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Nachricht vom 23.10.2026
Wirtschaft
"Germania" in Wissen steht zum Verkauf - Suche nach Restaurantpächter
Für knapp vier Millionen Euro suchen die Eigentümer des Wissener Hotels und Restaurants "Germania" einen Käufer. Der Hotelbetrieb läuft aktuell weiter und auch das derzeit geschlossene Restaurant soll möglichst bald wieder Gäste empfangen.
Germania in Wissen (Foto: Archiv/KathaBe)Wissen. Es ist eines der markantesten Gebäude in der Wissener Innenstadt und hat sich seit seiner Eröffnung zu einer festen Adresse für Übernachtungsgäste, Tagungen und Veranstaltungen entwickelt. Nun stehen Hotel und Restaurant des "Germania" für 3.999.000 Euro zum Verkauf. "Großküche mit Kühlhäusern, Veranstaltungssaal, Konferenzräume, Außengastronomie, ein großzügiger Spielplatz, 30 Stellplätze und liebevoll angelegte Außenanlagen mit Beleuchtung und Gründächern, wirken repräsentativ und einladend. Ein seltenes und sehr attraktives Angebot!", heißt es in der Verkaufsanzeige.

Angeboten wird das Objekt von der Maklerei Schmitz aus Buchholz. Dabei stehen die Zeichen gar nicht so schlecht: Auch wenn das Restaurant seit März geschlossen ist, läuft der Hotelbetrieb unverändert weiter, ebenso der Tagungsbereich. Zudem läuft die Suche nach einem neuen Pächter für das Restaurant, sodass sich möglicherweise unabhängig von einem Immobilienverkauf eine neue Perspektive abzeichnet.

Aus einer Industriebrache wurde ein Aushängeschild
Dabei war das "Germania" von Anfang an mehr als eine gewöhnliche Immobilieninvestition. Wissener Unternehmer hatten sich seinerzeit zusammengetan, um gleich zwei Ziele zu erreichen: Zum einen sollte die unansehnliche Ruine der ehemaligen Brauerei aus dem Stadtbild verschwinden. Zum anderen wollten sie eine Lücke im gastronomischen und touristischen Angebot der Stadt schließen. Anstelle der Industriebrache sollte ein moderner Gebäudekomplex entstehen, der sowohl Übernachtungsgäste als auch Restaurantbesucher und Veranstalter anlockt. "Vor ungefähr zehn Jahren hatten die Bauherren die Idee, die Ruine der Germania-Brauerei vor dem weiteren Verfall zu retten und dort ein Hotel und Restaurant mit Eventbereich zu errichten. Schon zum damaligen Zeitpunkt war das Konzept, das Objekt zu bauen, nicht aber selbst zu betreiben. Es bestand mit den bisherigen Betreibern ein Pachtvertrag, der bis Ende Oktober 2026 befristet war, aber seitens der Vermieter vorzeitig im Februar 2026 gekündigt wurde", erklärt dazu Bernd Janssen als Mitglied der Eigentümer-Gesellschaft auf Anfrage des AK-Kuriers.

Das 2017 fertiggestellte Gebäude wurde zur guten Adresse in der Region, bietet heute 38 Hotelzimmer sowie Konferenzräume, einen großen Veranstaltungssaal und eine umfangreich ausgestattete Gastronomie. Das Restaurant verfügt über rund 100 Sitzplätze, hinzu kommen etwa 180 Plätze im Biergarten. Ein großer Kinderspielplatz ergänzt das Angebot. Insgesamt weist das Verkaufsangebot rund 3.215 Quadratmeter Nutzfläche aus. Zuletzt wurde 2022 unter anderem in ein neues Blockheizkraftwerk investiert.

Unterschiedliche Modelle für den Betrieb
Während die Immobilie über die Jahre im Eigentum der Investoren blieb, wechselten die Betreiber für Hotel und Gastronomie. Zeitweise führten angestellte Geschäftsführer die Geschäfte, in anderen Phasen wurden die Betriebe an Pächter vergeben. Seit im Februar der Pachtvertrag für das Restaurant aufgelöst wurde, "betreiben wir den Hotel- und Tagungsbetrieb mit guter Auslastung in Eigenregie und sind auf der Suche nach einem Pächter für die Gastronomie oder einem Käufer für das Gesamtobjekt", führt Bernd Janssen aus. Denn Hotel und Gastronomie könnten gemeinsam, aber ebenso unabhängig voneinander betrieben werden. Während aktuell also die gesamte Immobilie zum Verkauf steht, läuft parallel bereits die Suche nach einem Pächter für das Restaurant. Denn bis ein geeigneter Investor für ein Objekt dieser Größenordnung gefunden ist und ein Verkauf abgeschlossen werden kann, könnte einige Zeit vergehen. Deshalb haben die Eigentümer eine zweite Lösung ins Auge gefasst: Sollte sich nicht zeitnah ein Käufer für den gesamten Komplex finden, soll das Restaurant unabhängig davon wieder verpachtet werden. "Vorrangig für uns ist, dass schnellstmöglich der Gastronomiebetrieb wieder aufgenommen wird und den Einwohnern des Wisserlandes und seiner Umgebung wieder zur Verfügung steht. Egal ob durch Verkauf oder Verpachtung", erklärt dazu Bernd Janssen. "Ich kann berichten, dass es Interessenten für beide Varianten gibt."

Für die Zukunft des "Germania" sind damit zwei Wege denkbar: Im Idealfall findet sich ein Käufer, der das gesamte Objekt samt Hotel, Restaurant sowie Veranstaltungsbereich übernimmt. Sollte sich ein solcher Verkauf nicht kurzfristig verwirklichen lassen, könnte zunächst ein neuer Pächter das Restaurant wieder eröffnen, während der Hotelbetrieb in den bisherigen Händen weiterläuft. Fest steht offenbar, dass das Hotel während der Suche nach einem Investor für Gäste geöffnet bleibt. Sollte ein neuer Pächter gefunden werden, könnte auch das Restaurant zeitnah wieder öffnen.

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