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Klinikseelsorge in Hachenburg
Ruhigen Schrittes geht Pfarrerin Inge Orglmeister durch die Flure des DRK Krankenhauses in Hachenburg. In den Zimmern mit 163 stationären Betten liegen kranke Menschen, die Ruhe für ihre Genesung brauchen. Und manchmal auch jemanden zum Reden. Dafür ist Inge Orglmeister da. Sie ist Evangelische Krankenhausseelsorgerin.
Pfarrerin Inge Orglmeister ist als Seelsorgerin für die Patienten des DRK Krankenhauses Hachenburg da. Foto: privat.Hachenburg. Seit acht Jahren ist die Pfarrerin regelmäßig zwei Mal in der Woche vor Ort in der Klinik um Patienten, Angehörigen und auch den Mitarbeitern der Klinik, ein offenes Ohr anzubieten, für Probleme und Nöte, genau so aber auch für die kleinen Geschichten des Alltags. Eine Aufgabe, der Pfarrerin Orglmeister gerne nachgeht. „Bereits in der Zeit des Vikariats in Westerburg und Gemünden hat das Praxisfeld der Seelsorge besondere Anziehungskraft auf mich ausgeübt“, sagt Inge Orglmeister. „Zu Menschen in Beziehung zu treten, Anteil zu nehmen an Schicksalen, ein gemeinsames Suchen nach Quellen der Ermutigung – das liegt mir.“

Die Themen dieser Gespräche sind vielfältig: die eigene Krankengeschichte, die Schilderung und das Zusammensetzen von Lebensgeschichten, familiäre Verknüpfungen, soziale Nöte und Sorge um die Zukunft. In der seelsorgerlichen Schweigepflicht von Pfarrerin Orglmeister bleibt all das aufgehoben. Für diese Tätigkeit ausgestattet ist sie mit zusätzlichen Ausbildungen in Klinischer Seelsorge und Systemischer Beratung. Darüber hinaus arbeitet sie im Ethik-Komitee des Verbundkrankenhauses Altenkirchen-Hachenburg mit. Dem Komitee gehören Ärzte, Pflegepersonal, die Mitarbeiterin des Sozialdienstes, die Patientenfürsprecher und Seelsorger der beiden Häuser Altenkirchen und Hachenburg an.

Ziel ist es, medizinisch-ethische Fragestellungen in der Institution Krankenhaus zu thematisieren und den Umgang damit zu etablieren. Neben den vier Sitzungen im Jahr gibt es zwei Termine mit offener Einladung zum Ethik-Café für die Mitarbeitenden der Klinik, wo ethisch relevante Themen besprochen werden. Dort können auch Fragen und Anregungen gesammelt werden, die das Ethik-Komitee zur weiteren Bearbeitung an Betriebsrat oder Krankenhausleitung weiter gibt. Außerdem beteiligt sich Pfarrerin Orglmeister an dem Engagement für Patienten, die palliativ behandelt werden. Hier ist sie Teil des Teams, bestehend aus dazu besonders qualifizierten Pflegekräften, einer Physiotherapeutin, dem Krankenhaussozialdienst und Ärzten. Behandelt, versorgt und nach Wunsch begleitet werden schwer kranke Patienten mit fortschreitendender Prognose. Schmerzen werden gedämpft, Ängste und Sorgen können aufgefangen, die Lebensqualität der Betroffenen soll verbessert werden. Im Krankenhaus Hachenburg wird die Arbeit von Pfarrerin Orglmeister geschätzt. Die Pflegedirektorin Liane Berger hält die seelsorgerliche Begleitung neben der der pflegerischen und medizinischen Betreuung für wichtig: “In Krankenhäusern sind die personellen Ressourcen ausgeschöpft, da ist wenig Zeit für Gespräche mit den Patienten. Da ist es umso wertvoller, wenn wir Pfarrerin Orglmeister als Seelsorgerin hinzu ziehen können. Auch für unsere Mitarbeiter ist sie da. In schwierigen Situationen ist es gut zu wissen in ihr eine einfühlsame Gesprächspartnerin zu haben.“

In Zukunft ist Inge Orglmeister zusätzlich zu ihrer Arbeit im Krankenhaus auch wieder im Gemeindedienst in den Kirchengemeinden des Evangelischen Dekanats Bad Marienberg zu finden. Seit dem 1. Januar dieses Jahres versieht sie mit einer halben Stelle Vertretungen in den Kirchengemeinden bei Gottesdiensten, Beerdigungen, Trauungen und Taufen. „Es ist schön und spannend wieder in Gemeinden zu sein, wieder auf Tuchfühlung zu gehen mit meinen Anfängen“, sagt Inge Orglmeister. Als Vikarin und später als Pfarrerin arbeitete sie schon in Gemünden, Westerburg, Willmenrod und Emmerichenhain. Gerade hat Inge Orglmeister ihr 25jähriges Ordinationsjubiläum als Pfarrerin gefeiert. Bei einem inoffiziellen Termin im Kreise der Pfarrerschaft des Dekanats überreichte ihr Dekan Martin Fries die Urkunde der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN).

Info: Im DRK Krankenhaus Hachenburg ist Inge Orglmeister montags und donnerstags zwischen 9 und 15 Uhr erreichbar. Telefon: 02662-853700. Ihr Büro befindet sich im 1. Untergeschoss im Bereich der Physiotherapie. shg

Nachricht vom 16.02.2015 www.ww-kurier.de