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Pröpstin Puttkammer besucht die Tafel
Die Arbeit der Tafel lebt vom gemeinsamen Anpacken. Das hat sich auch Pröpstin Annegret Puttkammer zu Herzen genommen: Das Oberhaupt der Propstei Nord-Nassau, zu der auch die beiden evangelischen Dekanate im Westerwald gehören, besuchte auf seiner Sommerreise nicht nur die Ausgabestellen in Hachenburg und Bad Marienberg, sondern packte währenddessen selbst mit an und verteilte gutes Essen an bedürftige Menschen.
Pröpstin Annegret Puttkammer (Mitte, rosafarbenes Hemd) im Kreise der ehrenamtlichen Tafelmitarbeiter und der Vertreter des Dekanats Bad Marienberg. Foto: privat.
Westerwaldkreis. Eine kleine Geste, mit der die Pröpstin Puttkammer ihre Hochachtung vor der Arbeit der insgesamt rund 420 Mitarbeiter der Westerwaldkreis Tafel zum Ausdruck bringt. In Bad Marienberg, der mit zehn Jahren ältesten Ausgabestelle der Einrichtung, helfen etwa 40 Menschen mit. Sie sorgen dafür, dass dort 70 Familien gutes Essen für einen symbolischen Betrag bekommen. „Unsere Kunden sind dankbar für unsere Arbeit“, sagt Friedel Stahl, der zu den dienstältesten Tafel-Mitarbeitern gehört und dem es ein Bedürfnis ist, sich für andere einzusetzen. „Diese Dankbarkeit tut mir gut. Denn bei der Tafel weiß ich abends, dass ich tagsüber etwas Sinnvolles getan habe.“

In Gesprächen mit verschiedenen Teams erfuhren die Pröpstin, Dekan Martin Fries und Pfarrer Oliver Salzmann auch, was die Mitarbeiter derzeit am meisten beschäftigt: „Derzeit kommen viele Flüchtlinge aus den unterschiedlichsten Ländern zur Tafel. Die Bereitschaft der Ehrenamtlichen, hier helfend zur Seite zu stehen und den Menschen die ihnen oft fremden Lebensmittel und deren Zubereitung zu erklären, ist unglaublich groß. Auch wenn die Kommunikation manchmal wirklich nur mit Händen und Füßen funktioniert“, sagt Tafelkoordinatorin Petra Strunk lächelnd. Auch die Ehrenamtlichen schätzen die Begegnung mit fremden Kulturen und machen deutlich, dass die vorhandenen Lebensmittel – ganz nach dem Tafelprinzip – für alle Kunden da sind. Und zwar unabhängig von Herkunft oder Religion.

Tafelarbeit kann also mehr sein als das reine Ausgeben von Nahrungsmitteln. Es bedeutet auch: miteinander ins Gespräch kommen, voneinander lernen, ein offenes Ohr haben und wissen, wo der Schuh drückt. Nicht nur das ist nach Meinung von Pröpstin Annegret Puttkammer alle Hochachtung wert: „Bei aller Geschäftigkeit und Organisation, die für ein Projekt wie die Tafel notwendig ist: Hier ist es liebenswert. Man spürt einfach, dass Sie den Leuten mehr als Essen mit auf den Weg geben wollen und dass jeder sich mit seinen Fähigkeiten und Talenten einsetzt.“ (bon)
Nachricht vom 02.09.2015 www.ww-kurier.de