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Pressemitteilung vom 06.11.2026
Region
KV Rheinland-Pfalz fordert strengere Regeln für Finanzinvestoren im Gesundheitswesen
Die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz (KV RLP) warnt vor monopolartigen Strukturen in der ambulanten Medizin. Anlass ist Kritik von Kartellamtspräsident Andreas Mundt an der Übernahme von Arztpraxen durch Private-Equity-Gesellschaften.
Symbolbild.Mainz. Nach Ansicht der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz können Private-Equity-Gesellschaften in Deutschland reihenweise Arztpraxen aufkaufen, ohne dass die Fusionskontrolle greift. Strategisch unterschrittene Umsatzgrenzen führten dazu, dass in der ambulanten Medizin schleichend monopolartige Strukturen entstünden. Die KV RLP fordert deshalb ein grundlegendes Umdenken bei der Zulassung von Finanzinvestoren im Gesundheitssystem.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt hatte kritisiert, dass die Übernahmen von Arztpraxen durch Private-Equity-Gesellschaften häufig nicht von der Fusionskontrolle erfasst werden. Ärztevertretungen sehen darin ein Signal zum Einschreiten.

Folgen für die Krebsdiagnostik
Die KV RLP warnt vor Auswirkungen auf die regionale Grundversorgung. "Wenn internationale Großinvestoren medizinische Einrichtungen ausschließlich nach Profitabilität steuern, droht der regionalen Grundversorgung der Kollaps", erklärt San.-Rat Dr. Peter Heinz, Vorstandsvorsitzender der KV RLP. "Kapitalstarke Ketten sieben das Leistungsspektrum gezielt nach lukrativen Abrechnungsziffern aus, während unrentable Pflichtaufgaben eingestellt werden."

Als Beispiel nennt die KV RLP die Situation in Rheinland-Pfalz. In investorengeführten radiologischen Zentren werde die kurative Mammographie kaum noch angeboten, weil sich die Untersuchung betriebswirtschaftlich nicht rechne. "Für Frauen, bei denen ein dringender Verdacht auf ein Mammakarzinom abgeklärt werden muss, führt das zu unerträglichen Wartezeiten und gefährlichen Engpässen bei der Krebsdiagnostik", sagt Dr. Andreas Bartels, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KV RLP.

Forderungen an die Bundesregierung
Die KV RLP verlangt von der Bundesregierung, die im Koalitionsvertrag formulierten Vorhaben unverzüglich in Gesetze umzusetzen. Der Vorstand fordert eine lückenlose Offenlegung aller verdeckten Gesellschafterverhältnisse von Medizinischen Versorgungszentren (MVZ)-Ketten, wirksame Instrumente zur Begrenzung regionaler Marktanteile von Großkonzernen sowie einen gesetzlichen Schutz für Medizinerinnen und Mediziner vor Umsatz- und Renditevorgaben von Finanzmanagerinnen und -managern.

Dr. Bartels erklärt: "Das Gemeinwohl und die Gesundheit der Menschen müssen das Handeln bestimmen, nicht die Gewinnmaximierung ausländischer Fonds. Das Statement des Bundeskartellamts muss die Politik zwingen, den ambulanten Sektor vor dem Ausverkauf zu schützen." PM/Red
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