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Lebendige Stadt – zukunftsfähiger Westerwald
Kommunalpolitiker aus dem nördlichen Westerwald trafen sich, um über die Auswirkungen der CDU, FWG und FDP Mehrheitsentscheidung des Westerwälder Kreistages mit Blick auf die zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntage im FOC in Montabaur zu beraten.
Foto: PrivatHachenburg. Auf Einladung des Ersten Beigeordneten und Stadtbürgermeisterkandidaten Karl Wilhelm Röttig (SPD) trafen sich die Bürgermeister Hans–Jürgen Heene (Stadt Rennerod), Jürgen Schmidt (Verbandsgemeinde Bad Marienberg), Dankwart Neufurth (Stadt Bad Marienberg), Bernd Brato (Verbandsgemeinde und Stadt Betzdorf), Rolf Jung (Stadt Selters) und Peter Klöckner (Verbandsgemeinde Hachenburg) sowie die Erste Beigeordnete Greis (Verbandsgemeinde Hachenburg) machten deutlich, dass eine solche Festlegung die Entwicklung der Innenstädte nachhaltig beeinträchtigen würde.

Für Karl Wilhelm Röttig machen sich die Mehrheitsfraktionen im Kreistag so zum „Totengräber des Einzelhandels“ im Westerwald. Mit Nachdruck plädierte er dafür, sich bei der Landesregierung für eine Beibehaltung der vier verkaufsoffenen Sonntage für alle Betriebe im Westerwald einzusetzen. Auf seinen Vorschlag hin, verabschiedeten die Bürgermeister eine Petition an die Ministerpräsidentin Malu Dreyer, im Interesse der Städte und Einzelhändler dem Vorschlag auf ein „Mehr“ an Öffnungstagen auf keinen Fall zuzustimmen.

Mehr Öffnungstage bedeuten für die Einzelhändler mehr Personal und weniger Kunden – darin waren sich alle einig. Ebenso wären dann die Millionengelder die in die Entwicklung und Revitalisierung der Innenstädte gesteckt wurden, überflüssig gewesen. Eine Stadt ohne funktionierenden Einzelhandel ist tot – meinte Karl-Wilhelm Röttig.

„Es wird meine erste Amtshandlung als Bürgermeister von Hachenburg sein, dieses Thema der Ministerpräsidentin vorzutragen, damit Hachenburg eine lebendige Stadt bleibt, denn seit 700 Jahren wird in Hachenburg Handel getrieben und das soll auch so bleiben!“, versprach Karl Wilhelm Röttig.

Betzdorf und Bad Marienberg haben bereits in Ihren Räten Resolutionen zum Thema auf den Weg gebracht. „Aber nicht nur durch zusätzliche Angebote – beispielsweise im FOC - wird lokale Kaufkraft wegbrechen“, prognostizierte Jürgen Schmidt, „Auch der demographische Wandel und die Tatsache, dass wir immer weniger werden, wird zu Belastungen und neuen Herausforderungen führen.“

Ein weiteres Thema der Zusammenkunft war daher der absolut unzureichende öffentliche Personennahverkehr im Westerwald, zumal die Schülerzahlen künftig zurückgehen und von daher noch weniger Busse fahren als aktuell.

Demgegenüber begrüßen die Bürgermeister die Initiative des Landes zum Ausbau der B 414 und wünschen aber gleichzeitig einen schnelleren Ausbau. Dies, so Hendrik Hering MdL soll durch mehr Planungskapazitäten nun möglich sein.

Rolf Jung sprach für alle Anwesenden, als er hervorhob, dass Kommunalpolitiker immer wieder den Fokus auf diejenigen legen müssen, für die sie da sind – Bürgerinnen und Bürger. Es sei zentraler Inhalt guter Politik, möglichst die konkreten Bedürfnisse vieler zu berücksichtigen und nicht den wirtschaftlichen Nutzen weniger zu steigern.

Abschließend stellte Röttig fest, dass ein hohes Maß an Übereinstimmung bei den Bürgermeistern und Beigeordneten erkennbar sei. „Es ist gut, sich zu vernetzen, denn gerade in diesem wichtigen Thema erreichen wir mehr, wenn wir unsere gemeinsamen Interessen bündeln.“


Nachricht vom 25.04.2014 www.ww-kurier.de