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Nachricht vom 31.10.2026
Wirtschaft
IHK-Regionalbeirat warnt vor hohen Kosten und wachsender Bürokratie
Der IHK-Regionalbeirat für den Westerwaldkreis und den Rhein-Lahn-Kreis hat bei seiner abschließenden Sitzung in Bad Ems über die schwierige wirtschaftliche Lage beraten. Im Fokus standen Investitionshemmnisse, Unternehmensnachfolgen und die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Betriebe.
Foto: IHKBad Ems. Zur letzten Sitzung in der Wahlperiode 2021 bis 2026 kamen die Mitglieder des Regionalbeirats der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz für den Westerwaldkreis und den Rhein-Lahn-Kreis am Mittwoch in Bad Ems zusammen. Nach der Wahl der IHK-Vollversammlung für die Amtszeit 2027 bis 2031 im September zogen sie Bilanz und erörterten aktuelle Herausforderungen.

An dem Austausch nahmen auch der Präsident des Landtags Rheinland-Pfalz, Matthias Lammert, sowie die Landtagsabgeordneten Janick Pape und Roland Weimer (alle CDU) teil. Die Wirtschaftsvertreter schilderten eine angespannte Stimmung in vielen Betrieben. Zur Sprache kamen zudem die Mittelrheinbrücke, der Ausbau der B 255 ab Hahner Stock und die aus Sicht der Wirtschaft zu langen Planungs- und Genehmigungsverfahren.

Finanzierung und Nachfolge bereiten Sorgen

Die Beiratsmitglieder berichteten von überwiegend pessimistischen Erwartungen. Viele Unternehmen warteten auf die Umsetzung wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischer Reformen. Auch wirtschaftlich solide Betriebe hätten zunehmend Schwierigkeiten, Investitionen und Zwischenfinanzierungen zu finanzieren.

Als weitere Herausforderung wurde die Unternehmensnachfolge genannt. Die Suche nach geeigneten Nachfolgern werde für viele mittelständische Betriebe schwieriger. Zusätzliche Unsicherheit verursache die Debatte über mögliche Änderungen der Erbschaftsteuer. Einschränkungen bei Begünstigungen für Betriebsvermögen könnten ohne ausreichende Stundungs- oder Verschonungsregelungen zu Liquiditätsproblemen führen. Für erfolgreiche Übergaben seien deshalb Planungssicherheit und die Berücksichtigung mittelständischer Besonderheiten entscheidend.

22 Prozent der Arbeitszeit für Bürokratie
Große Sorge äußerten die Mitglieder über die steigende Bürokratiebelastung. Nach einer Untersuchung des ifo-Instituts entfallen durchschnittlich rund 22 Prozent der Arbeitszeit auf bürokratische Aufgaben. Als Ursachen wurden komplexe gesetzliche Vorgaben sowie wachsende Berichts-, Dokumentations- und Meldepflichten genannt. "Diese Ressourcen fehlen den Unternehmen dringend an anderer Stelle", betonte die Beiratsvorsitzende Laura Heuchemer.

Zugleich belasteten hohe Energie- und Rohstoffkosten die Wettbewerbsfähigkeit. Den Angaben zufolge liegen die Strompreise für Unternehmen in Deutschland durchschnittlich 86 Prozent über denen in den USA und 103 Prozent über denen in China. Gegenüber anderen EU-Staaten betrage der Unterschied durchschnittlich 23 Prozent, gegenüber Frankreich 64 Prozent. Ein wesentlicher Teil der Kosten entfalle auf Steuern, Umlagen und staatlich regulierte Entgelte.

Appell an Landes- und Bundespolitik
Der Regionalbeirat forderte politische Entscheidungsträger auf Landes- und Bundesebene auf, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärker in den Mittelpunkt zu stellen. IHK-Vizepräsident Jens Geimer erklärte: "Notwendig sind insbesondere ein konsequenter Bürokratieabbau, verlässliche Rahmenbedingungen für Investitionen sowie Maßnahmen zur Senkung der strukturellen Kostenbelastungen für Unternehmen."

Mit Blick auf mögliche Zinssteigerungen und weiter wachsende Kosten rieten die Mitglieder den Unternehmen, Liquidität zu sichern, Reserven aufzubauen und Investitionen mit Augenmaß zu planen.

Zum Abschluss dankten Laura Heuchemer und IHK-Regionalgeschäftsführer Richard Hover den ausscheidenden Mitgliedern für ihr ehrenamtliches Engagement. Den neu gewählten Vertretern wünschten sie eine erfolgreiche Amtszeit von 2027 bis 2031. Red
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