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| Pressemitteilung vom 28.10.2026 |
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| Region |
| Das passiert, wenn in der Wirtschaft die Mittel heilig werden |
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| Der Zweck heiligt die Mittel. Ein Kalenderspruch, der es in sich hat. Das glaubt Manuel Schneider, der Referent des diesjährigen "Forum Wirtschaftsethik – Zukunft braucht Werte". |
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Bad Marienberg. In Westerburg spricht er vor zahlreichen Vertretern aus Wirtschaft, Kirche und Kommune darüber, welche Arbeitsstrukturen psychische Gesundheit fördern – und welche sie kaputtmachen. Schneider glaubt, dass gesunde Wirtschaft nur mit gesunden Menschen möglich ist: weltweit, in Deutschland und im Westerwald.
Ein Credo, das auch der Landrat des Westerwaldkreises, Klaus Lütkefedder, während seiner Begrüßung betont: "Im Westerwald werden Wirtschaftskraft und Lebensqualität miteinander verbunden. Wenn zwischen diesen beiden Polen die Balance stimmt, stimmt die wirtschaftliche Stärke; die Menschen bleiben nicht nur leistungsfähig, sondern leben hier lange, gut und gesund. Wir im Westerwald wollen dafür weiterhin den Rahmen schaffen."
Den Rahmen um Manuel Schneiders Vortrag bildet der Kategorische Imperativ des Philosophen Immanuel Kant. "Handle nur nach den Regeln, von denen Du wollen kannst, dass sie für alle gelten." So lässt sich dieses ethische Grundprinzip zusammenfassen. Ethisches Handeln beginnt immer im Lokalen, meint der Experte. "Die Welt ist so, weil wir so sind. Nicht: Wir sind so, weil die Welt so ist", bringt es Schneider auf den Punkt. "Wir haben eine große Verantwortung der Welt und uns selbst gegenüber."
Und diese Verantwortung besteht im Wesentlichen darin, dass Zweck und Mittel im richtigen Verhältnis zueinander stehen, glaubt Schneider: "Ein Unternehmen wird gegründet, weil eine Idee da ist; ein Ziel. Weil man etwas leisten kann, durch das andere einen Vorteil haben. Ich kann etwas, das die Leute mögen – und brauche mehr Leute, um dieses Etwas herzustellen. Das ist mein Zweck. Die Mittel sind dazu da, um den Zweck zu erreichen. Es sind zum Beispiel die Maschinen."
Doch was passiert, wenn diese Mittel – um beim Kalenderspruch zu bleiben – plötzlich heilig und wichtiger als der Zweck werden? Wenn die Maschinen unbedingt eingesetzt werden müssen, weil ein Unternehmen sie eben hat? "Muss ich Holz sägen, nur weil die Säge nun einmal da ist? Muss ich immer mehr Kühe auf die Weide stellen, nur weil ich viele Kühe habe? Dann ist die Weide irgendwann kaputt. Oder, ganz aktuell: Muss ich um jeden Preis Künstliche Intelligenz einsetzen, obwohl sie vielleicht gar nicht zum Produkt passt?" Vielmehr sollten Unternehmen den Blick wieder auf den Zweck richten. Darauf, wohin die Reise gehen soll: "Wenn ich nicht weiß, in welchen Hafen ich will, ist jeder Wind der falsche", fasst Manuel Schneider zusammen.
Der Referent wirbt dafür, Räume für "echte" Begegnungen zu schaffen, damit der Mensch und das Menschliche im Mittelpunkt stehen. "Wenn Unternehmen wieder zu einem gesellschaftlichen Anker werden, kann daraus eine neue, natürliche Schwarmintelligenz entstehen", glaubt er.
Die Mittel sollten nie zu heiligen Kühen werden, findet Schneider. Denn wenn sich Menschen von zu viel und zu neuer Technik überfordert fühlen, geraten sie in eine "Panikzone" – und das macht Mitarbeitende auf Dauer krank, betont Manuel Schneider. "Die Menschen kommen in eine Zone, in der sie sich unwohl fühlen. Darauf antwortet der Organismus irgendwann mit einem: 'es reicht jetzt!'. Der Mensch ist der Zweck, niemals das Mittel. Wenn wir uns stets fragen, wofür wir als Firma antreten und immer wieder miteinander reden, verlieren wir dieses Ziel nicht aus den Augen." (PM)
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| Pressemitteilung vom 28.10.2026 |
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