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Pressemitteilung vom 04.11.2026
Region
Demenz: Caritas-Fachtag in Dernbach stellt Würde und Verständnis in den Mittelpunkt
Wie lässt sich der Kontakt zu Menschen mit Demenz einfühlsam gestalten, wenn Erinnerungen und vertraute Fähigkeiten nachlassen? Ein Caritas-Fachtag im Kloster Dernbach beschäftigte sich mit dieser Frage und gab Anregungen für Begegnungen, die Würde und Selbstbestimmung achten.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Caritas-Fachtages im Kloster Dernbach beschäftigten sich gemeinsam mit Caritasdirektorin Stefanie Krones (5. von rechts) mit dem sensiblen und achtsamen Umgang mit Menschen mit Demenz. Neben fachlichen Impulsen stand insbesondere der persönliche Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt. (Foto: Rainer Lehmler/Caritasverband WWRL)Dernbach. Wie Angehörige, Ehrenamtliche und Begleitende Menschen mit Demenz Sicherheit, Geborgenheit und Wertschätzung vermitteln können, beschäftigte die Teilnehmenden des diesjährigen Caritas-Fachtags im Kloster Dernbach. Eingeladen waren Ehrenamtliche und Interessierte aus Kirchengemeinden und Caritas. Der Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn veranstaltete den Nachmittag gemeinsam mit den Caritas-Konferenzen Deutschlands (CKD). Das Motto lautete "Gut, dass es dich gibt – Leben mit Demenz".

Dabei ging es sowohl um einen einfühlsamen und respektvollen Umgang als auch um die Verständigung mit Menschen, deren Erinnerungsvermögen und vertraute Fähigkeiten nachlassen. Den fachlichen Schwerpunkt bildete ein Impulsreferat von Caritasdirektorin Stefanie Krones. Sie gehört zugleich dem Vorstand des Verbandes katholischer Altenhilfe in Deutschland (VKAD) an.

Ihr Vortrag trug den Titel "Vom sensiblen und achtsamen Umgang mit Menschen mit Demenz". Krones erläuterte, entscheidend sei eine Haltung, die den einzelnen Menschen mit seiner Persönlichkeit, seinen Gefühlen und seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt rücke.

Gefühle ernst nehmen und Verständnis zeigen
Mit zahlreichen Beispielen aus dem Alltag veranschaulichte Krones, worauf es bei respektvollen Begegnungen ankomme. Häufig seien nicht die passenden Worte ausschlaggebend. Wichtiger seien Geduld, Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, sich auf die Lebenswelt des anderen Menschen einzulassen.

Sie empfahl, Menschen mit Demenz nicht fortwährend zu berichtigen oder auf vermeintliche Fehler aufmerksam zu machen. Stattdessen gelte es, ihre Gefühle ernst zu nehmen und ihre Reaktionen zu respektieren.

Vertrauen und Sicherheit könnten bereits durch kleine Gesten entstehen. Dazu zählten Blickkontakt auf Augenhöhe, eine freundliche Ansprache, eine ruhige Stimme und eine vorsichtige Berührung. Ebenso brauche das Gegenüber genügend Zeit, um Gesagtes zu verstehen und darauf zu antworten. Kurze, klare Sätze seien hilfreich. Zu viele Fragen könnten die Betroffenen dagegen überfordern.

Würde und Selbstbestimmung bewahren
Als Leitlinien für einen achtsamen Umgang benannte Krones den Erhalt der persönlichen Würde, den Respekt vor der Autonomie und die Förderung der Lebensqualität. Menschen mit Demenz sollten nicht allein über ihre Einschränkungen wahrgenommen werden. Vielmehr gelte es, sie weiterhin als eigenständige und kompetente Persönlichkeiten anzuerkennen.

Dazu gehöre, ihre Privatsphäre zu schützen und ihre Entscheidungen zu respektieren. Auch dürfe niemand über ihren Kopf hinweg sprechen. Krones bezog sich dabei unter anderem auf Überlegungen aus dem sogenannten "Demenz-Knigge". Dieser Leitfaden behandelt den achtsamen und respektvollen Umgang mit Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen.

Gespräche und gemeinsame Erfahrungen
Neben den fachlichen Inhalten nahm der persönliche Austausch einen wichtigen Platz ein. Den spirituellen Einstieg zum Thema "Die sieben Werke der Barmherzigkeit" gestaltete Schwester Angela Bianchet ADJC. Anschließend gehörten Gespräche in kleinen Gruppen und ein gemeinsamer Austausch zum Programm.

Bei Kaffee und Kuchen hatten die Teilnehmenden ebenfalls Gelegenheit, über ihre Erfahrungen zu sprechen, Fragen zu stellen und neue Kontakte zu knüpfen. Für die Organisation zeichneten erneut der CKD-Sprecherkreis der Region und Rainer Lehmler verantwortlich. Lehmler ist Referent für Gemeindecaritas beim Caritasverband Westerwald-Rhein-Lahn.

Er erläuterte, solche Begegnungen seien für die ehrenamtliche Arbeit wichtig. Menschen mit Demenz benötigten vor allem Mitmenschen, die ihnen offen, geduldig und wertschätzend begegneten. Der Fachtag habe dafür sensibilisieren und Berührungsängste verringern sollen. Gleichzeitig habe er die Möglichkeit geboten, eigene Erfahrungen beizutragen und voneinander zu lernen.

Ehrenamtliche begleiten und miteinander vernetzen
Lehmler hob außerdem hervor, dass Ehrenamtliche Zeit, Aufmerksamkeit und menschliche Nähe schenkten. Für Menschen mit Demenz und deren Angehörige könne dies von unschätzbarem Wert sein. Deshalb sei es dem Verband wichtig, die Engagierten zu begleiten, sie in ihrer Arbeit zu stärken und ihre Vernetzung untereinander zu fördern.

Den spirituellen Abschluss gestaltete Gemeindereferentin Mechthild Nickolay gemeinsam mit den Teilnehmenden. Neben den fachlichen Anregungen blieb als zentrale Aussage des Nachmittags, dass Gefühle, Bedürfnisse und menschliche Würde auch bei nachlassendem Gedächtnis bestehen bleiben. Das abschließend aufgegriffene Motto "Gut, dass es dich gibt!" brachte die damit verbundene Wertschätzung zum Ausdruck. (PM/bearbeitet durch Red)
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