Politik ein Wort mit zu reden?
Leerstehender Firmenkomplex im Hachenburger Stadtteil Altstadt. Fotos: Reinhard Panthel.Hachenburg. Lange Jahre stehen die Hallen des ehemaligen Vorzeigebetriebes „Genschow“ – später „Dynamit Nobel“ - im Hachenburger Ortsteil Altstadt leer. Nur wenige „Mieter“ nutzen Teile der Gebäude und haben kein Interesse daran, dass sich das Äußere ändert und der entstandene „Schandfleck“ beseitigt wird. Dort, wo früher einmal hunderte von Mitarbeitern im Laufe der Jahre Arbeit und Brot fanden, verkommt eine mehrgeschossige Immobilie. Änderung ist nicht in Sicht. Gibt es keine praktikablen Lösungsvorschläge? Jetzt, wo Kapitalanleger die Chance für die Errichtung von Flüchtlingsunterkünften sehen, wächst das Risiko, aus jeder Schrott-Immobilie einen lukrativen Erwerbszweig zu machen.

Was haben die Verantwortlichen der Stadt Hachenburg unternommen, um dem Besitzer dieser Gebäude etwas Druck zu machen? Gibt es überhaupt ein legales Druckmittel um Besitzer ehemaliger Industrieanlagen zum Handeln zu zwingen? Das renommierte Unternehmen Genschow (Dynamit Nobel) hat lange Jahr auch in Hachenburg-Altstadt gute Geschäfte gemacht. Es wäre doch an der Zeit sich der Verantwortung zu stellen und die Immobilien in Ordnung zu bringen. Es kann doch nicht sein, dass man ohne einen Zielplan so dahin lebt.

Die Ortsvorsteherin von Altstadt, Anne Nink, hatte bereits angeregt diesen Gebäudekomplex anzukaufen und in ein Wohngebiet umzuwandeln. Das würden allerdings nach Schätzungen zu teure und damit unbezahlbare Bauplätze werden. Für nur wenige neue Bauplätze. Derzeit ist diese Industriefläche noch mit Gebäuden von Dynamit-Nobel belastet. Diese bebauten Grundstücke zuerst ankaufen, die Hallen abreißen und dann erst auf Kosten der Stadt Hachenburg in ein Neubaugebiet umwandeln? „Viel zu teuer!“, die Meinung der Kritiker an diesem Projekt. Zumal man damit den Eigentümern der Fläche die Verantwortung und noch einen Gefallen tut.

Jetzt, wo in unmittelbarer Nähe dieses Firmenkomplexes ebenfalls in der Lindenstraße ein Beispiel angeregt hat, wie man nicht mehr benötigte Firmengebäude in einen lukrativen und gewinnbringenden neuen Verwendungszweck überführt, jetzt ist ein konsequenter Handlungsbedarf angesagt. Repa
       
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